Menschliches Miniaturgehirn aus Stammzellen gezüchtet


Forscher können erbsengroße Gehirn-Organoide züchten. Ob deren elektrische Nervenzellaktivität den Hirnströmen von Frühchen ähneln…Foto: Muotri Lab/UCTV/dpa

Aus embryonalen Stammzellen können Forscher über Monate Hirnorganoide züchten. Ob diese Mini-Denkorgane funktionieren wie bei echten Embryos, ist umstritten.

DER TAGESSPIEGEL

An Miniatur-Gehirnen im Labor haben Forscher elektrische Aktivitäten gemessen, die Hirnströmen frühgeborener Kinder ähneln. Die Mini-Hirne sind etwa eine Million Mal kleiner als ein menschliches Gehirn, zeigen aber ab einem Alter von etwa vier Monaten rhythmische Netzwerkaktivitäten. Die Forscher um Alysson Muotri von der University of California in San Diego (Kalifornien, USA) sehen solche Organoide als Modelle an, mit denen beispielsweise krankhafte Fehlentwicklungen des Gehirns oder die Wirkung von Medikamenten untersucht werden können. Die Studie ist im Fachmagazin „Cell Stem Cell“ erschienen.

Aus Stammzellen wächst über Monate ein Miniaturgehirn heran

„Das Niveau der neuronalen Aktivität, das wir sehen, ist im Labor beispiellos“, wird Muotri in einer Mitteilung des Fachmagazins zitiert. Seine Kollegen und er seien einem Modell, das die frühen Stadien eines hoch entwickelten Nervenzell-Netzwerks erzeugen kann, einen Schritt näher gekommen. Netzwerke entstehen, wenn Nervenzellen Verbindungen untereinander aufbauen.

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