Ein Computer aus Kohlenstoffnanoröhren sagt Hallo


Der Chip mit den Kohlenstoffnanoröhren ist nur 7 x 7 Millimeter gross. Umgeben ist er von den elektrischen Anschlüssen. (Bild: Max Shulaker / MIT)

Seit Jahren wird Mikroprozessoren aus Silizium das Ende prophezeit. Und seit Jahren gelten Prozessoren aus Kohlenstoffnanoröhren als mögliche Nachfolger. Jetzt gibt es erstmals einen ernstzunehmenden Prototyp.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

«Hello, World! I am RV16XNano, made from CNTs.» Mit diesen Worten macht ein neuartiger Computer auf sich aufmerksam, den Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) diese Woche in der Fachzeitschrift «Nature» vorgestellt haben. Der Computer ist zwar noch kein Ausbund an Schnelligkeit. Er befindet sich auf einem ähnlichen Entwicklungsstand wie der legendäre 386er von Intel aus dem Jahr 1985. Trotzdem könnte er wegweisend sein. Denn die 14 000 Transistoren des Mikroprozessors bestehen nicht wie üblich aus Silizium. Es sind vielmehr Nanoröhren aus Kohlenstoff (Carbon Nanotubes, CNT), die den elektrischen Strom schalten und dem Computer Beine machen.

Seit Jahrzehnten ist Silizium in der Halbleiterindustrie das Material der Wahl. Doch mit der zunehmenden Miniaturisierung der Schaltkreise wird es in absehbarer Zeit an seine Grenzen stossen. Deshalb suchen Forscher schon seit längerem nach einem Halbleiter, der einmal das Erbe von Silizium antreten könnte.

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