B16 sucht seinen Gott im Missbrauchsskandal


Im April hatte Benedikt XVI. die 68er und die Gottlosigkeit der Gesellschaft für den Missbrauch in der Kirche verantwortlich gemacht. Dafür erntete er teils scharfe Kritik – die in seinen Augen jedoch am Kern seiner Argumentation vorbeigeht.

katholisch.de

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat Kritik an den Reaktionen auf seinen Aufsatz zur Missbrauchskrise in der katholischen Kirche geübt. „Soweit ich sehen kann, erscheint in den meisten Reaktionen auf meinen Beitrag Gott überhaupt nicht, und damit wird genau das nicht besprochen, was ich als Kernpunkt der Frage herausstellen wollte“, schreibt er in einem kurzen Beitrag für die „Herder Korrespondenz“ (September-Ausgabe).

Benedikt hatte im April 2019 einen Beitrag mit dem Titel „Die Kirche und der Skandal des sexuellen Missbrauchs“ veröffentlicht. Darin benannte er die Gottlosigkeit in der Gesellschaft sowie eine Entfremdung vom Glauben, die sich seit den 1960er Jahren auch in einer Abkehr von der katholischen Sexualmoral breitgemacht habe, als Hauptursachen für sexuellen Missbrauch. Teile der Kirche seien „wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft“ gewesen. Auch in der Theologie, in der Priesterausbildung und in der Auswahl von Bischöfen hätte dies fatale Folgen gehabt.

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