«Pharaonische» Beschneidung: Die Vagina zugenäht und vor der Hochzeit aufgeschnitten


Nirgendwo werden so viele Mädchen beschnitten wie in Somalia. (Bild: Dominic Nahr)

In Somalia ist die «pharaonische» Beschneidung noch heute üblich. Nach dem brutalen Eingriff werden den Mädchen die Beine zusammengebunden, damit die Schamlippen zusammenwachsen. Doch die Zahl derer, die das nicht hinnehmen wollen, wächst.

David Signer | Neue Zürcher Zeitung

Als Maryan letztes Jahr beschnitten wurde, war sie sechs. Sie wäre um ein Haar gestorben. Eigentlich wollten die Eltern, dass ihr «nur» die Schamlippen und die Klitoris entfernt werden. Aber die Beschneiderin nützte die Abwesenheit der Eltern aus und nahm die sogenannte «pharaonische» Beschneidung vor, bei der die aufgeschnittenen Schamlippen anschliessend zusammengenäht werden. Dabei schnitt sie zu tief, es kam zu einer schweren Blutung.

Sie verabreichte Maryan eine Spritze, so unsteril wie die Rasierklinge, mit der sie sie vorher beschnitten hatte. Die herbeigerufene Mutter wollte Maryan ins Spital bringen, die Beschneiderin war dagegen. Schliesslich schaffte sie es doch noch, in letzter Minute. Die Ärzte brauchten sechs Stunden, um die Blutung zu stillen. Maryan blieb einen Monat im Spital und musste vier Operationen über sich ergehen lassen.

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