Wie Brandenburgs AfD-Chef Wahlkampf macht: Die Methode Kalbitz


AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz.Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS

Rechtes Netzwerk, autoritäre Haltung: Der brandenburgische AfD-Chef Kalbitz will die Landtagswahl gewinnen. Unterwegs mit einem, der Brandenburg entzweit.

Maria Fiedler | DER TAGESSPIEGEL

Andreas Kalbitz schaut sich den Tumult eine Weile interessiert an. Brandenburgs AfD-Spitzenkandidat sitzt beim Stammtisch in Königs Wusterhausen am Kopf einer U-förmigen Tafel, es ist heiß hier im Hinterzimmer eines Wirtshauses, in der Ecke bläst hilflos ein kleiner Ventilator. Und jetzt gibt es Streit unter den Anwesenden.

Ein massiger Mann ist aufgestanden, offenbar nicht ganz überzeugt von der AfD. Er sagt: „Ich bin viel in der Welt unterwegs, überall sind die Leute unzufrieden. Wir müssen doch auch in Deutschland mal die Dinge sehen, die positiv sind.“ Eine ältere Frau unterbricht ihn, Frust liegt in ihrer Stimme: „Sagen Sie doch mal einen Punkt, der gut ist im Osten.“ Es entspinnt sich ein Wortgefecht, mehrere Männer mischen sich ein, es wird laut.

Da erhebt sich Spitzenkandidat Kalbitz – weißes Hemd, Glatze, kleine silberne Brille. Er versucht es mit einem leichten Lächeln. „So, jetzt atmen alle mal tief durch. Entspannen sich ein bisschen.“ Die Frau ruft nochmal: „Nur einen Punkt!“ Kalbitz reicht es, das Lächeln ist verschwunden. „Jetzt habe ich das Kommando, sonst keiner“, dröhnt er.

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