Obdachlosigkeit im Sommer ist nicht weniger dramatisch als im Winter


Obdachlose sind der Hitze und dem Wassermangel im Sommer oft schutzlos ausgesetzt
© Srdjan Randjelovic (shutterstock)

Bei sommerlichen Temperaturen könnten Obdachlose draußen schlafen, würden nicht erfrieren und hätten es deshalb leichter als im Winter, denken viele. Tatsächlich aber ist die Situation nicht weniger dramatisch als in der kalten Jahreszeit.

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Wer wissen will, wie Obdachlosigkeit riecht, der ist an der Bahnhofsmission am Berliner Zoo richtig: Während oben eine S-Bahn über die Gleise rattert, stinkt es unten nach Urin, Erbrochenem, Schweiß, nach menschlichen Ausscheidungen und altem Bier. Die Menschen, die auf diesem Straßenabschnitt heimisch sind, werden bei einem Blick um die Ecke sichtbar. Viele warten vor der Einrichtung der Berliner Stadtmission auf Einlass, um sich mit Nahrung und Wasser zu versorgen oder endlich mal wieder duschen zu können.

Wer glaubt, dass Obdachlosigkeit vor allem im Winter ein Problem ist, der täuscht sich. „Obdachlosigkeit ist 365 Tage im Jahr dramatisch“, sagt Lutz Müller-Bohlen, der mit einem Bus der Karuna Sozialgenossenschaft in Berlin unterwegs ist und Wasser an die Straßenbewohner ausgibt. Nicht nur klirrende Kälte lässt Menschen ohne Obdach leiden, sondern auch die Glut der Sonne – der Obdachlose im Sommer oftmals schutzlos ausgeliefert sind. Starke Verbrennungen, Parasiten, Wassermangel und Verletzungen – die Liste der Probleme ist lang.

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