«Nirgendwo ist Morden so einfach wie in der Pflege» – Patientenschützer fordern Konsequenzen


Der Fall weckt Erinnerungen an die Morde des zu lebenslanger Haft verurteilten Krankenpflegers Högel: Ein 27-Jähriger soll im Saarland Patienten in Lebensgefahr gebracht haben – um dann zu versuchen, sie zu reanimieren.

Neue Zürcher Zeitung

Angesichts der Ermittlungen gegen einen Krankenpfleger wegen fünffachen Mordes und zweifachen Mordversuchs im Saarland fordern Patientenschützer weitreichende Konsequenzen. «Für alle Einrichtungen braucht es eine unabhängige und externe Anlaufstelle, bei der anonyme Hinweisgeber verdächtige Vorkommnisse melden können», sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, in der Nacht zum Samstag.

Auch eine «lückenlose, standardisierte und elektronische Kontrolle der Medikamentenausgabe» sei notwendig sowie verbindliche amtsärztliche Leichenschauen. «Es wird Zeit, dass in allen Ländern endlich Schwerpunktstaatsanwaltschaften und zentrale Ermittlungsgruppen für Delikte in Pflege und Medizin eingerichtet werden», betonte Brysch. «Nicht die Pflege macht Menschen zu Mördern. Doch nirgendwo ist Morden so einfach wie in der Pflege.»

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