Der Seddiner See ist ein Zeugnis der Klimakrise


Seddiner See in Brandenburg.Foto: Sebastian Gabsch/PNN

Der Wasserspiegel eines Brandenburger Sees sinkt immer weiter – und der Mensch ist daran schuld. Ein Kommentar.

Peter von Becker | DER TAGESSPIEGEL

Brandenburgs Landeshauptstadt hat für sich gerade den „Klimanotstand“ erklärt. In Berlin übergab eine Volksinitiative am Dienstag im Abgeordnetenhaus rund 43.500 Unterschriften von Menschen, die das auch für Berlin wollen. In den USA haben ihren „climate emergency“ schon 18 Städte gemeldet, darunter New York und San Francisco, in Südamerika versteht sich ganz Argentinien als Klimanotstandsgebiet. Konstanz hatte Anfang Mai als erste deutsche Kommune mit diesem Aus- und Hilferuf begonnen, weil unter anderem der Wasserspiegel des Bodensees während der beiden Trockenjahre 2018/19 erheblich gesunken ist. Bisher sind knapp 50 Gemeinden in Deutschland dem Konstanzer Beispiel gefolgt, unter ihnen auch die einstige Bundeshauptstadt Bonn.

Ein Schauspieler mit Namen Jonathan Berlin hat derweil eine Petition beim Bundestag eingereicht, um den Klimanotstand für die ganze Republik auszurufen. Bei einigen Aktivisten läuft da wohl auch ein Hype. Als sei das neue K-Wort irgendwie cool. Als würde die Erklärung allein schon ein erstes Rettungszeichen bedeuten.

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