HVD Bayern trennt sich vom Bundesverband

Der Humanistische Verband Deutschland, die Dachorganisation der rechtlich anerkannten Weltanschauungsgemeinschaften von Humanistinnen und Humanisten, wird in diesem Jahr seinen zweitgrößten Mitgliederverband verlieren.

Dr. Hanna Fülling | EZW

Der 1993 gegründeten Dachorganisation gehören gegenwärtig zwölf Landesverbände in 13 Bundesländern an, die ungefähr 25000 Mitglieder vertreten. Die Dachorganisation versucht, die verschiedenen Mitgliederverbände und deren jeweilige Auffassungen über die Strukturen, die Ausrichtung, die Kooperationspartner und die Zielsetzungen zusammenzuhalten. Dass diese Bemühungen jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt sind, zeigte sich im April dieses Jahres. Auf der Bundesdelegiertenversammlung verließen die Delegierten des HVD Landesverbands Bayern geschlossen die Versammlung vor deren Ende. Ulrike von Chossy, die Vizepräsidenten des Dachverbandes sowie Mitglied im HVD Bayern ist, berichtet in „humanistisch!“, dem Magazin des HVD Bayern, dass dieser Entscheidung eine Abstimmung auf der Bundesdelegiertenversammlung vorausgegangen war, durch welche die Autonomie der einzelnen Mitgliederorganisationen stärker als bisher eingeschränkt werden sollte. Diese neuen Bestimmungen hätten insbesondere den HVD Bayern betroffen.

Diesem Vorfall waren jedoch weitere Unstimmigkeiten vorausgegangen. Ulrike von Chossy führt aus, dass etwa die Mitgliedschaft des HVD-Dachverbandes im Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) strittig war. Diese habe die Kompromissbildung im HVD zusätzlich erschwert. Kompromisse des Dachverbandes seien im KORSO noch einmal zur Kompromissbildung vorgelegt worden, wodurch das Profil des HVD empfindlich geschwächt worden sei. Strittig war beispielsweise der Humanistische Unterricht an öffentlichen Schulen, für den sich der HVD Bayern einsetzte und der vom KORSO vehement kritisiert wurde. Ulrike von Chossy sieht darin insgesamt eine Schwächung der humanistischen Position.

Der Landesverband Bayern wird seine Konsequenzen daraus ziehen und sich Ende des Jahres vom HVD trennen. Erste Schritte der Ablösung hat der Verband bereits durch eine Namensänderung durchgeführt. Seit Juli 2019 ist er nicht mehr als HVD Bayern, sondern als Humanistische Vereinigung (HV) eingetragen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Bundesverband des HVD in Zukunft entwickeln wird. Dabei wird besonders zu beobachten sein, ob die humanistischen oder die säkular-laizistischen Strömungen mehr Gewicht bekommen werden. Der Austritt des Bayerischen Landesverbandes deutet daraufhin, dass sich zukünftig die säkulare-laizistische Position stärker etablieren wird. Doch es bleibt abzuwarten, ob sich diese Prognose bewahrheiten wird.

Kann sich der Islam mit dem freiheitlichen Verfassungsstaat versöhnen?

Innerislamische Aufklärungsbestrebungen sind bis anhin immer wieder gescheitert. Eingang einer Moschee in Braunschweig. (Bild: Joanna Nottebrock / Laif)

Der Rechtsphilosoph Ernst-Wolfgang Böckenförde prägte die Formulierung, dass der freiheitliche Staat von Voraussetzungen lebe, die er selbst nicht garantieren könne. Böckenfördes Skepsis gegenüber dem Islam und seine migrationspolitischen Empfehlungen hingegen sind weitgehend unbekannt, aber brisant.

Martin Rhonheimer | Neue Zürcher Zeitung

Wird sich der migrationsbedingt und aufgrund höherer Geburtenraten in westlichen Ländern zunehmend stärker vertretene Islam in Zukunft, analog den christlichen Kirchen, mit dem säkularen Verfassungsstaat und der Religionsfreiheit theologisch versöhnen können? Und was wäre, wenn darauf keine Aussicht bestünde?

Diese Fragen stellte der im Februar verstorbene Staats- und Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde in einem Vortrag bei der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung, der 2007 in einer Kurzfassung in der NZZ und dann unter dem Titel «Der säkularisierte Staat. Sein Charakter, seine Rechtfertigung und seine Probleme im 21. Jahrhundert» publiziert wurde. Es handelte sich dabei gleichsam um einen Nachtrag zu seinem klassischen Text «Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation» aus dem Jahre 1964. Böckenfördes Antwort auf die von ihm gestellten Fragen hat viele überrascht.

Gesetz, nicht Gesinnung

Der Islam als Herausforderung für den säkularen, freiheitlichen Verfassungsstaat: Das war 1964 noch kein Thema gewesen. Für Böckenförde wurde es zu einem solchen aufgrund einer Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland aus dem Jahre 2001: «Das islamische Recht verpflichtet Muslime in der Diaspora, sich grundsätzlich an die lokale Rechtsordnung zu halten.»

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„Lupenreiner Antisemitismus“

Grafik:TP

Wie nach einer Intervention der Bild-Zeitung zuerst das Auswärtige Amt einknickte und dann die Deutsche Welle sich selbst zensierte

Paul Schreyer | TELEPOLIS

Der Streit um den Iran bleibt einer der brisantesten Konflikte der Weltpolitik. Vordergründig geht es um Atomwaffen, Terrorismus und Menschenrechte, hintergründig um Öl und regionale Vorherrschaft. Israel und die USA agieren als die großen Gegenspieler des Iran, Deutschland laviert unentschlossen in der Mitte. Die folgende Geschichte, die sich vor diesem Hintergrund abgespielt hat, kann als Lehrstück in politischer PR gelten, als Fallbeispiel für leere Behauptungen, die Wirkung entfalten, da kaum jemand wagt, sie zu hinterfragen.

Alles begann Anfang des Jahres, als die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens gemeinsam eine Clearingstelle gründeten mit dem Zweck, europäischen Firmen weiterhin Geschäfte mit dem Iran zu ermöglichen. Auslöser war das im November 2018 erneut in Kraft getretene US-Embargo. Aufgrund der Sanktionen Washingtons sind Finanztransaktionen mit dem Iran derzeit so gut wie unmöglich. Der weltweite Zahlungsdienstleister SWIFT, der den privaten Banken gehört, hatte unmittelbar nach dem amerikanischen Sanktionsbeschluss den Iran „vom Netz“ genommen, wie es hieß. Laut SWIFT-Chef war das unvermeidbar: „Sonst können wir die Kunden in den USA nicht halten.“

Die neue europäische Clearingstelle INSTEX soll nun einen Tauschhandel ohne Geldflüsse ermöglichen – ein zaghafter Versuch, unabhängiger von den USA zu werden. Das Projekt kommt allerdings nur schleppend in Gang. Immerhin wurde Ende Juni verkündet, man habe die ersten Transaktionen abgewickelt, im Juli meldete zudem Russland Interesse an einem Beitritt an, was die Europäer prinzipiell begrüßten.

Anfang August wurde schließlich ein neuer Chef vorgestellt. Bernd Erbel, 71 Jahre, Karrierediplomat, sowie ausgewiesener Kenner der Region, übernahm die Leitung von INSTEX. Erbel, der von 2009 bis zu seiner Pensionierung 2013 als deutscher Botschafter in Teheran amtierte, wurde in der Presse als „der Mann, der die Geldströme zwischen Europa und Iran neu verteilt“, angekündigt. Doch schon wenige Tage später, am 8. August intervenierte erst die „WerteInitiative“ eine politisch gut vernetzte Berliner Lobbygruppe, die sich für Israel einsetzt, dann die Bild-Zeitung. Erbel sei untragbar, so das von beiden vorgebrachte Argument, da er vor kurzem „dem Verschwörungspropagandisten und Antisemiten“ Ken Jebsen (O-Ton BILD) ein Interview gegeben habe. In diesem Gespräch hätte sich Erbel zudem kritisch gegenüber Israel geäußert.

Bild hatte das Auswärtige Amt vor Veröffentlichung des Artikels über die Anschuldigungen informiert und konnte nun, unter der Überschrift: „Deutscher Ex-Diplomat stolpert über Skandal-Auftritte“ auch gleich das politische Ergebnis der eigenen Nachfrage vermelden: Die Bundesregierung war eingeknickt. Erbel, so teilte ein Sprecher des Ministeriums dem Blatt mit, werde „aus persönlichen Gründen“ das Amt nicht antreten. Das strittige Interview sei dem Auswärtigen Amt vorher „nicht bekannt“ gewesen, Erbel habe sich darin „nicht als Mitarbeiter des Hauses geäußert“.

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Die USA machen mobil gegen die französische Digitalsteuer

Die Logos von Amazon, Apple, Facebook und Google: Die amerikanischen Grosskonzerne sind von der geplanten französischen Digitalsteuer betroffen. (Bild: Reuters)

Washington zieht Vergeltungsmassnahmen gegen Frankreich in Betracht. Die von der neuen Digitalsteuer betroffenen amerikanischen Firmen verurteilen das französische Projekt zwar, wollen aber von Zöllen und Handelskriegen nichts wissen. Sie setzen auf die OECD und die WTO.

Martin Lanz | Neue Zürcher Zeitung

Im Oktober wird voraussichtlich erstmals die französische Steuer auf digitalen Dienstleistungen fällig, und zwar rückwirkend auf seit dem 1. Januar 2019 erzielten Umsätzen. Die Steuer ist gemeinhin als «GAFA»-Steuer bekannt, weil sie vor allem die amerikanischen Digital-Giganten Google, Apple, Facebook und Amazon treffen wird.

Die amerikanische Regierung und die betroffenen Firmen halten die Steuer für diskriminierend. Bereits am Vorabend der entscheidenden Abstimmung im französischen Parlament am 11. Juli lancierte das Büro des amerikanischen Handelsbeauftragten eine Untersuchung, die zu amerikanischen Vergeltungsmassnahmen gegen Frankreich wie zum Beispiel US-Zöllen auf französischen Waren führen könnte.

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Isla­misten-Ver­fahren stellen deut­sche Gerichte auf die Probe

© DatenschutzStockfoto – stock.adobe.com

Deutsche Gerichte ächzen unter der Last von Verfahren gegen islamistische Terroristen. In Frankfurt befasst sich eine Staatsschutzkammer nur mit Anklagen gegen Islamisten – und sammelt dabei nützliches Wissen für künftige Prozesse.

Legal Tribune Online

Bombenbau und Terrorpropaganda, Folter und Kriegsverbrechen: Wenn sich islamistische Tatverdächtige vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt verantworten müssen, sind die Vorwürfe meist schwer. Seit 2010 gab es nach Angaben einer Gerichtssprecherin 28 entsprechende Anklagen und 25 Urteile. Derzeit laufen drei Verfahren gleichzeitig, unter anderem gegen mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz IS. Sie werden voraussichtlich in den kommenden Wochen abgeschlossen. In einem weiteren sogenannten Zwischenverfahren muss noch über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden werden. 

Damit gehört das Frankfurter Gericht zu jenen, die im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich viele Islamisten-Verfahren bearbeiten. Das ist auch auf den größten deutschen Flughafen in Frankfurt zurückzuführen, über den viele mutmaßliche Islamisten nach Deutschland einreisten. Noch mehr Verfahren gibt es beim OLG Düsseldorf, das für ganz Nordrhein-Westfalen zuständig ist. Auch beim OLG München, zuständig für das gesamte Bundesland Bayern, dürften nach Einschätzung der Gerichtssprecherin noch mehr Verfahren anhängig sein.

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Arktis: Schmelzwasser als CO2-Senke

Einmündung eines Gletscherflusses in den Lake Hazen in der kanadischen Hocharktis. Diese Gewässer nehmen überraschend viel CO2 aus der Luft auf. © Kyra A. St. Pierre

Überraschende Entdeckung: Das Schmelzwasser von Gletschern kann wie ein natürlicher CO2-Schlucker wirken – und dies erstaunlich effektiv. Denn die im Gletscherwasser gelösten Mineralien binden durch ihre Verwitterung viel CO2 und entziehen das Treibhausgas dadurch der Luft, wie Forscher ermittelt haben. Einige Schmelzwasserflüsse in der kanadischen Arktis binden sogar doppelt so viel CO2 pro Tag und Fläche wie der Amazonas-Regenwald.

scinexx

Die meisten Flüsse, Seen und vor allem Stauseen setzen mehr CO2 frei als sie aufnehmen. Ursache dafür ist ein hoher Gehalt an organischer Substanz und verrottendem Pflanzenmaterial. Schätzungen zufolge entspricht die CO2-Emission der weltweiten Binnengewässer etwa rund zehn Prozent des CO2-Ausstoßes durch fossile Brennstoffe.

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Kritik an Seehofers Abschiebe-Forderung für syrische Heimaturlauber

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) stößt mit seiner Forderung nach einer Abschiebung von syrischen Heimaturlaubern auf Kritik.

evangelisch.de

„Insgesamt dürfte sich das Phänomen in engen Grenzen halten, da den Flüchtlingen bewusst ist, dass sie ihren Schutzstatus dadurch verlieren“, sagte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (online). Nach Informationen aus der Flüchtlingsarbeit der Diakonie gebe es lediglich einzelne Fälle von Flüchtlingen, die nach Syrien reisen.

„Sie tun dies etwa, um den Entzug ihrer Häuser durch das Assad-Regime zu verhindern oder nahen Angehörigen in lebensbedrohlichen Situationen beizustehen, zum Beispiel im Sterben liegenden Eltern“, erklärte die Diakonie. Die Betroffenen gefährdeten mit diesen Reisen ihren Flüchtlingsstatus.

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So war die US-Kirche in den Sklavenhandel verstrickt

Bild: ©KNA

Vor 400 Jahren begann die Sklaverei. Sie gilt als die Ursünde Amerikas. Ihre Folgen vergiften noch heute das Miteinander. Nicht nur die ersten Präsidenten des Landes besaßen Sklaven. Auch Priester, Bischöfe und Orden haben sich schuldig gemacht.

Christiane Laudage | katholisch.de

Sonntagmorgen, elf Uhr – in dieser Stunde manifestiere sich die größte Trennung des christlichen Amerika. Das beobachtete Anfang der 1960er Jahre US-Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. Denn um diese Uhrzeit gingen und gehen die Menschen in die Kirche. Damals wie heute bevorzugen nicht nur Katholiken, sondern auch Protestanten den Gottesdienstbesuch in einer Gemeinde mit Menschen eines ähnlichen sozialen und ökonomischen Status. Noch immer ist die Gemeindezugehörigkeit auch massiv von der Hautfarbe bestimmt.

Bischöfe und Orden handelten mit Sklaven

Im 21. Jahrhundert hat die katholische Kirche in den USA nicht nur den Kampf gegen den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen aufgenommen. Ähnlich wichtig ist den Bischöfen heute der Kampf gegen Rassismus. Denn sie wissen, dass Priester, Bischöfe und Ordensgemeinschaften in früheren Jahrhunderten nicht nur Sklaven besessen haben, sondern auch aktiv in den Sklavenhandel verwickelt waren.

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„Antichristliche Anti-Werte“: Die Homophobie der polnischen Kirche

Ein Demonstrant protestiert im zentralpolnischen Plock gegen eine Gay-Pride-Kundgebung.Foto: Wojtek Radwanski/AFP

Vor den Parlamentswahlen in Polen macht die katholische Kirche mobil. Vor allem die Verfechter von LGBTI-Rechten stehen im Zentrum der Politik.

Agata Palickova | DER TAGESSPIEGEL

Die Rhetorik von Mitgliedern der katholischen Kirche gegen Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle (LGBTI) wird in Polen und anderen östlichen EU-Ländern immer aggressiver. So haben diverse Priester die Bewegung für LGBTI-Rechte mit der Pest verglichen und sie als „Ideologie“ mit „totalitären Merkmalen“ bezeichnet.

In den zurückliegenden Wochen standen LGBTI-Themen in Polen, das am 13. Oktober ein neues Parlament wählt, ganz oben auf der Tagesordnung. Auch aus den anderen Visegrád-Ländern Ungarn, Slowakei und der Tschechischen Republik kamen kritische Töne zur LGBTI-Bewegung.

Familienpolitik und traditionelle Werte waren schon immer ein wichtiges Thema für die rechtskonservative Regierung Polens. Zwei Monate vor den Parlamentswahlen haben führende Politikerinnen und Politiker der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) sowie katholische Priester eine neue Kampagne mit Anschuldigungen und Mahnungen gestartet. Damit wollen sie offenbar Angst unter den Wählern schüren. So wurden sexuelle Minderheiten in öffentlichen Reden verteufelt, das rechte Magazin „Gazeta Polska“ verbreitete Aufkleber, die „LGBTI-freie Zonen“ deklarieren, und es gab diverse Angriffe auf Pride-Paraden, beispielsweise im ostpolnischen Bialystok.

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Darwin Was a Slacker and You Should Be Too

Photocollages by Hannah K. Lee

Many famous scientists have something in common—they didn’t work long hours.

By Alex Soojung-Kim Pang | NAUTILUS

When you examine the lives of history’s most creative figures, you are immediately confronted with a paradox: They organize their lives around their work, but not their days.

Figures as different as Charles Dickens, Henri Poincaré, and Ingmar Bergman, working in disparate fields in different times, all shared a passion for their work, a terrific ambition to succeed, and an almost superhuman capacity to focus. Yet when you look closely at their daily lives, they only spent a few hours a day doing what we would recognize as their most important work. The rest of the time, they were hiking mountains, taking naps, going on walks with friends, or just sitting and thinking. Their creativity and productivity, in other words, were not the result of endless hours of toil. Their towering creative achievements result from modest “working” hours.

How did they manage to be so accomplished? Can a generation raised to believe that 80-hour workweeks are necessary for success learn something from the lives of the people who laid the foundations of chaos theory and topology or wrote Great Expectations?

I think we can. If some of history’s greatest figures didn’t put in immensely long hours, maybe the key to unlocking the secret of their creativity lies in understanding not just how they labored but how they rested, and how the two relate.

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Empfindliche Treffer auf einem saudi-arabischen Ölfeld

Drohne Sammad 3. Propagandabild

Drohnen der Huthis erreichen das 1.000 Kilometer entfernte Schaiba-Ölfeld und lösen Alarm aus. Für Beobachter ist das eine entscheidende Entwicklung im Jemen-Krieg

Thomas Pany | TELEPOLIS

Das Schaiba-Ölfeld im Osten Saudi-Arabiens in der Nähe der Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten wird in der Internet-Enzyklopädie als „super giant“ beschrieben. Der saudi-arabische Energieminister Khalid al-Falih stellt den Angriff am Wochenende auf das Ölfeld als Vorhaben dar, die globale Ölversorgung zu sabotieren.

Am vergangenen Samstagmorgen landeten Drohnen, die von Huthis (häufig: Houthis) abgeschossen wurden, auf dem Ölfeld und entzündeten dort ein Feuer. Andere Quelle sprechen von zwei Feuern, die angeblich erst nach einigen Stunden von der saudischen Feuerwehr gelöscht werden konnten.

Wie immer im Krieg gibt es unterschiedliche Darstellungen, doch die Bemerkung des saudischen Energieministers deutet an, dass der Angriff ein empfindliches Ziel hatte. Die saudische Ölgesellschaft Aramco stuft ihn, wahrscheinlich auch um Märkte nicht nervös zu machen, als geringfügig ein: Es sei ein begrenztes Feuer gewesen, das auf der Anlage zur Verflüssigung von Erdgas entbrannte und schnell unter Kontrolle gebracht worden sei; kein Mensch sei verletzt worden, die Ölförderung von Saudi Aramco sei nicht unterbrochen worden. Nach Darstellung des Huthi-TV-Senders al-Masirah TV wurde eine Raffinierie und ein Öllager getroffen.

In Schaiba (englisch transkribiert: Shaybah) wird laut al-Jazeera täglich etwa eine Million Fässer Rohöl produziert (manche sprechen von einer Lagerkapazität von einer Million Barrel Rohöl). Derzeit würde das ungefähr einem Zehntel der täglichen Produktion in Saudi-Arabien entsprechen. Grund zu Beunruhigung aus Sicht des Königreiches gibt aber eine andere Zahl.

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Der Brexit soll die Personen-Freizügigkeit unmittelbar beenden

Wer nicht britischer Staatsbürger ist, den erwarten ab 31. Oktober genauere Kontrollen bei der Einreise. – APA/AFP/JUSTIN TALLIS

Der neue Premier Boris Johnson verfolgt einen restriktiveren Kurs als seine Vorgängerin May. Er sieht keine Übergangsperiode mehr vor und erhöht den Druck auf die EU.

Die Presse

Die britische Regierung will die Personen-Freizügigkeit für EU-Bürger unmittelbar nach dem Brexit abschaffen. Die Freizügigkeit werde „am 31. Oktober“ enden, sagte eine Regierungssprecherin am Montag. Die neue Regierung unter Premierminister Boris Johnson verfolgt damit einen restriktiveren Kurs als die vorherige Regierung unter seiner Parteikollegin Theresa May, die bei der Personen-Freizügigkeit eine „Übergangsperiode“ vorgesehen hatte.

Die Einzelheiten des Einreiserechts für die Zeit nach dem Brexit stehen noch nicht fest. Die Regierungssprecherin sagte aber nun, es werde „härtere Regelungen“ in Fragen der Kriminalität geben. Außerdem erinnerte sie daran, dass Johnson für die Einführung eines Punkte-Systems nach australischem Muster sei, um die Einwanderungswilligen nach ihren Fähigkeiten zu beurteilen. Darüber hinaus hatte Johnson Anfang August gesagt, er wolle für die „besten Köpfe“ ein System zur beschleunigten Visa-Vergabe einführen.

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Kinderärzte: Mobbing häufiger Grund fürs Schuleschwänzen

Kinder- und Jugendärzte sehen Mobbing als einen zentralen Grund fürs Schulschwänzen. „Wir erfahren bei unseren Vorsorgeuntersuchungen vor allem, wie sehr manche Kinder und Jugendliche von ihren Mitschülern gemobbt werden“, erklärte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte am Montag in Düsseldorf.

evangelisch.de

Oft erzählten die jungen Betroffenen bei den Medizinern zum ersten Mal von ihrem Leid. Viele wagten es nicht, sich ihren Eltern und Lehrern anzuvertrauen.

„Mobbing ist nach unserer Erfahrung ein wichtiger Grund, die Schule zu meiden“, erklärte der Berufsverband. Dabei spielten soziale Netzwerke mit Verleumdungen und kompromittierenden Fotos eine wichtige Rolle. Auch häusliche Probleme wie etwa eine Trennung oder Dauerstreit der Eltern sowie mangelndes Interesse für den Schulalltag fielen ins Gewicht, erklärte Pressesprecher Josef Kahl. Hier müsse dringend gegengesteuert werden, am besten bevor Mädchen und Jungen einzelne Schulstunden, später ganze Tage und Wochen schwänzten oder gar irgendwann die Schule abbrächen.

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Bald tragbare Elektronik aus Nylon?

Nylon könnte in Zukunft einen wichtigen Baustein für flexible und transparente elektronische Schaltungen bilden. © MPI-P

Nach 40 Jahren endlich geschafft: Forscher haben erstmals ultradünne Nylonschichten mit elektronisch nutzbaren Eigenschaften erzeugt – sogenanntes ferroelektrisches Nylon. Diese nur wenige hundert Nanometer dicken Polymerschichten ermöglichen dünne, transparente Elektronik wie Transistoren, Dioden oder Mikrokondensatoren. Das neue Herstellungsverfahren für solche Nylon-Elektronik eröffnet nun konkrete Anwendungsmöglichkeiten.

scinexx

Der Trend geht zur tragbaren, flexiblen Elektronik – sei es in Form von biegsamen Displays, dehnbaren Solarzellen oder in Kleidung eingewebten Leuchtdioden. Auch flexible, als Pflaster tragbare Sensoren haben Forscher schon in verschiedenen Varianten entwickelt. Die meisten dieser elektronischen Helfer basieren auf Komponenten aus klassischen Materialien wie Metallelektroden, die zu extrem feinen Drähten verarbeitet sind.

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Polens Apostel brauchen Dumme und raten notfalls zur Abmeldung vom Sexualkundeunterricht

Polens katholische Bischöfe raten Eltern zur Abmeldung ihrer Kinder vom Sexualkundeunterricht – wenn dessen Inhalt dem „Wertesystem widerspricht“. Die Bischofskonferenz veröffentlichte an diesem Montag eine entsprechende Erklärung.

DOMRADIO.DE

Diese erarbeitete der Vorsitzende der Erziehungskommission, Weihbischof Marek Mendyk. Titel des Schreibens: „Stoppt die moralische Zersetzung bei Kindern und Jugendlichen!“ Mendyk wendet sich darin gegen den von etlichen Kommunen in ihren Schulen geplanten Sexualkundeunterricht und die „sogenannte Erziehung gegen Diskriminierung“.

Besonders der Warschauer Bürgermeister Rafal Trzaskowski macht sich für die Belange von Schwulen und Lesben stark. Der linksliberale Politiker unterschrieb im Februar eine Charta für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen (LGBT) und fordert eine entsprechende Aufklärung von Schülern.

Mendyk betont dagegen, ohne die ausdrückliche Zustimmung der Eltern könnten Schüler nicht an einem Unterricht teilnehmen, der vom staatlichen Lehrplan abweiche. Welche Inhalte die Kirche konkret ablehne, sagte er nicht.

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Deutschland holt erstmals IS-Waisenkinder aus Syrien zurück

Deutschland holt erstmals Kinder von deutschen IS-Anhängern in die Bundesrepublik zurück. An der Grenze zwischen Syrien und Irak wurden nach Angaben einer Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag vier Kinder an Mitarbeiter des deutschen Generalkonsulats in Erbil übergeben.

Neue Zürcher Zeitung

Die Kinder hatten nach dem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien im Flüchtlingslager al-Hol gelebt. Es handele sich um drei Waisen und ein krankes Baby, sagte Abdel Karim Omar, Sprecher der kurdischen Behörden in Syrien, der Deutschen Presse-Agentur.

Nach dpa-Informationen sollten die drei Waisenkinder und das kranke Mädchen in Begleitung ihrer Grosseltern von Erbil nach Deutschland fliegen. Die Mutter des kranken Kindes lebt demnach noch mit weiteren Kindern in al-Hol.

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Offener Brief übt scharfe Kritik am Wiederaufbau der Garnisonkirche

NS-Propagandakarte, Kunstverlag Wentz & Co. 1933

Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche zählt zu den umstrittensten Bauprojekten in Deutschland. Jetzt flammt neuer Widerstand auf: Ein Offener Brief an den Bundespräsidenten fordert drei konkrete Änderungen am Projekt.

katholisch.de

Mehr als 100 Künstler, Wissenschaftler, Architekten und Kirchenvertreter fordern in einem Offenen Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Nachbesserungen beim Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche. Die bisherige „Abgrenzung nach rechts“ bleibe „unzureichend und das vermittelte Geschichtsbild ausgesprochen problematisch“, heißt es in der am Montag online veröffentlichten Stellungnahme.

Zu den Unterzeichnern gehören der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik, der evangelische Pfarrer und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer, der Galerist Kasper König sowie die Architekten Matthias Sauerbruch und Philipp Oswalt.

Sie fordern drei Veränderungen an dem bereits begonnenen Projekt. So soll das 1991 gestiftete Glockenspiel mit seinen „revisionistischen, rechtsradikalen und militaristischen Widmungen“ abgerissen werden. Zudem verlangen die Unterzeichner den „Verzicht auf die Nachbildung jeglichen Waffenschmucks bei der Rekonstruktion des Gebäudes“. Außerdem sei eine veränderte Trägerschaft des Projekts sinnvoll, „welche nicht die Einheit von Kirche, Staat und Militär wiederbelebt.

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