Evolutionstheorie: Nur selten Thema in der Lehrerausbildung


Im Sachunterricht der Grundschulen sollen unter anderem naturwissenschaftliche Phänomene vermittelt und erklärt werden. Die Evolutionstheorie ist bisher sehr selten Teil des Schulcurriculums. 

Helge Brunswig | hpd.de

Eine Analyse der Modulhandbücher1 deutscher Hochschulen zeigt nun, dass sie oft selbst in der Ausbildung der angehenden Lehrkräfte fehlt, obwohl sie von zentraler Bedeutung für das Verständnis aller Prozesse in der belebten Natur ist. Der Vergleich des Umgangs deutscher Hochschulen mit dem Thema Evolution zeigt große Unterschiede und Überraschungen. 

„Nichts in der Biologie ergibt Sinn, außer im Lichte der Evolution“ (Dobzhansky)

Die Bedeutung der Evolution hat in der Wissenschaft stetig zugenommen. Die Evolutionstheorie wird in Deutschland meist erst ab der achten Klasse unterrichtet, obwohl biologiedidaktische Studien nahelegen, dass Evolution schon ab der Grundschule unterrichtet werden kann und sollte. Die Bereitschaft, die Evolution als Erklärung für die Artenentstehung und -vielfalt anzuerkennen, hängt von Faktoren wie Bildungsgrad und Religiosität ab. Nicht überraschend: ungebildete, stark religiöse Menschen wissen weniger über die Evolution und sind seltener bereit sie anzuerkennen. Im Gegensatz zur Evolution wird der christliche Schöpfungsmythos in jedem Bundesland in Deutschland behandelt. 

Dass das Evolutionswissen mit der Evolutionsakzeptanz zusammenhängt, zeigt sich sowohl an Schülerbefragungen als auch an Lehrerstudien. Grundschullehrkräfte haben schlechtere Ergebnisse bei Evolutionsakzeptanz und Evolutionswissen erzielen können als ihre Gymnasialkollegen. Dies liegt vor allem in der unterschiedlichen Ausbildung begründet.

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