Globale Feiglingsspieler grillieren unseren Planeten


Wer gibt zuerst nach? Der brasilianische Präsident Bolsonaro lockert den Schutz der Regenwälder – und spielt damit das Feiglingsspiel nicht nur gegen den Planeten, sondern gegen ein internationales System, das von der Annahme ausging, die globale Erwärmung könne durch freiwillige Übereinkommen zwischen souveränen Staaten beeinflusst werden. (Bild: Ueslei Marcelino / Reuters)

Von Trumps Handelskriegen bis zum Inferno Brasiliens steht die Welt an der Kante. Was genau geschieht da?

Niall Ferguson | Neue Zürcher Zeitung

«Hey, Torero! . . . Wir rasen auf die Klippe zu, und der Erste, der rausspringt, ist ein Feigling. In Ordnung?» In «. . . denn sie wissen nicht, was sie tun» spielen Jim (James Dean) und Buzz (Corey Allen) das berühmteste Feiglingsspiel (englisch «chicken game») in der Geschichte Hollywoods. Sie steuern in Kalifornien ihre Rostlauben mit Vollgas auf eine Klippe zu. Jim springt im letzten Augenblick hinaus. Buzz, dessen Ärmel sich im Türgriff verfängt, stürzt in den Tod.

Derzeit werden allenthalben Feiglingsspiele gespielt. Tatsächlich hat man allmählich das Gefühl, als führe die ganze Welt ein extremes Feiglingsspiel mit mehreren Teilnehmern auf.

Boris Johnsons Trips nach Berlin und Paris in der letzten Woche waren eindeutig Teil eines diplomatischen Feiglingsspiels. Der britische Premierminister wiederholte seine Bereitschaft, über die Klippe eines Brexits ohne Abkommen zu springen, wenn die EU nicht bereit ist, den Backstop für Irland fallenzulassen.

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