Die Polizei soll aus einer DNA-Spur auf das Aussehen des Täters schliessen dürfen


Forensiker sichern Spuren nach einem Mordfall. In Zukunft sollen sie daraus Merkmale wie das Alter oder die Hautfarbe des Täters ableiten können. (Bild: Francesca Agosta / TI-Press / Keystone)

Aus DNA-Spuren lassen sich Haut- oder Augenfarbe einer Person herauslesen. Künftig soll die Polizei dies für Fahndungen nutzen können – obwohl die Methode fehleranfällig ist.

Larissa Rhyn | Neue Zürcher Zeitung

Wenn die Ermittler an einem Tatort DNA-Spuren sicherstellen, beispielsweise aus einem Blutstropfen, dürfen sie heute daraus nur ein persönliches Merkmal bestimmen: das Geschlecht. Dabei wäre es möglich, aus der DNA auch auf Haar-, Haut- oder Augenfarbe sowie auf das Alter und die biogeografische Herkunft des Täters zu schliessen. Das könnte der Polizei helfen, ein Verbrechen aufzuklären, wenn die Ermittlungen sonst ins Leere laufen.

Nun will der Bundesrat diese «ermittlungstechnische Lücke» schliessen und den Strafverfolgern die sogenannte Phänotypisierung künftig erlauben, wie er am Mittwoch mitgeteilt hat. Ein vollständiges Phantombild könne man zwar nicht erstellen, sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter vor den Medien. Zusammen mit weiteren Ermittlungsergebnissen sei es aber möglich, ein schärferes Bild der gesuchten Person zu erhalten. Damit könne die Phänotypisierung helfen, Täter zu überführen und Unschuldige zu entlasten.

weiterlesen