Die Psychoanalyse erinnert den Menschen an seine Grenzen, die Neurowissenschaft lädt ihn ein, sie zu überwinden


Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project

Die Neurowissenschaft ist die Leitdisziplin des 21. Jahrhunderts. Sie verspricht dem Menschen Freiheit: Der französische Soziologe Alain Ehrenberg denkt über «Die Mechanik der Leidenschaften» nach.

Oliver Pfohlmann | Neue Zürcher Zeitung

Die Frage, welche Implikationen die Hirnforschung für das Bild hat, das der Mensch sich von sich selber macht, scheint zurzeit schnell beantwortet: Das Bewusstsein, sagt zum Beispiel der amerikanische Neurowissenschafter David Eagleman, sei nur eine Art Beifahrer, so etwas wie eine «Simulation des Gehirns», meint der deutsche Philosoph Thomas Metzinger. Deshalb könnten wir das Konzept Freiheit getrost verabschieden und mit ihm zugleich die grundlegenden Prinzipien des Strafrechts. Denn wo keine Freiheit bestehe, sondern nur neuronale Prozesse herrschten, da, so der deutsche Hirnforscher Gerhard Roth, gebe es natürlich auch keine individuelle Schuld.

Nach der Lektüre von Alain Ehrenbergs neuem Buch über den Aufstieg der Neurowissenschaften im späten 20. Jahrhundert und darüber, was dieser Erfolg über die Gesellschaft aussagt, fragt man sich, ob die zahlreichen diesbezüglichen provokanten Wortmeldungen von Hirnforschern oder dieser Richtung nahestehenden Philosophen nicht primär nur dem Ziel dienten, Aufmerksamkeit zu erwecken.

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