Das Pentagon und Plastik, das auf Knopfdruck zerfällt


Zerfallendes Plastik. Screenshot von ACS-Video.

US-Wissenschaftler wollen im Auftrag der Darpa ein Polymer für Transportvehikel oder Geräte entwickelt haben, das ohne Spuren zu hinterlassen blitzschnell verschwindet

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Militärtechnik war immer daran interessiert, Menschen und Material zu tarnen oder unsichtar zu machen. Viel Geld fließt in Tarnkappen-Techniken, um Schiffe, Panzer oder Flugzeuge für Radarsysteme durch die Form und die Verwendung von radarabsorbierende Materialien schwerer erkennbar zu machen. Wissenschaftler vom Georgia Institute of Technology haben nun im Auftrag des Pentagon erstmals eine Plastikverbindung entwickelt, die sich auf Befehl aus der Ferne selbst zerstört und sich praktisch unsichtbar auflöst, wie dieses Video demonstrieren soll.

Die Darpa, die Forschungsbehörde des Pentagon, wollte ein Material, um Sensoren, Drohnen oder andere Vehikel zu besitzen, die nach ihrem Einsatz verschwinden und keine Spuren hinterlassen. Damit könnte man heimlich etwas in feindliches Gebiet einschleusen, das nicht entdeckt werden kann und das man nicht bergen muss.

Das Icarus-Projekt

Um die Forschung in Gang zu bringen, hatte die Darpa das Programm Inbound, Controlled, Air-Releasable, Unrecoverable Systems (ICARUS) gestartet. Vorbild dafür war Ikarus, der mit Federn und Wachs ausgerüstet zum Fliegen abhob, aber bekanntlich der Sonne zu nahe kam, so dass das Wachs schmolz und er abstürzte. Das wollte man nachahmen, aber mit positiveren Ergebnissen. Die Ausschreibung des ICARUS-Programms suchte nach autonomen Luftfahrzeugen, die eine Last von 1,5 kg mit einer Genauigkeit von 10 Metern liefern kann. Innerhalb weniger Stunden sollte das Flugzeug, das nicht größer als 3 Meter sein sollte, physikalisch verschwinden.

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