Von wegen Naturkinder in der Steinzeit: Der Mensch hatte schon viel früher erheblichen Einfluss auf die Umwelt als bisher angenommen


Die Waldbrände in Brasilien und hier in Bolivien sind in aller Munde. Doch schon die Jäger und Sammler des späten Pleistozäns beeinflussten mit Feuern die Umwelt. (Bild: Juan Karita / AP)

Für gewöhnlich gilt die Mitte des 20. Jahrhunderts als Zeitpunkt, da der Mensch die Umwelt in grossem Stil zu verändern begann. Eine Auswertung archäologischer Daten aus aller Welt legt jetzt eine ganz andere Datierung nahe.

Esther Widmann | Neue Zürcher Zeitung

Früher war nicht alles besser. Aber zumindest der Mensch war besser zu seiner Umwelt, so die gängige Annahme: Erst mit der Industrialisierung und vor allem im 20. Jahrhundert habe er begonnen, die Umwelt im grossen Stil zum Negativen zu verändern. Es scheint logisch, dass Jäger und Sammler und später ein paar Kleinbauern die Natur weniger belasten als Massentierhaltung, Billigflüge und Fracking. Das ist vermutlich im Grossen und Ganzen auch so. Aber mit einer Studie, für die sie von Kollegen auf der ganzen Welt Daten gesammelt haben, haben Wissenschafter jetzt herausgefunden, dass der Mensch schon viel früher einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt hatte als bisher angenommen: Bereits vor 3000 Jahren sei die Erde durch menschliche Aktivitäten substanziell verändert worden, schreiben sie in der Zeitschrift «Science».1 Diese Erkenntnis steht in deutlichem Kontrast zu der Jahreszahl, die für den Beginn des Anthropozäns, also des Erdzeitalters, in dem der Mensch den Planeten verändert, häufig gehandelt wird: 1950.

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