Bayerisches Rotes Kreuz: Blutspendedienst übermittelte heikle Daten an Facebook


Foto: Arno Burgi. Der Blutspendedienst des BRK sammelt Blutspenden – und verteilt dabei allem Anschein nach auch Daten
  • Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes hat gesundheitsbezogene Daten möglicher Spender an Facebook gesendet, darunter intime Angaben zu HIV-Infektionen, Schwangerschaften, Drogenkonsum oder Diabetes.
  • Die Daten der Blutspender wurden monatelang bei einem „Vorcheck“ auf der Webseite des Dienstes erfasst.
  • Die Daten dürften für Facebook interessant sein, um Internet-Nutzern Werbung passgenauer auszuspielen.
  • Der Blutspendedienst hat die Übertragung der Daten nun abgeschaltet.

Matthias Eberl | Süddeutsche Zeitung

Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes hat intime Daten möglicher Spender an Facebook gesendet. Zu den Angaben zählen Aussagen über HIV-Infektion, Schwangerschaft, Drogenkonsum oder Diabetes der Betroffenen. Das ergab eine technische Analyse der Webseite des Dienstes durch die Süddeutsche Zeitung. Die Daten könnten nun bei Facebook profilbezogen gespeichert sein, das heißt: Sie könnten dazu beitragen, die Nutzer bestimmten Werbezielgruppen zuzuordnen.

Der Fall zeigt, wie sorglos der Programmiercode von Facebook in äußerst sensiblen Bereichen eingesetzt wird und Organisationen dadurch Gefahr laufen, Datenschutzpflichten zu missachten. Da die Daten teils personenbezogen sind, könnte dem Unternehmen ein Bußgeld nach der Datenschutz-Grundverordnung drohen.

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2 Comments

  1. Das kommt davon, wenn man sich wie im Freistaat Bayern um alle Welt bewegenden Dinge kümmert, nur nicht um das was im Bundesland sehr nahe liegt. Die Bundespolizei soll auf Weisung des Bundesinnenministeriums übrigens Daten der BodyCams beim AWS (AmazonWebService) speichern, weil eigene Server fehlen.

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