Sonneborn: „Ich umgebe mich nicht mit Losern“


Martin Sonneborn und Parlamentspräsident Tajani. Bild: Samuel Groesch

Das Sommer-Interview mit dem PARTEI-Chef

Markus Kompa | TELEPOLIS

Herr Sonneborn, haben Sie sich gut von der Europawahl erholt?

Martin Sonneborn: Ja, vielen Dank der Nachfrage. Aber wir stehen ja schon wieder mitten im Wahlkampf. Gerade haben Polizei und Verwaltungsmitarbeiter in Bautzen, Plauen, Meerane, Glauchau einfach mal unsere Wahlplakate abhängen lassen. Und nach juristischem Einspruch wieder aufhängen müssen. Sachen gibt’s in Sachsen …

Sie haben sich erneut keiner Fraktion im Europaparlament angeschlossen. Lieber nicht regieren, als falsch regieren?

Martin Sonneborn: Smiley. Yep, hab ich von Christian Lindner gelernt, einem gescheiterten Unternehmer, der eine ähnliche Spaßpartei führt wie ich. Ich hoffe, wir machen anschließend nicht eine ähnlich desaströse Phase durch wie die Marktradikalinskis von der FDP. Tatsächlich aber kann ich leichter das Zünglein an der Waage spielen, wenn ich unabhängig bin. Es deuten sich schon wieder knappe Entscheidungen an.

„Die SPD-Strukturen sind nicht reparabel“

Die SPD wurde kürzlich im Bund bei 11,5 % gesehen und beklagt einen Verschleiß an Vorsitzenden. Haben Sie schon einmal über eine feindliche Übernahme nachgedacht?

Martin Sonneborn: 11,5? Immerhin. Trotzdem, klares Nein. Die SPD-Strukturen sind nicht reparabel und würden uns das Momentum nehmen. Wenn Olaf Scholz, angeblich Sozialdemokrat, Vorsitzender wird, hat sich die Sache eh erledigt. Wir haben kürzlich den Film Hamburger Gitter im EU-Parlament gezeigt. Dass Scholz – „Polizeigewalt hat es nicht gegeben!“ – nach dem G20-Treffen in Hamburg nicht zurückgetreten ist, ist schon beeindruckend.

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