Krebs wird Killer Nr. 1 in reichen Ländern

Krebs hat Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einigen Ländern als häufigste Todesursache abgelöst. © Vitanovski/ thinkstock

Bemerkenswerter Wandel: In reichen Ländern sterben mittlerweile mehr Menschen an Krebs als an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – zumindest in der Altersgruppe bis 70, wie eine Studie enthüllt. Damit sind Tumorleiden in diesen Nationen nun die Todesursache Nr. 1 in Bezug auf Erkrankungen. Als Grund für diese Entwicklung sehen die Forscher vor allem die immer besseren Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten bei Herzinfarkt und Co.

scinexx

Trotz aller Fortschritte in der medizinischen Versorgung sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit die häufigste Todesursache. Bisher galt dies sowohl für Industrienationen als auch für ärmere Regionen – doch inzwischen zeichnet sich ein Umbruch ab. In den reichsten Ländern hat eine andere Erkrankung Herzinfarkt, Schlaganfall und Co bereits als „Killer Nr. 1“ abgelöst: Krebs.

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Dodo Thierse sieht in Thunbergs Klima-Botschaft „Antidemokratisches“

Der SPD-Politiker Wolfgang Thierse sieht in den Worten der Klimaaktivistin Greta Thunberg einen „antidemokratischen Affekt“. Der frühere Bundestagspräsident warnt deshalb die Klimabewegung.

WELT

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse warnt vor Rigorismus in der Klimadebatte. Der Satz der Klimaaktivistin Greta Thunberg, das Klima vertrage keine Kompromisse, sei „von erhabener Wichtigkeit und zugleich falsch“, sagte Thierse dem Berliner „Tagesspiegel“ in einem Video-Interview.

Denn der Satz enthalte einen „antidemokratischen Affekt“. Politik funktioniere „nur Schritt für Schritt, immer auch auf dem Weg von Kompromissen“. Wichtig sei, dass die Richtung eindeutig sei, mahnte der SPD-Politiker. Dabei könne sich die Partei ein Beispiel an Willy Brandt nehmen, sagte Thierse. Brandts großes Verdienst sei, dass er Politik auch für die Menschen gemacht habe, die das nicht selbst für sich tun konnten, unter anderem die Menschen im Osten Deutschlands.

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Tanklaster-Bombardement: Die Schicksalsnacht von Kundus

Zerstörter Tanklaster nach dem Luftangriff von Kundus. Bild: tagesschau.de

Der 4. September 2009 hat die Bundeswehr und deren Einsatz in Afghanistan verändert. Ein deutscher Oberst ließ nahe Kundus zwei Bomben auf von Taliban entführte Tanklaster abwerfen. Viele Zivilisten starben.

Christoph Heinzle, Kai Küstner | tagesschau.de

In der Nacht vom 3. auf den 4. September 2009, einer Vollmondnacht, steht der deutsche Oberst Georg Klein vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens: Tut er nichts, so fürchtet der Kommandeur des Bundeswehr- Lagers in Kundus, könnten die Taliban zwei von ihnen entführte Tanklaster als rollende Bomben gegen sein Camp einsetzen. Zerstört er die Fahrzeuge, könnten im Flammenmeer afghanische Zivilisten sterben.

„Ich meine, ich weiß nicht, ob wir da was abwerfen können, was meinst Du?“, sagte einer der beiden US-Jet-Piloten, die Oberst Klein als Verstärkung angefordert hatte. „Es gibt keine unmittelbare Bedrohung. Nein“, sagte der andere.

Piloten plagten Zweifel

Die beiden Piloten plagten Zweifel. Das belegt der Originalfunkverkehr, der in einem ARD-Doku-Drama nachgestellt ist. Unten am Boden hatten sich die Räder der Lastzüge in den Morast des Kundus-Flusses gefressen. Sie steckten manövrierunfähig in der Sandbank fest. Die Taliban riefen die Bewohner umliegender Dörfer herbei, die sich Benzin abzapften. Es wimmelte von Menschen. Die Zeit drängte. Der Oberst musste entscheiden. Doch es schien einen Ausweg zu geben.

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Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags warnt erneut vor Hackbacks

Bild: TP

Gutachten führt Erfahrungen offensiv agierender Staaten als warnende Beispiele an. Neues IT-Gesetz soll Weg für Cyberattacken ebnen

Christian Kliver | TELEPOLIS

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in einem Gutachten vor einer möglichen Eskalation im Falle einer militärischen Cyber-Strategie gewarnt. Das interne Papier wurde am Dienstag vom Portal „Netzpolitik.org“ veröffentlicht. Es war zuvor offenbar als Verschlusssache Mitgliedern mehrerer Bundestagsausschüsse zugegangen.

Bei einem Einsatz digitaler Waffen könne das erfasste Ziel grundsätzlich nicht so ausgeschaltet werden, dass Kollateralschäden ausgeschlossen werden, heißt es in dem Papier, das von einem Oberstleutnant der Bundeswehr verfasst wurde. Der Autor nimmt damit indirekt Bezug auf ein oft angestrengtes Beispiel, bei dem im Rahmen eines staatlichen Cyberangriffs ein Server ausgeschaltet wird, an dem auch die Stromversorgung eines Krankenhauses anhängig ist, so dass Zivilisten sterben. Im Gutachten ist von einem sogenannten Kaskadeneffekt die Rede.

Die Veröffentlichung kommt unmittelbar bevor in diesem September nach der parlamentarischen Sommerpause eine Gesetzesinitiative der Bundesregierung zu „Hackbacks“ lanciert werden soll. Bei großangelegten Attacken – etwa auf Stromnetze oder wichtige Infrastruktur – soll mit sogenannten Hackbacks in ausländische Server vorgedrungen werden, um diese lahmzulegen. Die Parteien der Großen Koalition streiten seit Monaten darüber, ob und wie deutsche Sicherheitsbehörden bei Cyberangriffen aus dem Ausland zurückschlagen dürfen. Deutliche Differenzen herrschen auch zwischen den Ministerien.

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hatte Mitte vergangenen Jahres schon einmal festgestellt, dass Hackbacks gegen das Gewaltverbot im Grundgesetz verstoßen. In dem Gutachten, das die Linken-Abgeordnete Heike Hänsel in Auftrag gegeben hatte, hieß es, Hackbacks seien unvereinbar mit dem in Art. 26 Abs. 1 des Grundgesetzes verankerten Verbot friedensstörender Handlungen bezeichnet. Die Bundesregierung gehe zwar davon aus, dass für Cyberangriffe keine besonderen rechtlichen Regelungen bestünden und sich ihr Einsatz nach den allgemeinen rechtlichen Vorgaben für militärische Einsätze richte, zitiert das Gutachten die Regierungsposition. In der Fachliteratur werde jedoch überwiegend davon ausgegangen, dass auch Cyberangriffe eine Verletzung des völkerrechtlichen Gewaltverbots darstellen könnten, wenn eine bestimmte Erheblichkeitsschwelle überschritten wird. Friedensstörende Handlungen seien festzustellen, wenn es zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des zwischenstaatlichen Verkehrs komme.

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Beeinflusst Testosteron die Empathie?

Beeinflusst das Hormon Testosteron, wie gut wir uns in andere hineinversetzen können? © Antonio Guillem/ istock

Angebliche Nebenwirkung: Das Hormon Testosteron steht im Verdacht, die Fähigkeit zur Empathie zu beeinflussen. In einer aktuellen Untersuchung mit männlichen Probanden konnten Forscher allerdings keine Hinweise auf einen solchen Zusammenhang finden. Der Hormonspiegel wirkte sich demnach nicht spürbar auf das Abschneiden in Empathietests aus. Damit seien auch Theorien zum Einfluss von Testosteron auf Störungen wie Autismus weiterhin fragwürdig, wie das Team betont.

scinexx

Das Hormon Testosteron beeinflusst wesentlich mehr als nur das Geschlecht und die Sexualität eines Menschen. So deuten Untersuchungen darauf hin, dass sich der Botenstoff unter anderem auch auf den Bewegungsdrang, das Konsumverhalten und sogar das Talent für Mathe auswirken kann. Außerdem soll das männliche Geschlechtshormon eine wesentliche Rolle für die Empathie spielen. Ein hoher Testosteronspiegel vermindert demnach angeblich die Fähigkeit, die Gedanken und Emotionen von Mitmenschen zu verstehen und sich gleichsam in sie hineinzuversetzen.

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Experte: Immer noch hohe Zahl von Analphabeten in Deutschland

Zum Weltalphabetisierungstag (8. September) machen Selbsthilfegruppen, Bildungseinrichtungen und Fachleute mit bundesweit 80 Aktionen auf die immer noch hohe Zahl an Analphabeten aufmerksam.

evangelisch.de

Nach jüngeren Studien könnten rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland trotz Schulbesuch nicht richtig lesen und schreiben, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung, Ralf Häder, in Münster dem Evangelischen Pressedienst (epd). Erfreulich sei aber, dass das Thema in der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren breiteren Raum einnehme, sagte der Experte.

Weil Analphabetismus kein Tabu-Thema mehr sei, wagten sich auch viel mehr Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten „aus der Deckung“, betonte Häder. So suchten deutlich mehr Betroffene Rat am „Alfa-Telefon“ des Bundesverbandes. Aber auch Menschen, die im Beruf mit Analphabeten zu tun hätten, wie etwa Ärzte in Krankenhäusern, holten sich dort Informationen.

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Evangelische Kirche will Missbrauchs-Aufarbeitung vorantreiben — wie oft denn noch

Symbolbild Missbrauch in der Kirche © Clearviewstock (shutterstock)

Wie können Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche an der Aufarbeitung beteiligt werden? Die Evangelische Kirche in Deutschland will solche und weitere Fragen bis Ende des Jahres klären.

DOMRADIO.DE

Das teilte die EKD am Dienstag nach einem Treffen ihres sogenannten Beauftragtenrats mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, und der bei ihm angesiedelten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ mit.

Betroffene umfassend beteiligen

Dabei wurde demnach die Arbeit an den Eckpunkten für Standards der unabhängigen Aufarbeitung von sexueller Gewalt fortgesetzt. Auch sei darüber gesprochen worden, wie Betroffene umfassend beteiligt werden könnten. Forschungsfragen seien ebenfalls thematisiert worden. Alle Teilnehmer hätten sich darauf geeinigt, etliche Fragen bis Ende des Jahres gemeinsam klären zu wollen. Das Treffen fand bereits am Montag in Berlin statt.

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Pentagon gibt 3,6 Milliarden Dollar für Mauerbau frei

3,6 Milliarden Dollar hat das Pentagon für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko freigegeben. Bild: AFP

Seit Jahren fordert Donald Trump den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Amerikas Kongress hatte dem Präsidenten Gelder für das umstrittene Projekt bislang verweigert. Nun stammen die Mittel aus aufgeschobenen Infrastrukturprojekten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das amerikanische Verteidigungsministerium hat 3,6 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) für den von Präsident Donald Trump angestrebten Mauerbau an der Grenze zu Mexiko freigegeben. Damit solle ein Mauerabschnitt von 280 Kilometern Länge finanziert werden, sagte Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffmann am Dienstag. Die Gelder stammen demnach aus Haushaltsmitteln für 127 Neubau- und Renovierungsprojekte militärischer Einrichtungen der Vereinigten Staaten im In- und Ausland; diese sollen nun verschoben werden.

Verteidigungsminister Mike Esper genehmigte demnach die Umschichtung der Mittel aus dem Etat des Pentagon für 2019. Der Schritte war nach einer Entscheidung des Supreme Court von Ende Juli möglich geworden. Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten hatte damals die vorhergehende Entscheidung eines Bundesrichters aufgehoben, der Trump die Nutzung von Mitteln aus dem Pentagon für den Bau neuer Absperrungen an der Grenze zu Mexiko untersagt hatte.

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„Die AfD ist nicht die Partei der Mittelschicht, sie hat den höchsten Arbeiteranteil unter ihren Wählern“

Ein Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung der AfD. Die Partei sei «diejenige, die den höchsten Arbeiteranteil unter ihren Wählern hat», sagt der Politologe Jürgen W. Falter. (Bild: Sebastian Kahnert / DPA)

Nach den Wahlen in Sachsen und Brandenburg stellt sich die AfD als bürgerliche Partei dar. Zu Recht? Der Politikwissenschafter Jürgen W. Falter widerspricht. Wähler, Programm und Personal seien ganz anders.

Anja Stehle | Neue Zürcher Zeitung

Herr Professor Falter, nach den Wahlerfolgen in Sachsen und Brandenburg lässt die AfD kaum eine Gelegenheit aus, sich als die neue «bürgerliche» Kraft Deutschlands zu bezeichnen. Was versteht man eigentlich darunter?

Jürgen W. Falter: Das ist ein diffuser Begriff, der gerade deshalb von der AfD ständig bemüht wird. Eine bürgerliche Partei erkennt man einerseits an ihren Anhängern und Mitgliedern. Sie wird von der Mittelschicht gewählt. Eine Arbeiterpartei wird hingegen von Arbeitern gewählt. Da in Deutschland 70 oder sogar 80 Prozent der Wahlberechtigten zur Mittelschicht gehören, hat dieser Teil der Definition wenig Aussagekraft. Der zweite Teil bezieht sich auf die programmatischen Inhalte und die Politik einer Partei, also die Frage, ob sie primär für die Oberschicht, für Arbeiter oder für das Bürgertum spricht und handelt.

Bezeichnet sich die AfD zu Recht als bürgerlich?

Nein, schon aus dem Grund, dass sie gar nicht die Mittelschicht repräsentiert. Sie ist von allen Parteien diejenige, die den höchsten Arbeiteranteil unter ihren Wählern hat. Und sie hat eine hohe Anziehungskraft für Arbeitslose. Das haben erneut die Wahlen in Sachsen und Brandenburg gezeigt.

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Starker Anstieg bei Kleinen Waffenscheinen — Bewaffnet sich Deutschland?

Kleiner Waffenschein © Oliver Killig (dpa)

Immer mehr Menschen besitzen in Deutschland einer Umfrage zufolge einen Kleinen Waffenschein. Waren 2014 noch 260.000 Bürger berechtigt, eine Schreckschusswaffe zu tragen, stieg die Zahl bis Ende Juni dieses Jahres auf rund 640.000.

DOMRADIO.DE

Das berichtet die Düsseldorfer „Rheinische Post“ (Dienstag) unter Berufung auf eine eigene Umfrage bei den Innenministerien aller 16 Bundesländer. In den vergangenen zwölf Monaten sei die Zahl um rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen.

Im Verhältnis zur Bevölkerung ist die Quote der Waffenscheinbesitzer dem Bericht zufolge in Schleswig-Holstein mit 9,6 Scheinen pro 1.000 Einwohner und im Saarland mit 9,2 Scheinen am höchsten. In NRW kamen auf 1.000 Einwohner rund neun Kleine Waffenscheine. Der Zuwachs liege im bevölkerungsreichsten Bundesland mit 7,1 Prozent aber unter dem Bundesdurchschnitt, hieß es. Insgesamt waren dem Bericht zufolge am 30. Juni in NRW 162.952 Kleine Waffenscheine registriert.

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Macron: Verhandlungen über einen 13,6-Milliarden-Euro-Kredit für Iran

Der iranische Tanker Adrian Darya. Foto: PressTV

Diplomatisches Ziel ist es, Iran wieder zur Einhaltung der Bestimmungen des Nuklearabkommens zu bringen – und ein Treffen zwischen Trump und Rouhani zu arrangieren

Thomas Pany | TELEPOLIS

Der französische Präsident Macron versucht sich an einem diplomatischen Erfolg. Seit gestern ist eine hochrangige iranische Delegation in Paris, um mit französischen Verhandlern die Möglichkeiten eines Kredits von 15 Milliarden US-Dollar (13,6 Milliarden Euro) auszuarbeiten. Die Summe soll von Großbritannien, Frankreich und Deutschland in drei Zahlungen transferiert werden, lautet das Angebot, über das Le Monde und die New York Times berichten.

In der amerikanischen Zeitung ist von einem Rettungspaket die Rede, einem bailout package, das „Iran den Ausfall von Ölverkäufen wegen der US-amerikanischen Sanktionen kompensiert“. In der französischen Zeitung kommt diese Begründung nicht vor. Herausgehoben wird dort, dass das Ziel der Aktion sei, Bedingungen zu schaffen, um Iran wieder zur Einhaltung der Regelungen der Nuklearvereinbarung von 2015 (JCPOA) zu veranlassen und seine bisherigen Ausstiegsschritte zu revidieren.

Gekrönt würde Macrons Diplomatie, wenn es zu einem Treffen zwischen dem iranischen Präsidenten Rouhani und US-Präsident Trump bei einem UN-Meeting im September käme, so die Sicht aus Paris.

Nach Lage der Dinge sieht es eher nicht danach aus.

Rouhani: Bilaterale Gespräche nicht auf der Agenda

Rouhani erklärte aufs Neue, dass bilaterale Gespräche auch jetzt „nicht auf der Agenda stehen“ (Tagesschau). Die Hoffnung Macrons kann sich nur auf den Aspekt der Erklärungen Rouhanis beziehen, wonach man über „weitere positive Entwicklungen reden könne“, wenn die USA ihre Sanktionen gegen Iran aufheben.

Die Frage wäre, ob der Milliarden-Kredit der drei europäischen Länder zum Ersatz für die Forderung nach der Aufhebung der Sanktionen taugt? Der New York Times-Artikel deutet dies mit der Formulierung an, der Kredit sei als „Kompensation für den Ausfall von Öleinnahmen durch die US-Sanktionen“ beabsichtigt. Ein weiteres Argument dafür wäre, dass Macron das heutige Treffen mit einem längeren Telefon-Gespräch mit Rouhani vorbereitet hat. Es wäre erstaunlich, wenn die Bereitschaft zu einem Gespräch nicht angesprochen worden wäre.

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Johnson verliert Mehrheit im britischen Unterhaus

Der Abgeordnete Phillip Lee gibt ein Interview (Archivbild). Bild: dpa

Nach dem Fraktionswechsel eines Abgeordneten kann sich der britische Premierminister Boris Johnson nicht mehr auf eine Mehrheit im Parlament stützen. Der Tory-Politiker Phillip Lee tritt den Liberaldemokraten bei.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die absolute Mehrheit im Unterhaus verloren. Grund ist, dass ein weiterer Abgeordneter von Johnsons konservativer Partei am Dienstag in London zur Fraktion der pro-europäischen Liberaldemokraten wechselte.

Der Tory-Politiker Phillip Lee begründete seinen Wechsel am Dienstag in einem Statement, das er auf Twitter verbreitete. „Diese konservative Regierung verfolgt in aggressiver Weise einen schädlichen Brexit“, schrieb Lee. Sie unterminiere die Integrität Großbritanniens, seine Demokratie und Wirtschaft, gefährde Leben und Existenzgrundlagen. „Sie benutzt politische Manipulation, Mobbing und Lügen. Und sie tut das bewusst und überlegt.“

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Wegen „echter“ Zaubersprüche: Katholische Schule verbannt Harry Potter

Die Bücher und Filme um Harry Potter verzaubern junge Menschen auf der ganzen Welt. Eine Schule im US-Bundesstaat Tennessee hat jetzt interveniert: Nach dem Rat von Exorzisten ließ der örtliche Pfarrer die Bücher aus der Schulbibliothek entfernen.

katholisch.de

Die katholische St. Edward-Schule in Nashville im US-Bundesstatt Tennessee hat die Bücher der populären Harry-Potter-Reihe aus der Schulbibliothek entfernt. Das sei auf Weisung des örtlichen Pfarrers Dan Reehil geschehen, berichtet die Zeitung „The Tennessean“ am Wochenende. Der Priester sei auf Anfrage eines Elternteils aktiv geworden und berufe sich in seiner Entscheidung auf eine Empfehlung von Exorzisten aus den USA und Rom.

„Diese Bücher zeigen Magie sowohl als gut wie auch als böse“, wird eine E-Mail Reehils zitiert. Das sei aber nicht wahr, sondern eine „clevere Täuschung“. „Die Flüche und Zaubersprüche in den Büchern sind echt. Ein Leser riskiert, böse Geister herbeizuzaubern.“ Die Zeitung konnte Reehil nicht für eine Stellungnahme erreichen. Die Schulverantwortliche des Bistums Nashville, Rebecca Hammel, bestätigte jedoch die Inhalte der Mail.

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Wie die Staaten Amerikas ihre indigenen Völker vertreiben

Schönheit der Zerstörung. Der brennende Amazonas, festgehalten von Ian Willms.Foto: Ian Willms

Der Greenpeace Foto Award fördert politische Fotografie. Die Gewinnerschau in Mitte blickt auf die katastrophalen Missstände im globalen Süden.

Paul Gäbler | DER TAGESSPIEGEL

Der Regenwald im Amazonas brennt. Wochenlang blieb das international unbemerkt. Bis Fotografien den Einzug in die Medien fanden. Der Greenpeace Foto Award will auf die Bedeutung dieser Art von Berichterstattung hinweisen. In den Räumen der Berliner f3-Galerie werden nun die Werke des Kanadiers Ian Willms und des Argentiniers Pablo E. Piavano, beide Gewinner des letztjährigen Wettbewerbs, ausgestellt. Sie dokumentieren die aggressive Landnahme der kanadischen, chilenischen und argentinischen Regierung ohne Rücksicht auf die indigene Bevölkerung.

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Parkinson: Protein-Verklumpung gestoppt

Ablagerungen verklumpter Proteine im Gehirn sind typisch für Parkinson. © pixologicstudio/ thinkstock

Krankhafte Proteinklumpen: Die für Parkinson typischen Ablagerungen verklumpter Proteine im Gehirn lassen sich womöglich bekämpfen. Wie Forscher berichten, können sich spezielle Bindeproteine an Bausteine des sogenannten Alpha-Synucleins anlagern und dadurch verhindern, dass diese sich miteinander verketten und verklumpen. Im Experiment mit Fliegen verbesserten sich als Folge einige Symptome der Erkrankung. Ob dies auch beim Menschen gilt, ist allerdings noch unklar.

scinexx

Zittrige Hände, steife Muskeln und verlangsamte Bewegungen: Das sind die typischen Symptome von Parkinson – der inzwischen zweithäufigsten neurodegenerativen Erkrankung nach Alzheimer. Seitdem der englische Arzt James Parkinson das Leiden vor rund 200 Jahren zum ersten Mal beschrieb, ist die Zahl der Betroffenen kontinuierlich gestiegen. Heute sind weltweit über sechs Millionen Menschen von dem Niedergang Dopamin-produzierender Nervenzellen betroffen.

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Ermittlungen wegen Missbrauchsverdachts in Kindergarten dauern an

Im Fall des Missbrauchsverdachts in einer evangelischen Kindertagesstätte in Ludwigshafen dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankenthal an.

evangelisch.de

Inzwischen seien alle Zeugen vernommen worden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber am Dienstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Nun werde ein aussagepsychologisches Gutachten von einem möglicherweise betroffenen Kind erstellt. Die Eltern hätten diesem Schritt zugestimmt.

Zunächst werde das Kind von einem Psychologen nach wissenschaftlichen Kriterien befragt, sagte Ströber. Danach werde das Gutachten erstellt. Mit Ergebnissen sei in wenigen Monaten zu rechnen.

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Iran lehnt bilaterale Gespräche mit den USA ab

Der iranische Präsident Hassan Rohani zeigt den USA die kalte Schulter. (Bild: Vahid Salemi / AP Photo)

Der iranische Präsident Hassan Rohani will sich nicht mit US-Präsident Donald Trump treffen, um über das Atomabkommen zu sprechen. Ausserdem kündigte er an, Iran könnte von weiteren Verpflichtungen des Atomabkommens von 2015 abrücken.

Neue Zürcher Zeitung

Irans Präsident Hassan Rohani hat bilaterale Gespräche mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump ausgeschlossen. «Bilaterale Gespräche (mit den USA) standen nie auf der Agenda und stehen es auch jetzt nicht», sagte Rohani am Dienstag im iranischen Parlament. Es habe zwar von verschiedenen Seiten Vorschläge für solch ein Treffen gegeben, «aber Irans Antwort sei stets negativ gewesen».

Rohani hatte im Konflikt mit den USA in der Vorwoche noch für mehr Diplomatie plädiert. «Wenn mir klar ist, dass ich mit einem Treffen die Probleme der Iraner lösen könnte, dann werde ich das definitiv tun», hatte er gesagt. Beobachter in Teheran sahen in der Aussage eine Einstimmung auf ein mögliches Treffen von Rohani mit Trump am Rande der bevorstehenden Uno-Vollversammlung in New York.

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