Das Pfadfinder-Geheimnis


Viele Jugendorganisationen klagen über Nachwuchsmangel. Die Pfadfinder gehören nicht dazu, sie ziehen sogar immer mehr Kinder und Jugendliche an. Das liegt an einer Einstellung, die dem momentanen Gesellschaftsgeist entgegenläuft.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

In den vergangenen Jahren wurden vielerorts die Schultage länger und die Schulzeit kürzer. Da zusätzlich der Wehr- und Zivildienst wegfiel, sind mittlerweile viele Jugendliche nach der Schule schnell in andere Städte verschwunden, um dort zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. Vielen Jugendorganisationen setzt das zu. Sie beklagen einen geringeren Zuspruch als früher. Wer trotzdem zum Teil steigende Mitgliederzahlen zu verzeichnen hat, sind die Pfadfinder.

Für Annkathrin Meyer ist der Grund dafür ganz klar. „Die Pfadfinder sind einer der wenigen Bereiche, wo Kinder nicht in einer Leistungssituation sind“, sagt die Aachener Diözesanvorsitzende der katholischen Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Denn selbst in der Freizeit sind Kinder oft im Wettkampf: Im Sportverein soll die eigenen Mannschaft gewinnen, im Musikverein jeder so gut wie möglich spielen. Diese Leistungsmomente treten bei den Pfadfindern zurück. „Wir nehmen die Kinder, wie sie sind“, beschreibt Meyer das Erfolgskonzept. Jedes Kind könne seine eigenen Talente entdecken und entwickeln, dadurch fühle es sich stark.

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