Basel erlaubt Rheinbestattung: In Form offener Asche

Eine Frau wirft die Asche eines Verstorbenen in den Fluss © DnG Photography (shutterstock)

Der Schweizer Kanton Basel-Stadt lässt künftig das Verstreuen der Asche im Rhein als Bestattung zu. Beisetzungen im Garten bleiben allerdings verboten, berichtet die „Basler Zeitung“ am Montag.

DOMRADIO.DE

Auch die Rheinbestattung werde aus Umweltschutzgründen nur mit offener Asche freigegeben, so die Schweizer Zeitung weiter.

Die Maßnahme ist laut Bericht Teil einer Liberalisierung des fast 100 Jahre alten Bestattungsgesetzes in Basel-Stadt. Es sah vor, dass eingeäscherte Leichen mitsamt Urne begraben werden müssen. Die Beisetzung offener Asche war bislang nur mit einer Sonderbewilligung möglich.

Höchste Zahl an Feuerbestattungen

Die Schweiz ist dem Bericht zufolge das Land mit der höchsten Zahl an Feuerbestattungen in Europa, gefolgt von Tschechien. Laut der Nachrichtenplattform Swissinfo liegt der Anteil der Feuerbestattungen landesweit bei 80 Prozent.

weiterlesen

Waldorfschulen sind in ihrem Kern autoritär

Rudolf Steiner wird von seinen Anhängern verehrt, der Religionshistoriker Helmut Zander sieht ihn vor allem kritisch: „Seine Autorität gründete in dem Anspruch, universales Wissen aus einer übersinnlichen Welt auf die Erde herabzuholen.“ (Buchcover: Schöningh Verlag / Hintergrundbild: dpa/akg)

Vor einhundert Jahren gründete Rudolf Steiner die Waldorf-Schule. Unterrichtet wird bis heute nach den Grundlagen der Anthroposophie. Aber was bedeutet Anthroposophie überhaupt? Der Religionshistoriker Helmut Zander hat dazu ein neues Buch vorgelegt.

Von Monika Dittrich | Deutschlandfunk

Die anthroposophischen Praxisfelder sind vielfältig und heute zum Teil erfolgreicher denn je: Dazu gehören Karotten von bio-dynamischen Demeter-Höfen ebenso wie Salben der Firma Weleda. Außerdem natürlich Waldorf-Schulen, an denen es seit ihrer Gründung vor einhundert Jahren keine Zensuren gibt und Kinder im Fach Eurythmie lernen, ihren Namen zu tanzen. Es gibt anthroposophische Drogeriemärkte und Seifen-Hersteller, anthroposophisch arbeitende Ärzte und Krankenhäuser und sogar Banken, die nach anthroposophischen Kriterien wirtschaften.

Hinter all dem steht eine Weltanschauung, erklärt der Religionswissenschaftler Helmut Zander: „Die geht bei Anthroposophen zurück auf Rudolf Steiner, und seine zentrale Idee war, dass das Geistige und das Materielle eigentlich zwei Seiten einer Medaille sind.“

Rudolf Steiner habe eine geistige Weltsicht konzipiert, erklärt Zander, „und geistig heißt bei ihm, Einsicht in übersinnliche, höhere, geistige Welten. Das ist das Zentrum der Anthroposophie.“

weiterlesen

Die „antideutsche“ AfD

Björn Höcke spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cottbus. Bild: Picture-Alliance

Könnte es sein, dass die Partei, die sich am nationalsten gibt, in Wahrheit eine Spaltung des Landes herbeisehnt? Und damit die Wiedervereinigung mit Füßen tritt?

Simon Strauss | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Jetzt schlägt die Stunde, in der man wieder lauter Deutschland sagen muss. Das Wort aus dem bierseligen Abseits des Fußballabends herausholen und zur Erkennungsformel der anständigen Gesellschaft hochziehen. Denn die „Antideutschen“ sind auf dem Vormarsch. In Sachsen und Brandenburg hat eine Partei ihre vielen Wähler gewonnen, indem sie sie zu Verlierern erklärt hat. Zu Verlierern eines Spiels, das vor dreißig Jahren gespielt wurde und Wiedervereinigung hieß. Den Sieg hätten damals die anderen, die „von drüben“, davongetragen, der Osten sei geschlagen, auf die Knie gestoßen worden und müsse nun endlich wieder aufstehen.

Dass diese Geschichte selbst von spätgeborenen Siegern geschrieben wird, spielt keine Rolle. Die Identitätskategorie Ost ist so variabel wie virtuell, jeder kann sie für sich beanspruchen, der sich im Meinungsabseits wähnt und „gegen die da oben“ austeilen will. Ost steht für ein kritisches Bewusstsein gegenüber Politik und Medien, West für den verblendeten Zusammenhang von Wirtschaftstreue und Doppelmoral. So hätten sie es gerne, die Damen und Herren von der antideutschen Alternative. Den Rang als Protestpartei haben sie den schockierten „Linken“ längst abgelaufen, Ost sind jetzt sie. Ost. Ost. Und noch mal Ost. Bis es jeder begriffen hat: Wir sind wieder ein geteiltes Land.

weiterlesen

Wird’s der Banane zu heiß?

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Bananenernten aus? © skodonnell/ istock

Südfrüchte in Bedrängnis: Der Klimawandel könnte in einigen Bananen-Anbaugebieten zu erheblichen Ernteeinbußen führen. Wie eine Prognose zeigt, wird es den Früchten ausgerechnet auch beim weltweit größten Produzenten Indien und im wichtigen Erzeugerland Brasilien zu heiß und trocken. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: In manchen Ländern könnten die Bedingungen für den Bananenanbau in Zukunft sogar besser werden.

scinexx

Die Banane gehört bei uns zu den am meisten verzehrten Früchten. Ihre natürliche Verpackung, ihre angenehme Süße sowie ihre sättigende Wirkung haben sie in den Industrienationen zu einem beliebten Snack gemacht. In vielen tropischen und subtropischen Ländern ist die Banane zudem ein wichtiges Grundnahrungsmittel und stellt als Exportfrucht einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

weiterlesen

Gerichtsurteil: WikiLeaks ist durch den Ersten Verfassungszusatz geschützt

Die Demokraten scheitern mit einer Klage gegen Assange und der Trump-Kampagne wegen einer angeblichen Verschwörung, gehackte Dokumente zu Ungunsten von Hilary Clinton verbreitet zu haben

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Julian Assange (47), der Mitbegründer von WikiLeaks, sitzt seit der Festnahme im April noch immer isoliert im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Ihm droht weiterhin die Auslieferung an die USA, wo man ihn als Spion anklagen und lebenslang wegsperren will. Ob Großbritannien ihn ausliefern wird, ist noch nicht entschieden, man muss es vermuten, zumal wenn der Brexit erfolgt und die britische Regierung noch näher an die USA heranrücken wird, um wieder zum Pudel der USA zu werden. Das Verfahren soll nächstes Jahr im Februar stattfinden – genügend Abstand zum Brexit.

Assange ist krank, wie im Mai bekannt wurde, als seine Anwälte erklärten, dass er nicht an einer Vernehmung der schwedischen Staatsanwaltschaft mittels einer Videokonferenz teilnehmen könne und in die Krankenabteilung des Gefängnisses verlegt wurde. Sein Anwalt Per Samuelson sagte, er sei nicht imstande, ein normales Gespräch zu führen. Schon während seines siebenjährigen Aufenthalts in der ecuadorianischen Botschaft ging es ihm gesundheitlich immer schlechter.

Psychologischer Terror

Genutzt hat auch nichts, dass Nils Melzer, der Sonderberichterstatter des Hochkommissariats für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen, der Assange mit zwei Medizinern am 9. Mai im Gefängnis besucht hatte, in der am 31. Mail 2019 bekannt gegebenen Beurteilung zum Schluss kam, dass seine Einsperrung als „psychologischen Folter“ gelten müsse. Entsetzt schrieb Melzer: „In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen.“

weiterlesen

ZMD: Ostdeutsche AfD-Wähler sind keine besorgten Bürger

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)

Nach den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen werden die Gründe für die hohe AfD-Affinität der Wähler gesucht. Dass der Erfolg der Partei hauptsächlich von „besorgten Bürgern“ komme, bezweifelt der Zentralrat der Muslime.

DOMRADIO.DE

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland warnt davor, die AfD-Wähler in Ostdeutschland als besorgte Bürger zu bezeichnen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek: „Wir müssen uns nicht weiter etwas vormachen, dass diese Wähler Protestwähler oder einfach nur naiv sind. Ich glaube, sie wissen, dass sie mit ihrer Stimme Rechtsextremisten zu Sitzen in den Parlamenten verhelfen.“

Positionen der AfD wie etwa die der Landespartei in Sachsen bezeichnete Mazyek als grundgesetzfeindlich: „Nicht die Muslime in Deutschland, sondern die AfD muss sich zur Demokratie bekennen.“

weiterlesen

Droht Markus Söder die Zwangshaft?

Foto: Sven Hoppe/dpa
Neuerdings ist zwar viel vom ergrünten Söder die Rede. Doch wenn es um den Kampf gegen Stickoxide und den Münchner Luftreinhalteplan geht, wirft die Deutsche Umwelthilfe der bayerischen Staatsregierung schwere Versäumnisse vor.
  • Der EuGH will klären, ob Mitglieder der bayerischen Staatsregierung in Zwangshaft genommen werden müssen.
  • Hintergrund ist ein rechtskräftiges Urteil von 2012 zur Fortschreibung des Münchner Luftreinhalteplans. Der Freistaat hatte sich hartnäckig geweigert, es umzusetzen
  • Angestoßen hat das Verfahren die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie versucht immer wieder mit Hilfe der Verwaltungsgerichte, unwillige Politiker zur Einhaltung von Stickoxid-Grenzwerten zu zwingen

Wolfgang Janisch | Süddeutsche Zeitung

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg ist nicht unbedingt für sein glückliches Timing berühmt. Aber zum Start in die Herbstsaison hat er als einzigen Tagesordnungspunkt einen echten Knaller angesetzt. Der EuGH verhandelt an diesem Dienstag allen Ernstes darüber, ob jemand von der bayerischen Staatsregierung in Zwangshaft muss, weil sich der Freistaat geweigert hat, ein rechtskräftiges Urteil von 2012 zur Fortschreibung des Münchner Luftreinhalteplans umzusetzen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH), der den EuGH angerufen hat, sieht vorzugsweise in Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen Kandidaten für die Zelle; stattdessen könnte man auch Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) einsperren.

Was auf den ersten Blick wie eine Pointe aus einem politischen Satiremagazin wirkt, hat einen durchaus brisanten Hintergrund. Hinter dem konkreten Verfahren steht die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die in jüngster Zeit immer wieder mithilfe der Verwaltungsgerichte versucht hat, unwillige Politiker zur Einhaltung von Stickoxid-Grenzwerten zu zwingen. Sollte der EuGH tatsächlich eine Zwangshaft gegen Amtsträger ins Spiel bringen, würde die DUH dieses neue Instrument vermutlich in ihr Standardrepertoire aufnehmen.

weiterlesen

„Dieser Krieg war ein deutsches Verbrechen“

Bild: Adam Guz, Krystian Maj / KPRM/CC0

Eine Geschichtslektion, ein Schuld- wie Verantwortungsbekenntnis und eine Ansprache mit religiösen Elementen – drei Reden wurden am ersten September 2019 auf dem Pilsudski-Platz in Warschau gehalten

Jens Mattern | TELEPOLIS

Der polnische Staatspräsident Andrzej Duda, sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier und der stellvertretende US-Präsident Mike Pence sprachen am Sonntag bei den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen, dem Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Duda, der die Leiden, die Opfer und die Heldentaten der Polen während der deutschen Okkupation in emotionalem Ton vortrug, schien besorgt zu sein, dass dies der Weltöffentlichkeit noch nicht geläufig sei. Es ist ein wichtiges Anliegen der regierenden Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS), die derzeit versucht, das Gedenken an Polens Leiden im Zweiten Weltkrieg vor allem gegenüber dem Westen zu vermitteln. „Die Menschheit hat zu wenig Schlüsse aus dieser schrecklichen Lektion gezogen“, meinte der Nationalkonservative zum anderen und beklagte, dass der Westen erneut weg schaute, wie einst beim deutschen Angriff auf Polen, wo Frankreich und Großbritannien ihrer Bündnispflicht nicht nachkamen. Nun werde bei der Aggression Russlands in der Ukraine die Augen verschlossen, bezeichnenderweise war unter den vierzig ausländischen Delegationen Russland nicht eingeladen. Auch zu sowjetischen Vergehen wie Katyn bezog sich Duda und wiederholte die bereits von Premier Mateusz Morawiecki in der Washington Post vermittelte Vorstellung, dass der Krieg in Polen bis 1989 gedauert habe.

„Dieser Krieg war ein deutsches Verbrechen“, bekannte hingegen der deutsche Staatspräsident, dessen Rede schriftlich per Telebeam übertragen wurde. Als er dann „Wir werden nie vergessen“ recht gut auf Polnisch sagte, bekam er seinen ersten, wenn auch verhaltenen Applaus auf dem Pilsudski-Platz, der wider Erwarten mit nicht so vielen Menschen gefüllt war. Diese Reaktion war nicht selbstverständlich – der deutsche Kanzler Helmut Schmidt wurde 1977 bei seinem Besuch in Danzig ausgebuht, ebenso sein Nachfolger Gerhard Schröder, als er 2004 im Stadtteil Wola einen Kranz zu Ehren der dortigen Opfer des Warschauer Aufstands nieder legen wollte. Auch in der Stadt Wielun hielt er am Sonntagmorgen eine Gedenkrede, die polnischen Provinzstadt wurde vermutlich einige Minuten früher als Danzig bombardiert, was vielen unbekannt ist.

weiterlesen

Kommentar zu „CSYou“: Hibbeliges Anbiedern

Screenshot aus dem ersten Video bei „CSYou”.
Foto: Youtube/CSU im Bundestag

Über mangelnde Resonanz auf ihren neuen YouTube-Kanal kann sich die CSU wahrlich nicht beklagen. Binnen weniger Tage klickten mehr als 340000 Nutzer die erste, knapp fünfminütige Episode von „CSYOU“ an, und viele blieben offenbar lange genug dabei, um sich hinterher gebührend über das Gesehene aufzuregen.

Michael Kohler | Kölner Stadt-Anzeiger

Das Verhältnis von 2100 „Likes“ zu 73000 „Dislikes“ (Stand Montagnachmittag) lässt den Machern jedenfalls wenig Spielraum, sich die Sache schönzureden; dem CSU-Praktikanten, der die weit über 10000 Kommentare durchwühlen musste, gilt unser innigstes Bedauern.

weiterlesen

Forscher wollen nach Tierversuch CRISPR-Schmerztherapie für Menschen entwickeln

(Bild: Joshua Newton/Unsplash)

Mit gezielten Veränderungen eines Gens ist es gelungen, Mäuse schmerzfrei zu machen. Dies weckt Hoffnungen auf eine neuartige Therapie auch für Menschen.

Sascha Mattke | heise online

Einem Team von Wissenschaftler an der University of California in San Diego ist es mit Hilfe des Gen-Editierverfahrens CRISPR gelungen, das Schmerzempfinden von Mäusen deutlich zu verringern. Die Leiterin der Studie, Ana Moreno, ist inzwischen CEO eines Start-ups, das auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem erfolgreichen Tierversuch ein Schmerzmittel für Menschen entwickeln will. Bis dahin sind allerdings noch viele Fragen zu klären, berichtet Technology Review online in „CRISPR gegen Schmerzen„.

Mit CRISPR ist es möglich, gezielte Eingriffe in ein Genom vorzunehmen, um Gene an- oder abzuschalten oder fehlerhafte zu ersetzen. Erste Tests mit anderen CRISPR-Gentherapien für Menschen haben vor kurzem begonnen. Ein Unternehmen namens CRISPR Therapeutics behandelt seit diesem Jahr Patienten mit Sichelzellenanämie, ein weiteres namens Editas Medicine will mit CRISPR eine ererbte Krankheit heilen, die zur Erblindung führt. Mit einer Behandlung gegen Schmerzen würde der Einsatz von CRISPR aber auf weitaus häufigere Krankheiten ausgeweitet.

weiterlesen

Das „Auge Gottes“

Der Helixnebel wird wegen seiner auffallenden Form auch als „Auge Gottes“ bezeichnet. © NASA/JPL-Caltech/ J. Hora (Harvard-Smithsonian CfA)

Ein gigantisches Auge schaut aus 700 Lichtjahren Entfernung auf die Erde hinab. Der Helixnebel wird deshalb auch als „Auge Gottes“ oder „Auge Saurons“ bezeichnet – in Wirklichkeit jedoch handelt es sich um den farbenfrohen Überrest eines toten Sterns. Der Planetarische Nebel entstand, als ein massearmer Stern seine äußeren Hüllen ausschleuderte und zum Weißen Zwerg wurde.

scinexx

Auch unsere Sonne wird einst so enden: Am Ende ihres Lebenszyklus wird sie nicht in einer Supernova enden, weil sie für eine solche Sternexplosion zu massearm ist. Stattdessen wird unser Stern sich in rund zehn Milliarden Jahren zum Roten Riesen aufblähen und dann kollabieren. Dabei schleudert der sterbende Stern seine äußeren Hüllen ab und produziert so einen farbenfrohen Planetarischen Nebel. Sein Kern wird zum Weißen Zwerg.

weiterlesen

Aufstieg der AfD: Das Ende einer Ära

Das sich abzeichnende Ende der großen Koalition und der Aufstieg der nationalistischen und EU-feindlichen AfD sind eine beunruhigende Vorstellung

Paul Lendvai | DERSTANDARD

Nach den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg schreiben deutsche Publizisten zu Recht von einem Umbruch, vom Ende einer Ära der innenpolitischen Stabilität und von einer letzten Warnung an die Adresse der beiden Volksparteien, CDU/ CSU und SPD. Die AfD, in der ein Rechts-außen-„Flügel“, Fremdenfeinde, Antieuropäer und Rassisten immer stärker den Ton angeben, hat im Vergleich zur Wahl 2014 ihren Stimmenanteil in Sachsen auf 27,5 Prozent verdreifacht und in Brandenburg auf 23,5 Prozent verdoppelt. Gegen die Herausforderung von extrem rechts sind in beiden Bundesländern in Zukunft nur Viel-Partner-Koalitionen möglich. Trotz der besonderen Problematik in Ostdeutschland – dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung fühlen sich mehr als ein Drittel der Ostdeutschen als Bürger zweiter Klasse! – wirkt ganz Deutschland zunehmend wie ein politisch gelähmtes, wirtschaftlich und kulturell geteiltes Land.

Ist es symbolträchtig, dass ausgerechnet am Jahrestag des von Hitlerdeutschland entfesselten Zweiten Weltkriegs eine Partei in zwei deutschen Bundesländern zur zweitstärksten politischen Kraft wird, deren Spitzenfunktionäre an einem Neonazimarsch in Athen teilgenommen haben oder das NS-Terrorregime für einen „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte halten?

weiterlesen

Deutsche Chemiekonzerne fordern Schutz des Regenwaldes

Helfer versuchen einen Waldbrand in Amazonien zu löschen. Bild: Reuters

Bayer und BASF haben einen Aufruf an den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro unterzeichnet, die illegale Abholzung im Amazonas-Regenwald zu stoppen. Die Initiatoren fürchten nicht nur den Verlust des Waldes.

Jessica von Blazekovic | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Kampf gegen illegale Aktivitäten im Amazonas-Regenwald haben mehr als 200 Agrarunternehmen, Umweltschutzverbände und Wissenschaftler einen dringenden Appell an den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gerichtet. In einem am Montag veröffentlichten Schreiben fordert die Brasilianische Koalition für Klima, Wälder und Landwirtschaft Bolsonaro dazu auf, die „Eskalation der Abholzung“ im brasilianischen Regenwald zu stoppen. Zu den Unterzeichnern gehören einige der größten Agrar- und Konsumgüterunternehmen der Welt, darunter neben Unilever und Danone die deutschen Chemiekonzerne Bayer und BASF. Auch der WWF Brasilien hat sich der Aufforderung zum Schutz des Regenwaldes angeschlossen.

Seit Wochen brennen in Amazonien riesige Waldflächen, allein im August machte das brasilianische Raumforschungsinstitut mit Hilfe von Satellitenbildern mehr als 20.000 Brände aus. Zwar sind Waldbrände während der Trockenzeit in der Region keine Seltenheit. Doch ist in diesem Jahr ein drastischer Anstieg zu beobachten, von einer Zunahme von 83 Prozent ist die Rede. Bis zum Ende der Trockenzeit im Oktober dürfte Brasilien deutlich mehr Regenwald verlieren als in den vergangenen Jahren.

weiterlesen

Schulen in der Türkei: Religion auf Kosten der Bildung?

Das türkische Schulwesen steckt in einer Krise: Schüler rutschen mit ihren Leistungen ab. Kritiker machen die Erdoğan-Regierung für den Trend verantwortlich. Sie gründeten zuletzt Hunderte religiöse Imam-Hatip-Schulen.

Burcu Karakaş, Daniel Derya Bellut | Qantara.de

In der türkischen Öffentlichkeit findet seit Wochen eine Debatte über die Mängel im Bildungswesen statt. Angestoßen wurde die Diskussion von einem Bericht, der vor wenigen Wochen vom Ministerium für Nationale Bildung herausgegeben wurde: Die ABIDE-Studie – in etwa vergleichbar mit der PISA-Studie in Deutschland – bewertet die Leistungsfähigkeit von türkischen Schülern. Das Ergebnis: Viele türkische Schüler haben verheerende Leistungsschwächen. Vor allem ihre Leistungen in Mathematik und Türkisch lassen zu wünschen übrig.

Viele Oppositionelle und Experten machen die sogenannten Imam-Hatip-Schulen für die Bildungsmisere verantwortlich. Das sind Schulen, deren Schwerpunkt auf religiösen Fächern liegen – der Koran und die Lehren des Propheten Mohammed haben im Unterricht große Priorität. Ursprünglich dienten solche Schulen zur Ausbildung von Imamen, doch die islamisch-konservative AKP-Regierung führte Schulreformen durch, um die Schulen gesellschaftsfähiger zu machen.

Hunderte von Neugründungen

Die Reformbemühungen führten dazu, dass in den letzten Jahren immer mehr solcher religiöser Schulen wie Pilze aus dem Boden schossen: Nach Angaben des Ministeriums für Nationale Bildung verdreifachte sich die Anzahl der Mittelschulen in den letzten fünf Jahren von 1.099 auf 3.286 Einrichtungen. Die Anzahl der Imam-Hatip-Gymnasien stieg ebenfalls stark: von 537 auf 1.605 – über 620.000 solcher Gymnasiasten gibt es mittlerweile in der Türkei. Um die vielen Neugründungen zu ermöglichen, wurden staatliche Schulen umgehend umfunktioniert – in häufigen Fällen ohne die Zustimmung von Eltern und Schülern.

weiterlesen

Der Flüchtlingsdeal wackelt

Grafik:TP

EU und Türkei streiten sich über Gelder, während immer mehr Syrer abgeschoben werden

Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Drei Jahre ist es jetzt her, seit der höchst umstrittene Flüchtlingsdeal zwischen der Türkei und der EU dafür gesorgt hat, dass die Anzahl an Flüchtlingen, die über das Land in die EU und auch nach Deutschland kommen, im Vergleich zum Jahr 2015 um fast neunzig Prozent gesunken ist. Der Pakt stand vom ersten Moment an unter Beschuss. Zum einen, weil die EU und insbesondere auch Angela Merkel unter dem Druck der rechten Rassisten und Hetzer einknickten, zum anderen, weil der Türkei im Gegenzug beträchtliche Geldzahlungen, insgesamt sechs Milliarden Euro, zugesichert wurden, während Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gerade dabei war, demokratische Strukturen zu demontieren.

Schon im Sommer 2015 zeigten sich in Istanbul die Auswirkungen. Viele Syrer lebten auf der Straße, hielten sich als Bettler und Tagelöhner über Wasser, und nicht selten entlud sich die Wut der Rechten, es gab Übergriffe – und die Situation ist bis heute nicht besser geworden.

Mehrfach wurden die Geflüchteten zum Spielball in Wahlkämpfen, und während Erdogan sich anfangs noch für sie eingesetzt hat, ist auch in der AKP inzwischen die Stimmung gekippt. In Umfragen spricht sich eine Mehrheit der türkischen Bürger dafür aus, die Menschen abzuschieben. Rund dreieinhalb Millionen Syrer leben aktuell noch in der Türkei. Und während es manchen gelungen ist, Fuß zu fassen, eine Arbeit zu finden, sich etwas aufzubauen, lebt die Mehrzahl doch in Armut am Rande der Gesellschaft und ist ständigem Rassismus ausgesetzt.

weiterlesen

Katholiken-Forum weist Dorothee Bärs Ruf nach Kirchenreformen zurück

Mit ihren Reformforderungen mische sich die Vize-Generalsekretärin der CSU im Vorfeld des „synodalen Wegs“ in innerkirchliche Angelegenheiten ein, kritisiert das Forum Deutscher Katholiken. Das fördere Verwirrung und Spaltung in der Kirche.

katholisch.de

Das Forum Deutscher Katholiken kritisiert die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, wegen ihres Rufs nach Reformen in der katholischen Kirche. Die Forderungen Bärs etwa bezüglich der Priesterinnenweihe stünden im klaren Widerspruch zur Lehre der katholischen Kirche, teilte das Forum am Sonntagabend im oberbayerischen Kaufering mit. Die Vize-Generalsekretärin der CSU „mischt sich im Vorfeld des ’synodalen Prozesses‚ in innerkirchliche Angelegenheiten ein“ und „unterstützt damit Verwirrung und Spaltung unter den Katholiken“. Das Forum weise Bärs Appelle entschieden zurück.

Weiter hieß es vom Forum: „Immer wieder sind Politiker versucht, in der Öffentlichkeit Stellung zu Glaubensfragen zu nehmen, und die Kirche als Stiftung Jesu Christi mit einem von Bürgern gegründeten Verein zu verwechseln.“ Dies lehne man ausdrücklich ab. „Glaubensfragen gehören nicht in die politische Agenda.“

weiterlesen