Die seltsame EU-Skepsis der kirchlichen Flüchtlingshelfer


„So verständlich der Einsatz der Helfer ist, so merkwürdig ist doch ihr Verständnis von Europa “ schreibt Ricarda Breyton Quelle: Claudius Pflug

Prinzipiell gelten die Kirchen in Deutschland als EU-freundlich. Doch wenn es um die Abschiebung von Kirchenasylflüchtlingen in andere Mitgliedsländer geht, sind sie misstrauisch. Als wäre Deutschland das einzige Land, das Schutz gewähren kann.

Ricarda Breyton | WELT

Die Kirchen in Deutschland sind eigentlich ausgesprochene Europafreunde. Erst im Mai priesen sie die EU als „erfolgreiches Modell für Multilateralismus“, das es gegen Nationalismus zu verteidigen gelte. Es brauche „wieder mehr Vertrauen in den Prozess der europäischen Integration“, schrieben die Vorsitzenden der evangelischen und der katholischen Kirche zur Europawahl. Umso erstaunlicher ist, wie gering dieses Vertrauen zum Teil in den eigenen Reihen ausfällt.

Am Donnerstag hat der Verein „Asyl in der Kirche“ einen offenen Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) veröffentlicht. Darin kritisieren die Mitglieder die „gegenwärtige Politik des Abschiebens um jeden Preis“. Gemeint ist die Praxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), viele Kirchenasylfälle nicht mehr als Härtefälle anzuerkennen.

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