Damit Priester nicht zu Missbrauchstätern werden


Die MHG-Studie warnte im vergangenen Jahr, dass sich Priester zu wenig mit ihrer eigenen Sexualität auseinandersetzen würden. So werde Missbrauch gefördert. Um sexuelle Übergriffe zu verhindern hat das Recollectio-Haus in Münsterschwarzach nun einen besonderen Kurs für Priester konzipiert.

Roland Müller | katholisch.de

Die Zahlen der im vergangenen Jahr veröffentlichten Missbrauchsstudie waren schockierend: Kirchliche Akten der deutschen Bistümer aus den Jahren 1946 bis 2014 enthielten Hinweise auf 3.677 Kinder und Jugendliche, die Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Ihnen gegenüber stehen rund 1.670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute. Doch die Dunkelziffer dürfte auf beiden Seiten wesentlich höher liegen, heißt es in der Untersuchung. Als Gründe für die kirchliche Missbrauchskrise führen die Forscher vor allem zwei Punkte an: Klerikalismus und die katholische Sexualmoral. Sie bemängeln zudem, dass sich gerade die zölibatär lebenden Priester zu wenig mit der eigenen Sexualität auseinandersetzen.

Um das zu ändern und damit Missbrauch vorzubeugen, hat das Recollectio-Haus der Abtei Münsterschwarzach ein neues Angebot geschaffen. Der Kurs „Stärkung der Annahme meines Menschseins“ richtet sich explizit an Diözesan- und Ordenspriester und will ihnen dabei helfen, sich der eigenen emotionalen und sexuellen Bedürfnisse besser bewusst zu werden. „So wollen wir verhindern, dass Priester Missbrauch begehen“, sagt Pater Anselm Grün, der den sechswöchigen Kurs geistlich begleitet.

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