USA: Keine China-Zölle für Bibel-Importe

Märchen-Bibel (Bild: Twitter/Caleb Kaltenbach)

Seit 1. September werden auf fast alle Waren aus China in die USA Mindestzölle von 10 Prozent erhoben. Zu den Ausnahmen gehört die Bibel und religiöse Schriften.

kath.net

Bibeln und religiöse Schriften sind nicht von Zöllen betroffen, die seit 1. September auf fast alle Warenimporte von China in die USA erhoben werden. Dies berichtet „Christianity Today“. Derzeit werden 75 Prozent der Bibeln, die in den USA erhältlich sind, in China gedruckt. Ein Druck der Bibeln in anderen Ländern wäre theoretisch möglich, die Umstellung würde aber vermutlich einige Zeit und auch Geld kosten. In China selbst ist übrigens der Kauf von religiöser Literatur nur sehr eingeschränkt und schwer möglich.

Europa: Klimaextreme überholen Prognosen

Europa während der Hitzewelle Ende Juli 2019. Tage mit extremer Hitze sind vor allem in Mitteleuropa häufiger und heißer geworden. © European Space Agency

Klares Signal: In Europa hat sich die Zahl der sommerlichen Hitzetage seit 1950 verdreifacht. Gleichzeitig sind diese Hitzeextreme um mehr als zwei Grad heißer geworden, wie nun eine Studie belegt. Besonders deutlich ist dieser Trend in Mitteleuropa: Bei uns sind die Hitzetage stellenweise sogar um fünf Grad heißer geworden – das ist mehr als die meisten Klimamodelle vorhersagen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Weltweit steigen durch den Klimawandel nicht nur die mittleren Temperaturen, auch die Hitzeextreme verschärfen sich. So wurden im Sommer 2018, aber auch in diesem Jahr in Deutschland zahlreiche neue Temperaturrekorde erreicht. Prognosen zufolge könnten in Zukunft solche „Jahrhundertsommer“ in vielen Regionen zur Regel werden. Im Extremfall wären sogar drei Viertel der Weltbevölkerung regelmäßig potenziell lebensbedrohliche Hitzewellen ausgesetzt.

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Forscher beobachten dramatischen Vogelschwund

Ein weiblicher Haussperling (Passer domesticus), volkstümlich als Spatz bekannt: Binnen 30 Jahren ist die Population am Bodensee um 50 Prozent eingebrochen
Quelle: dpa/Nicolas Armer

Erst verschwanden die Insekten, dann die Vögel: Forscher zählen am Bodensee immer weniger Brutpaare. Auch in anderen Regionen Deutschlands zeigt sich, dass Arten, die einst als Allerweltsvögel galten, massiv zurückgehen.

WELT

Binnen 30 Jahren ist die Zahl von Vogelbrutpaaren am Bodensee um ein Viertel gesunken. Das zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Ornithologischen Arbeitsgruppe Bodensee und des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie. 1980 lebten demnach am Bodensee noch rund 465.000 Brutpaare, 2012 nur noch 345.000. Einst häufige Vogelarten wie Haussperling, Amsel oder Star seien besonders stark zurückgegangen, so Hans-Günther Bauer, einer der Autoren des Beitrags, der in der Zeitschrift „Vogelwelt“ veröffentlicht ist. Die Entwicklung am Bodensee spiegele zugleich einen europaweiten Abwärtstrend wider.

Auch in anderen Regionen Deutschlands brachen die Bestandszahlen vieler Arten laut dem Ornithologen ein. Allerdings nicht überall genauso dramatisch wie am Bodensee: „Die westlichen und südlichen Regionen sind stärker betroffen als die östlichen und nördlichen.“

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Pentagon bombardiert kurz nach Beginn eines Waffenstillstands HTS-Stützpunkt in Idlib

Zirkuliert als Foto von der US-Bombardierung in Idlib.

Rätselraten herrscht, was im komplizierten Konflikt zwischen den USA, Russland und der Türkei der Grund für den Angriff sein könnte

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Bislang wurde die Bombardierung von angeblichen Zielen von Islamisten wie HTS in der so genannten „Rebellenhochburg“ Idlib durch syrische und russische Kampfflugzeuge kritisiert, weil dadurch Zivilisten gefährdet seien. Russland hat nach Verhandlungen mit der Türkei einen einseitigen Waffenstillstand für die syrischen Truppen beschlossen, der am Samstag in der „Deeskalationszone“ Idlib in Kraft trat. Die bewaffneten Gruppen in Idlib wurden aufgefordert, Provokationen einzustellen und sich dem Friedensprozess anzuschließen. Die syrischen Truppen hatten zuvor weitere Vorstöße im südlichen Idlib gemacht.

Im Hintergrund schwelt ein Konflikt zwischen der Türkei und Russland, nachdem ein türkischer Konvoi und ein türkischer Stützpunkt von syrischen Truppen angegriffen worden waren, während Syrien und Russland verärgert über die Türkei sind, die das im letzten Oktober geschlossene Abkommen nicht umsetzen wollte oder konnte, Islamisten und „Gemäßigte“ zu trennen. Mittlerweile kontrolliert HTS praktisch ganz Idlib. Dazu kommt, dass durch die russisch-syrische Offensive wieder Flüchtlingsströme Richtung Türkei ziehen.

Die Türkei liegt allerdings gleichzeitig im Clinch mit den USA. Nicht nur, weil sie trotz der Warnung vor scharfen Reaktionen und der Beendigung der Lieferung von F-35-Kampfflugzeugen weiterhin das russische Raketenabwehrsystem S-400 einführt, während die Türkei auf die Einrichtung einer so genannten Sicherheitszone in Nordsyrien drängt, um dort die Kontrolle über bis jetzt von den Kurden gehaltenen Gebiete zu erhalten und wahrscheinlich türkeifreundliche syrische Flüchtlinge umzusiedeln.

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Heute stehen Mars, Sonne und Erde auf einer Linie

Am 2. September 2019 steht die Sonne genau zwischen Erde und Mars (Größen und Abstände nicht maßstabsgetreu)© NASA

Funkstille: Unser Nachbarplanet Mars steht heute von uns aus gesehen direkt hinter der Sonne – er hat seine solare Konjunktion. Für die Raumfahrt hat dies Konsequenzen: Zurzeit hat die NASA fast alle Kommunikation mit ihren Raumsonden auf dem Mars und im Marsorbit gestoppt. Denn das Risiko ist zu hoch, dass die Befehle durch Störeffekte der solaren Korona geschluckt oder verfälscht werden.

scinexx

Normalerweise stehen die Raumsonden der NASA und ESA in fast ständigem Kontakt zu den Bodenstationen auf der Erde. Denn von dort erhält beispielsweise der Marsrover Curiosity die Angaben zur weiteren Fahrroute und die Bohrsonde Mars InSight bekommt Anweisungen zu ihren Messungen im Marsuntergrund. Aber auch in der Gegenrichtung herrscht reger Datenverkehr: Sowohl die Landesonden als auch die zahlreichen Orbitersonden in der Umlaufbahn um den Roten Planeten senden regelmäßig ihre Messdaten und Kameraaufnahmen zurück zur Erde.

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Was passiert, wenn die Sonne den Mars verdeckt?© NASA/ JPL

Belgien beschränkt das Schächten weitgehend

Nach Flandern verbietet auch Wallonien das Schächten. Klagen gegen die Massnahmen liegen vor dem Europäischen Gerichtshof.

tachles.ch

Wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet, mussten Muslime in Belgien dieses Jahr zum Opferfest im August den Grossteil der dabei verzehrten Schafe aus dem Ausland importieren. Hintergrund ist das im Januar eingeführte Schächt-Verbot in Flandern. So war das rituelle Schlachten nurmehr in Wallonien möglich, dem französischsprachigen Landesteil. Insgesamt wurden heuer in Belgien statt 6’000 nur noch rund 2’600 Tiere geschächtet. Denn seit Januar ist das Schlachten von Tieren ohne vorherige Betäubung in Flandern verboten.

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Christliche Fanatiker: Man riss ihr die Kleider vom Leib und enthäutete sie

„Eine Ansammlung Gottesfürchtiger“ soll Hypatia gesteinigt haben
Quelle: picture alliance / Bianchetti/Le

Mit Terrormilizen forderte der Patriarch von Alexandria um 415 n. Chr. die oströmische Staatsmacht heraus. Prominentestes Opfer wurde die Philosophin Hypatia, die in einer Kirche hingemetzelt wurde.

Berthold Seewald | WELT

Ursprünglich waren die Parabalani ziemlich mutige Leute gewesen. Als „Ruchlose“ setzten sie ihr Leben aufs Spiel, um während einer Epidemie die Sterbenden und Toten zu den Hospitälern und auf die Friedhöfe zu tragen. Es handelte sich um junge Christen, die im Vertrauen auf Gott dieses lebensgefährliche Wagnis in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt auf sich nahmen, während die heidnischen Behörden allenfalls Sklaven zu diesem Dienst verpflichten konnten.

Doch nachdem das Christentum im 4. Jahrhundert zur privilegierten und Staatsreligion des Römischen Reiches aufgestiegen war, änderte sich das. Aus Krankenpflegern wurden Schläger und Terroristen. Sie lieferten sich untereinander „Straßenschlachten mit Toten und Verwundeten“, wenn sie zum Beispiel verfeindete Kandidaten für einen Bischofsstuhl unterstützten, berichtet der Historiker Ammianus Marcellinus. Aber noch rücksichtsloser attackierten sie Menschen, die ihren Glauben nicht teilten.

Eines ihrer berühmtesten Opfer war die alexandrinische Mathematikerin und Philosophin Hypatia (um 355–415). Ihren Fall hat die britische Journalistin Catherine Nixey jetzt in ihrem neuen Buch „Heiliger Zorn“ als Beispiel für ihre These ausgebreitet, dass „die frühen Christen die Antike zerstörten“.

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Theologe: Glaube und Künstliche Intelligenz kein Widerspruch

Image: FUTURISM M.A

Kustos Harald Ehrl sieht Verbindung zwischen Kirche und Ars: Es gehe um kritischen Diskurs zum Wohle der Schöpfung

DERSTANDARD

Erstmals veranstaltet die Ars Electronica heuer das „AIxMusic Festival“. Es wird am Samstag, 7. September, auch im Augustiner Chorherrenstift St. Florian über die Bühne gehen. Dass ein religiöses Haus Herberge für Artificial Intelligence wird, entspricht für Kustos Harald Ehrl in gewisser Weise dem „Schöpfungsglauben“, meinte er im Interview mit der APA. Und: „Ein Kloster ist nicht aus der Welt.“

Parallelen zu Schöpfungsglauben

Nicht das erste Mal quartiert sich die Ars im Stift ein, „ich war schon 2002 in der Mitte des Geschehens dabei“. Es habe ihn „recht fasziniert, weil sich dieses alte Haus mit seiner 1000-jährigen Geschichte so zeitgenössischen Medien öffnen konnte“, erinnert sich Ehrl. Dies sah und sieht er aber nicht als ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Welten, mit den historischen Kunstschätzen auf der einen und der Medienkunst auf der anderen Seite. Denn die Kirche habe „die neuesten Vermittlungsmethoden, seien es Bilder oder Bücher, immer schon gebraucht, um die Botschaft, die Messages näher zu bringen“, meint der Kustos.

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Im Club der toten Griechen

Grafik: TP

Die Tyrannei der Griechen über die Deutschen – zur Geschichte einer Faszination, die zu einer Obsession wurde und zu einem Missverständnis

Rüdiger Suchsland | TELEPOLIS

Jetzt kommen wir wieder zurück! Viele gewiss aus Italien, aus Spanien, aus Frankreich; manche bleiben gar zu Haus, andererseits scheuten sich viele, Greta zum Trotz, nicht, den Jumbo zu besteigen und sich irgendwo zwischen Polynesien und der Karibik ihren Sonnenbrand abzuholen. Aber nicht wenige fahren auch nach Griechenland. Und Griechenland war für uns Deutsche schon immer ein sehr besonderes Reiseziel.

„Das Land der Griechen mit der Seele suchend“, sprach Iphigenie am Strand der heutigen Krim 1779 in Goethes Drama. Der Satz wurde zur markantesten Formel aller Griechenland-Fans, die sich nun „Philhellenen“ nannten. Zu diesem Zeitpunkt, 1779, war schon längst voll im Gange, was 24 Jahre zuvor begonnen hatte. 1755 wurde die erste Veröffentlichung eines völlig unbekannten Bibliothekars im Nu zum Bestseller.

„Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerey und Bildhauerkunst“ erschien schon bald in zweiter Auflage und englischer wie französischer Übersetzung und machte seinen Verfasser, den Autodidakten (er hatte Theologie und Medizin ohne Abschluss, keineswegs aber antike Kultur oder Sprachen an der Universität studiert) Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) über Nacht zum neuen Star der europäischen Kulturszene.

Epochentypische Träume

Damit beginnt die bis heute wirksame Geschichte der deutschen Griechenland-Begeisterung. Es ist dies die Geschichte einer heißen Liebe und einer schrecklichen Enttäuschung, einer Faszination, die zu einer Obsession wurde; es ist die Geschichte von den Träumen einer ganzen Generation, die sehnsuchtsvoll über Grenzen hinausgehen, Grenzen durchbrechen und die Wirklichkeit hinter sich lassen wollte, zugunsten der Welt der Ideen und Ideale. „Hellas – ewig unsre Liebe?“ (Stefan George)

Es sind sehr epochentypische Träume und sogleich geht es in dieser Geschichte um das Erwachen, um einen allmählichen Erkältungsprozess, der die heißen Sehnsüchte zu einer für beide Seiten nicht sehr befriedigenden Begegnung mit der Realität geraten ließ. Es geht um ein Traumbild, das zunächst nur im Kopf und im Herzen entsteht, das eben „mit der Seele“ gesucht wird und dann aber, wie das Traumbilder so an sich haben, allmählich sich verflüchtigt.

Die Griechen als die „lieben Verwandten“ der Deutschen

Bereits in seinem Erstling proklamierte Winckelmann jene „edle Einfalt und stille Größe“ in – angeblicher – Nachahmung der Antike zum Schönheitsideal aller zeitgenössischen Kunst. Er selbst, der bald darauf in Rom päpstlicher Chef-Archivar wurde und bis zum frühen Ende seines Lebens die Geschichte der Kunst des Altertums in mehreren Werken aus seiner Sicht darstellte, dachte dabei durchaus auch jenseits des Ästhetischen an eine vorbildliche demokratische Verfassung, an kritische Philosophie und die „erste Aufsicht auf das offene Meer“ einer zukünftigen anderen Geschichte.

Der aufkeimenden deutschen Nationalkultur in einem „Heiligen Römischen Reich“, das in nicht weniger als 1789 Staaten und Verwaltungseinheiten zersplittert war, gab er damit aber vor allem das geopolitische Ideal nationaler Größe, indem man selbst ein „neues Hellas“ werde: „Der einzige Weg für uns, groß, ja wenn es möglich ist, unnachahmlich zu werden, ist die Nachahmung der Alten“, heißt es in einer bewusst paradoxen Formulierung, die durch ihre immense Wirkung zu einer historischen Wegscheide wird: Genau hier setzt eine Weltflucht und Realitätsverweigerung ein, die auch politische Folgen hat.

Man verstand Winckelmann nicht nur kunsthistorisch, sondern weltanschaulich – es beginnt ein deutscher Sonderweg der Identifikation mit den antiken Griechen, die zum paradiesisch-unschuldigen, aber auch archaischen, unzivilisierten „Hellas“ idealisiert werden und zu den „lieben Verwandten“(Hölderlin) der Deutschen.

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Noch einmal davongekommen

Im Wahlendspurt die Nase vor der AfD: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke auf der SPD-Wahlparty in Potsdam Bild: dpa

Die AfD gewinnt stark hinzu, wird aber nicht stärkste Partei in Sachsen und Brandenburg. CDU und SPD können wahrscheinlich weiter regieren. Dennoch geht eine Ära zu Ende.

Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zweimal hatte die AfD in Sachsen zuletzt die Nase vorn. Aus einer Partei, die es 2014 in Dresden zum ersten Mal in ein Landesparlament geschafft hatte, war in atemberaubendem Tempo die stärkste politische Kraft geworden. Und sie wäre es wohl auch am Sonntag geblieben, hätte die CDU nicht nach dem schmachvollen Bundestagswahlergebnis 2017 das Ruder herumgeworfen.

So ist Angela Merkel noch immer Bundeskanzlerin, aber Michael Kretschmer hat sich in den knapp zwei Jahren seit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident an die Spitze einer Bewegung gesetzt, die mit den Traditionen einer selbstgefälligen und angesichts von Phänomenen wie Pegida und offenem Alltagsrassismus sprachlosen Staatspartei gebrochen hat. Und er hat den Spagat gemeistert, dem Volk aufs Maul zu schauen, ohne denen, die sich als das Volk ausgeben, nach dem Mund zu reden.

Am Ende haben fast drei Viertel der sächsischen Wähler am Sonntag ihre Stimme Parteien gegeben, die mit einer zwischen Radikalismus und Extremismus changierenden AfD nichts zu tun haben wollen – und mehr als jeder dritte Wähler sieht die Geschicke des Freistaates noch immer in den Händen der CDU am besten aufgehoben.

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Abschiebungen: Den Rechtsstaat reparieren

Um Asylverfahren rasch über die Bühne zu bringen engte man den behördlichen Ermessensspielraum am obersten Ende der Einspruchs- und Beschwerdemöglichkeiten ein

Irene Brickner | DERSTANDARD

Begonnen hat es nicht unter dem blauen Exinnenminister Herbert Kickl, dem (seine) Politik bekanntlich vor dem Recht ging, sondern schon früher, als Wolfgang Sobotka (ÖVP) im Sicherheitsressort das Zepter führte: Getrieben von dem Vorsatz, Asylverfahren rasch über die Bühne zu bringen – und gleichzeitig FPÖ-willfährige Härte zu zeigen -, engte man den behördlichen Ermessensspielraum am obersten Ende der Einspruchs- und Beschwerdemöglichkeiten ein.

Davor hatte die Fremdenpolizei mit einer Abschiebung in der Regel zugewartet, wenn ein Asylwerber nach einem Negativerkenntnis ein Höchstgericht anrief oder die Frist für einen solchen Schritt verstreichen ließ. Nun war es mit diesem Ausdruck eines fairen Rechtsverständnisses zu Ende. Abgeschoben sollte werden – und wird -, sobald eine Ausweisung durchsetzbar ist, Schluss, aus.

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Türkei: Nun sind auch Streaming-Dienste und Internetmedien abgekoppelt

Mehr Jugendschutz? Der türkische Präsident Erdogan hat seine ganz eigenen Vorstellungen und Interpretationen von Medienfreiheit.Foto: Reuters

Ein Gesetz, dass seit Sonntag in Kraft ist, unterstellt audiovisuelle Internet-Dienste der türkischen Medienaufsicht.

Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Er flucht, er raucht, und er säuft: „Behzat C.“ ist ein Fernsehkommissar, wie es ihn auf türkischen Bildschirmen eigentlich nicht mehr geben dürfte. Die sittenstrenge Fernsehaufsichtsbehörde RTÜK lässt Zigaretten bei Serien- und Filmhelden im Namen des Jugendschutzes entweder pixeln oder durch eingeblendete Blumen überdecken. „Behzat C.“ blieb bisher davon verschont, die Serie läuft beim Streaming-Anbieter BluTV.

Doch seit diesem Sonntag greift ein Gesetz, das „Behzat C.“ zähmen oder ganz von den Bildschirmen verschwinden lassen soll. Dienste wie BluTV oder Netflix sollen staatlichen Regeln unterworfen werden, türkischen Internetmedien und auch ausländischen Anbietern wie der Deutschen Welle droht die Zensur: Wikipedia ist schon lange verboten – jetzt koppelt sich die Türkei weiter von der Außenwelt ab.

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Debatte um Waffengesetz in den USA: Mehr Waffen als Einwohner

Themenbild.

Wieder ein Amokschütze, diesmal in Texas, wo ausgerechnet am Sonntag Erleichterungen für Waffenbesitzer in Kraft getreten sind. Wieder gibt es die Diskussion um eine Einschränkung des Waffenbesitzes in den USA.

Michael Simoner | DERSTANDARD

Wieder sind die Demokraten dafür, wieder zeigen die Republikaner zögerliche Zurückhaltung. Die Regelmäßigkeit dieser Ereignisschleife ist entweder zermürbend und endet mit kapitulierendem Schulterzucken oder nährt Trauer, Fassungslosigkeit und Wut. Doch Emotionen sind nie gute Ratgeber, wenn es um die Lösung von gesellschaftlichen Problemen geht.

Deshalb hier einige nüchterne Zahlen: Die USA sind das einzige Land der Welt, in dem es mehr Waffen in privaten Händen gibt als Einwohner im Land leben.

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EU-Parlament: Als „Geisterabgeordnete“ in Brüssel

Bild: tagesschau.de

Die Slowakin Miriam Lexmann ist eine von 27 sogenannten Geisterabgeordneten. Sie ziehen erst dann ins EU-Parlament ein, wenn der Brexit vollzogen ist. Für viele heißt das: Warten – ohne Job und ohne Bezahlung.

Katharina von Tschurtschenthaler | tagesschau.de

Ihr Fall wird schon das „Lexmann-Paradox“ genannt. Die Slowakin Miriam Lexmann sollte eigentlich gerade dabei sein, ihr Abgeordneten-Büro in Brüssel einzurichten, Assistenten zu engagieren, sich in Sitzungsabläufe einzuarbeiten. Stattdessen reist die 45-Jährige mit leeren Koffern von Bratislava in die EU-Hauptstadt – um dort ihre Sachen zu packen und sie anschließend in ihre Heimatstadt zurückzubringen.

Dabei hat Lexmann bei den EU-Wahlen Ende Mai einen Sitz im Europaparlament ergattert. Wäre der Brexit bis dahin abgeschlossen gewesen, könnte sie ihr Amt bereits ausführen. Doch weil sich das Datum für den Austritt Großbritanniens immer wieder verschiebt, ist Lexmanns Zukunft ungewiss.

„Ich befinde mich in der misslichen Lage, dass der Brexit mir Gerechtigkeit verschaffen würde“, sagt Lexmann. „Doch ich war immer eine strikte Gegnerin des Brexits. Wie kann ich jetzt auf einmal dafür sein?“

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Papst bleibt im Aufzug stecken

>Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Die vatikanische Feuerwehr hat Papst Franziskus am Sonntag aus einem steckengebliebenen Aufzug befreit. Das Kirchenoberhaupt erschien mit geraumer Verspätung zum Angelusgebet auf dem Balkon des Apostolischen Palasts.

evangelisch.de

„Ich muss mich für die Verspätung entschuldigen, ich bin 25 Minuten im Aufzug stecken geblieben“, erklärte Franziskus den überraschten Gläubigen auf dem Petersplatz. Es habe einen Spannungsabfall gegeben, aber dann sei die Feuerwehr gekommen.

Der Aufzug führt in die päpstlichen Gemächer im dritten Stock des Apostolischen Palasts, die Franziskus jedoch nicht bewohnt. Sonntags nutzt er den Balkon, um von dort aus das Angelusgebet zu sprechen. Die Einsatzzentrale der vatikanischen Feuerwehr befindet sich wenige Hundert Meter entfernt im Damasushof.

Klimawandel verschiebt Weinlese

Die Weinlese beginnt immer früher – eine Folge des Klimawandels © Esperanza33/ istock

Frühreife Trauben: Der Klimawandel wirkt sich schon jetzt spürbar auf die Weinlese aus. Wie historische Daten aus Burgund belegen, beginnen Winzer in den letzten 30 Jahren im Schnitt 13 Tage früher mit der Ernte als dies zuvor jahrhundertelang üblich war. Diese Verschiebung ist eng mit klimatischen Veränderungen verknüpft. Denn wärmere und trockenere Sommer sorgen dafür, dass die Trauben inzwischen früher reif werden.

scinexx

Der Klimawandel beeinflusst auch die Landwirtschaft: Steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit führen schon heute zu messbaren Ernteeinbußen bei den wichtigsten Anbaupflanzen. Doch auch bei Luxusgütern wie Bier und Kaffee macht sich die Erderwärmung bemerkbar. Ähnliches gilt für Wein: Winzer werden in Zukunft womöglich auf andere Rebsorten und neue Bewässerungsmethoden setzen müssen. Außerdem verändert sich der zeitliche Ablauf im Weinbau – vielerorts beginnt die Lese bereits jetzt immer früher.

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Apostel Ipolt: Messdiener schämten sich, Fronleichnamsprozession mitzulaufen

Die Messdiener hätten sich an Fronleichnam geschämt, „in der Öffentlichkeit als aktiver Christ erkannt zu werden“: Das hat den Görlitzer Bischof Wolgang Ipolt sehr nachdenklich gestimmt, wie er bei der Jubiläumswallfahrt seines Bistums berichtete.

katholisch.de

Mit einer Wallfahrt hat das katholische Bistum Görlitz am Sonntag seiner Gründung vor 25 Jahren gedacht. „Wir sind eine qualifizierte Minderheit, die bedeutungsvoll ist, das dürfen wir mit demütigem Selbstbewusstsein sagen“, sagte Bischof Wolfgang Ipolt beim Festgottesdienst im Kloster Neuzelle. „Die Medien nehmen von uns Notiz, Journalisten fragen nach unserer Meinung und geben uns die Möglichkeit, das Evangelium zu verbreiten.“ Dem kleinsten deutschen Bistum gehören aktuell etwa 29.700 Katholiken an.

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