Noch einmal davongekommen


Im Wahlendspurt die Nase vor der AfD: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke auf der SPD-Wahlparty in Potsdam Bild: dpa

Die AfD gewinnt stark hinzu, wird aber nicht stärkste Partei in Sachsen und Brandenburg. CDU und SPD können wahrscheinlich weiter regieren. Dennoch geht eine Ära zu Ende.

Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zweimal hatte die AfD in Sachsen zuletzt die Nase vorn. Aus einer Partei, die es 2014 in Dresden zum ersten Mal in ein Landesparlament geschafft hatte, war in atemberaubendem Tempo die stärkste politische Kraft geworden. Und sie wäre es wohl auch am Sonntag geblieben, hätte die CDU nicht nach dem schmachvollen Bundestagswahlergebnis 2017 das Ruder herumgeworfen.

So ist Angela Merkel noch immer Bundeskanzlerin, aber Michael Kretschmer hat sich in den knapp zwei Jahren seit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident an die Spitze einer Bewegung gesetzt, die mit den Traditionen einer selbstgefälligen und angesichts von Phänomenen wie Pegida und offenem Alltagsrassismus sprachlosen Staatspartei gebrochen hat. Und er hat den Spagat gemeistert, dem Volk aufs Maul zu schauen, ohne denen, die sich als das Volk ausgeben, nach dem Mund zu reden.

Am Ende haben fast drei Viertel der sächsischen Wähler am Sonntag ihre Stimme Parteien gegeben, die mit einer zwischen Radikalismus und Extremismus changierenden AfD nichts zu tun haben wollen – und mehr als jeder dritte Wähler sieht die Geschicke des Freistaates noch immer in den Händen der CDU am besten aufgehoben.

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