Sind Erdogans Invasionspläne in Nordsyrien gescheitert?


Explosion beim türkischen Beobachtungsposten Morek in Idlib. Bild: ANF

Kommentar: Bei den Verhandlungen über die Sicherheitszone östlich des Euphrat läuft es nicht nach Erdogans Plan

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die kurdischen Einheiten der Syrian Democratic Forces (SDF) haben mit dem Rückzug von der türkischen Grenze begonnen. Lokale Militärräte werden von nord-ostsyrischer Seite aus gemeinsam mit US-Kräften die Grenze zur Türkei sichern. Im nordwestlichen Idlib scheint Putin nun ebenfalls die Geduld auszugehen. Weil die Türkei keine Ergebnisse liefert, nimmt Russland und die syrische Regierung die Sache nun selbst in die Hand. Die Türkei will man loswerden.

Nun zeigt sich, dass der Sotschi-Prozess von Anfang an eine Totgeburt war. Die syrisch-russische Antwort auf das türkische Desaster könnte deutlicher nicht sein: Einen Tag nach den Gesprächen zwischen Erdogan und Putin bombardierte die syrische Armee einen türkischen Militärposten in Idlib.

Sackgasse Sicherheitszone

Erdogan wird nicht müde, der türkischen Bevölkerung weitere große Siege zu prophezeien, um von dem innenpolitischen Desaster abzulenken. Glauben schenken ihm immer weniger. Durch die weiter voranschreitende Wirtschaftskrise fehlt Erdogan schlicht das Geld für eine Invasion in Nordsyrien. Sein Kurdenhass scheint vielen mächtig auf die Nerven zu gehen, abgesehen von eingefleischten Nationalisten.

Hohe Arbeitslosigkeit, eine immense Inflation und steigende Preise für Grundnahrungsmittel beschäftigen die Menschen in der Türkei mehr als die heroischen Ankündigungen von außenpolitischen Siegen. Immer mehr AKP-Anhänger wenden sich ab und warten auf die neue konservative Partei, die der ehemalige Ministerpräsident Davutoglu gründen will In 70 von 81 türkischen Provinzen soll die neue Partei schon in den Startlöchern stehen.

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