„Antichristliche Anti-Werte“: Die Homophobie der polnischen Kirche


Ein Demonstrant protestiert im zentralpolnischen Plock gegen eine Gay-Pride-Kundgebung.Foto: Wojtek Radwanski/AFP

Vor den Parlamentswahlen in Polen macht die katholische Kirche mobil. Vor allem die Verfechter von LGBTI-Rechten stehen im Zentrum der Politik.

Agata Palickova | DER TAGESSPIEGEL

Die Rhetorik von Mitgliedern der katholischen Kirche gegen Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle (LGBTI) wird in Polen und anderen östlichen EU-Ländern immer aggressiver. So haben diverse Priester die Bewegung für LGBTI-Rechte mit der Pest verglichen und sie als „Ideologie“ mit „totalitären Merkmalen“ bezeichnet.

In den zurückliegenden Wochen standen LGBTI-Themen in Polen, das am 13. Oktober ein neues Parlament wählt, ganz oben auf der Tagesordnung. Auch aus den anderen Visegrád-Ländern Ungarn, Slowakei und der Tschechischen Republik kamen kritische Töne zur LGBTI-Bewegung.

Familienpolitik und traditionelle Werte waren schon immer ein wichtiges Thema für die rechtskonservative Regierung Polens. Zwei Monate vor den Parlamentswahlen haben führende Politikerinnen und Politiker der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) sowie katholische Priester eine neue Kampagne mit Anschuldigungen und Mahnungen gestartet. Damit wollen sie offenbar Angst unter den Wählern schüren. So wurden sexuelle Minderheiten in öffentlichen Reden verteufelt, das rechte Magazin „Gazeta Polska“ verbreitete Aufkleber, die „LGBTI-freie Zonen“ deklarieren, und es gab diverse Angriffe auf Pride-Paraden, beispielsweise im ostpolnischen Bialystok.

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