Glockenspiel der Garnisonkirche wird abgeschaltet

Ab dem Wochenende bleibt das Glockenspiel stumm.Foto: Andreas Klaer

Seit 28 Jahren steht das Geläut der Garnisonkirche auf der Plantage. Wegen umstrittener Inschriften bleibt es künftig stumm – womöglich für immer

Peer Straube | Potsdamer Neueste Nachrichten

Im Streit um den Wiederaufbau der Garnisonkirche kommen die Initiatoren den Kritikern ein Stück entgegen. Zum Wochenende soll das wegen seiner Inschriften umstrittene Glockenspiel auf der Plantage abgeschaltet werden. Darauf habe sich man sich in Absprache mit der Garnisonkirchen-Fördergesellschaft verständigt, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwochabend im Hauptausschuss. Die Widmungen wolle man sich nun „im Detail ansehen“ und wissenschaftlich untersuchen, so Schubert. Das Ergebnis soll dann öffentlich diskutiert werden. Mindestens bis dahin bleibe das Geläut abgeschaltet.

Kritiker sprechen von „rechtsradikalen Widmungen“

Dass es überhaupt jemals wieder erklingt, ist indes wenig wahrscheinlich. Auf den wohl problematischen Inhalt der Inschriften auf dem Glockenspiel hatten erst kürzlich rund 100 teils namhafte Künstler, Wissenschaftler und Architekten in einem offenen Brief hingewiesen. Auf dem Geläut finde sich eine „Reihe revisionistischer, rechtsradikaler und militaristischer Widmungen“, heißt es in dem Schreiben, das unter anderem an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) gerichtet ist.

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Pädophilen-Skandal in Berlin weiterhin ungeklärt

Bisher gibt es keine neuen Erkenntnisse zum Fall von Kindesmissbrauch unter staatlicher Obhut.Foto: Inga Kjer/dpa

Bis 2003 haben Jugendämter Kinder in die Obhut pädophiler Männer gegeben. Nach den Verantwortlichen wird weiter gesucht. Doch die Aufarbeitung läuft schleppend.

Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Berge von Akten wurden gewälzt: Akten aus der Wohnung des verstorbenen Peinigers, Akten aus dem Jugendamt von Tempelhof-Schöneberg. Das Ende der Suchaktion ist ernüchternd: Die Ermittlungen wurden eingestellt. Die Rede ist von dem Versuch der juristischen Aufarbeitung eines Kindesmissbrauchs unter staatlicher Obhut: 30 Jahre lang bis mindestens 2003 gaben Jugendämter Kinder und Jugendliche zu pädophilen Pflegevätern.

Zwei der Geschädigten erstatteten bei der Staatsanwaltschaft Anzeige, die Senatsverwaltung für Jugend schloss sich an. Am Mittwoch teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit, dass nun auch das letzte Ermittlungsverfahren eingestellt wurde. Im konkreten Fall geht es um einen Pädophilen, dem erst vom Jugendamt Kreuzberg und später vom Jugendamt Schöneberg mehrere Kinder und Jugendliche anvertraut worden waren.

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Netanyahu drängt USA gemäss Report seit 2007 zu Angriff auf Iran

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90) bearb.:BB

Die «New York Times» enthüllt neue Details zu einer beharrlichen Kampagne des Premiers. Doch auch Ehud Barak befürwortete jahrelang Attacken auf Iran.

Andreas Mink | tachles

In der Bush-Ära hat der legendäre Enthüllungs-Journalist Seymour Hersh die Öffentlichkeit mit ausführlichen Beiträgen für den «New Yorker» über angebliche Pläne der USA und Israels für Angriffe auf iranische Atomanlagen schockiert. Die Aufregung hat sich schliesslich gelegt – auch weil beide Regierungen derartige Vorhaben vehement bestritten haben.

Doch nun liefert die «New York Times» härtere Belege für eine seit mindestens 2007 laufende Kampagne Israels, Amerika zu Militärschlägen gegen Iran zu bewegen. Die Geschichte dazu soll im kommenden Sonntagsmagazin der Times erscheinen und wurde gestern Mittwoch Online gestellt. Als Autoren zeichnen der Israeli Ronen Bergman und der Pulitzer-Preisträger Mark Mazzetti. Beide gelten als ausgewiesene Sicherheits-Experten mit exzellenten Verbindungen zu Militärs, Geheimdienstlern und Politikern.

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Älteste Kriechspuren entdeckt?

Forscher haben ein 550 Millionen Jahre altes Urzeit-Wesen mitsamt seiner Kriechspur entdeckt – ein besonderer Fund. © Virginia Tech College of Science

Urzeitliche Bewegungsspuren: Forscher haben in China das 550 Millionen Jahre alte Fossil eines Urtiers entdeckt – mitsamt seiner Kriechspuren. Sowohl die Anatomie des Wesens als auch die von ihm hinterlassenen Abdrücke legen nahe, dass es sich um ein gegliedertes Tier mit der Fähigkeit zur gerichteten Fortbewegung handelte. Damit könnte es ein ganz früher Vertreter der sogenannten Bilateria sein – jener großen Tiergruppe, zu denen auch der Mensch gehört.

scinexx

Im Ediacarium-Zeitalter vor 630 bis 540 Millionen Jahren tummelten sich bizarre Kreaturen auf unserem Planeten. Einige dieser Wesen glichen halbaufgepumpten Luftmatratzen, andere fraktalen Farnen oder elliptischen Blasen. Lange Zeit war deshalb umstritten, ob es sich überhaupt schon um Tiere handelte.

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US-Justizministerium sucht mit allen Mitteln, Assange wegen Spionage anzuklagen

Nachdem Manning trotz monatelanger Beugehaft standhaft bleibt, soll nun offenbar der noch im Gefängnis sitzende Stratfor-Hacker Hammond die notwendige Aussage liefern

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das US-Justizministerium scheint zu fürchten, dass Chelsea Manning (früher Bradley Manning) nicht gegen Julian Assange aussagen wird. Mit einer kurzen Unterbrechung sitzt sie seit März in Beugehaft, weil sie sich weigerte, eine Aussage in einem Verfahren gegen Julian Assange und WikiLeaks vor einer Grand Juri zu machen. Die Anklage gegen Assange war zufällig im November 2018 bekannt geworden (USA planten geheime Anklage gegen Julian Assange. Man arbeitete an ihr, damit Großbritannien ihn ausliefert).

Manning hatte 2010 geheime Dokumente des Pentagon an WikiLeaks weitergegeben. Furore machte besonders ein Video „Collateral Murder“, das zeigt, wie US-Soldaten lachend aus einem Apache-Hubschrauber auf Zivilisten und Journalisten schießen und sieben töteten. Dazu kamen die Mitteilungen amerikanischer Botschaften (cablegate), die Afghan War und Iraq War logs oder Dokumente über Guantanamo. Manning wurde 2013 u.a. wegen Spionage und Hilfe für den Feind, worauf die Todesstrafe stehen kann, zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt und von Barrack Obama im Januar 2017 begnadigt.

Das US-Justizministerium hat schließlich in der letzten Anklageschrift im Mai doch Assange wegen Spionage angeklagt, nämlich wegen unerlaubten Erhalts und Verbreitung geheimer Informationen und Verschwörung zum Hacken in geheim eingestufte Dokumente und Kommunikation. Knackpunkt ist, dass er es Manning in einer Verschwörung ermöglicht habe, mit dem Knacken eines Passworts in die geheimen Pentagonrechner einzudringen. Die Mithilfe von Assange am Hacken wäre der Knackpunkt der Anklage und würde Assange grundsätzlich von einem Journalisten unterscheiden, der wie andere Bürger auch durch den Ersten Verfassungszusatz geschützt ist, wie gerade ein Gericht in New York bestätigte (Gerichtsurteil: WikiLeaks ist durch den Ersten Verfassungszusatz geschützt)..

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Sind Harry-Potter-Bücher eine Gefahr für die Kirche? „Es ist nur die pure Angst einiger Leute“

Eine katholische Schule in den USA hat alle Harry-Potter-Bände aus der hauseigenen Bibliothek verbannt. Sogar Exorzisten waren bei der Entscheidung beteiligt. Ist der Junge mit der Brille und der Zackennarbe ernsthaft eine Gefahr für die Kirche?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Sie beschäftigen sich schon seit vielen Jahren mit Harry Potter. Ist der junge Mann tatsächlich ein Bote Satans, wie manche behaupten?

Matthias Frohmann-Stadtlander (Theologe, Lehrer und Dozent am Institut für Erziehungswissenschaften der Ruhr-Universität Bochum): Ich glaube eher, das behaupten diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben. Wenn man genau hinschaut, gibt Joanne K. Rowling in allen sieben Bänden eigentlich die Grundwerte jüdisch-christlicher Motive wieder.

Es gibt sogar spannenderweise eine Untersuchung aus dem Journal für angewandte Sozialpsychologie, dass Leser und Leserinnen der Harry-Potter-Bände deutlich empathischer sind und deutlich weniger Vorurteile haben. Also kann ich diese Aussage vollständig entschärfen.

DOMRADIO.DE: Der Pfarrer an dieser Schule in den USA behauptet, die Zaubersprüche bei Harry Potter seien echt. Haben Sie als Harry Potter-Kenner schon einmal probiert, etwas nachzuzaubern? Funktioniert das?

Frohmann-Stadtlander: (lacht) Ich habe es noch nicht probiert. Aber ich hege auch berechtigten Zweifel.

Schon in der Bibel wird ja – wenn es um Zauberei geht – immer die Frage gestellt, in wessen Vollmacht gezaubert wird. Denn auch Jesus und Moses zaubern ja sozusagen. Das ist bei Harry Potter auch sehr genau geregelt. Böser Zauber ist verboten und guter Zauber muss immer den Menschen dienen. Dadurch kann man sagen, ist das im biblischen Sinne auch eine Tradition ist, die da fortgesetzt wird.

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Kirche und AfD: Ist die Zeit der Dialogverweigerung vorbei?

Mit den Wahlen in Sachsen und Brandenburg ist die AfD jetzt in allen deutschen Länderparlamenten vertreten. Damit sitzen ihre Abgeordneten in vielen Gremien Kirchenvertretern gegenüber. Joachim Valentin fragt sich, wie dieser Dialog aussehen kann.

Joachim Valentin | katholisch.de

In Brandenburg und Sachsen sind für viele Beobachter die Wahlen am vergangenen Sonntag „noch einmal gut ausgegangen“. Und tatsächlich hat die gerade in diesen Bundesländern und in Thüringen, wo am 27.10. gewählt wird, besonders triumphal und „systemkritisch“, bisweilen rechtsradikal auftretende Partei nirgends eine Mehrzahl der Stimmen errungen. Eine Regierungsbildung ohne AfD wird so zwar überall schwierig, liegt aber nirgendwo als stärkste Fraktion in deren Hand. Gleichwohl stellen viele Beobachter die Frage nach den Schlussfolgerungen, die von dieser Wahl ausgehen.

Auch die Kirchen waren in den letzten Jahren gezwungen, sich zumindest insofern parteipolitisch zu positionieren, als der evangelische Kirchentag einen öffentlichen Dialog mit dieser Partei in Dortmund 2019 ganz aussetzte, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, nach einer ähnlichen Entscheidung beim Katholikentag in Leipzig 2016 in Münster 2018 aber AfD-Vertreter auf einzelnen Podien zuließ.

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USA: Rückzug vom Totalabzug in Afghanistan

Bild: US-Verteidigungsministerium/gemeinfrei

Das Abkommen zwischen den USA und den Taliban soll unterschriftsreif sein, es wird aber weiter gekämpft. Trump ist noch am Überlegen. Frühere US-Botschafter warnen vor einem nächsten Bürgerkrieg

Thomas Pany | TELEPOLIS

Auch die Bundeswehr wird in Afghanistan beschossen, meldete das ZDF am vergangenen Wochenende. Im Lager „Pamir“, in der Nähe der Stadt Kundus im Nordosten des Landes, soll auf dem Gelände ein „nicht näher identifiziertes Geschoss“ eingeschlagen sein. Getroffen oder verletzt wurde niemand, so ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam.

Wie groß der Schock war, ist dem nicht zu entnehmen. Aber Kundus hat eine besondere Bedeutung für den Bundeswehreinsatz. Dort gab es die ersten offensive Bodenoperationen der Bundeswehr und die ersten Todesopfer. Im Oktober 2013 zog das Kontingent ab, im März 2018 kamen deutsche Soldaten zurück (Die Rückkehr nach Kundus). Das zeigt schon einiges über Lage im Land an, aus dem viele nach Deutschland geflüchtet sind, und die Unsicherheit der westlichen Verbündeten darüber, wie Afghanistan stabilisiert werden könnte.

Abzulesen war die Unsicherheit darüber, wie der Afghanistan-Einsatz gegenüber der Öffentlichkeit hierzulande einzustufen ist, in einer längeren öffentlichen Debatte darüber, ob man das Geschehen dort als „Krieg“ bezeichnen soll. Dem folgte dann in der jüngsten Vergangenheit die Debatte, ob Afghanistan als „sicheres Herkunftsland“ zu bezeichnen sei, was Abschiebungen von Geflüchteten ermöglicht.

Im Lager „Pamir“ bei Kundus sind derzeit etwa 80 Bundeswehr-Soldaten stationiert. Insgesamt sind zwischen 1.200 und 1.300 deutsche Soldaten in dem Land im Einsatz, aus dem viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die Basis des deutschen Kontingents ist das Lager „Marmal“ in Masar-i-Scharif, ebenfalls im Norden Afghanistans. Darüber hinaus werden laut Bundeswehr deutsche Soldaten auch in Kabul und Bagram eingesetzt.

Der Sicherheitskordon um das Bundeswehrlager Marmal sei auf „drei Kilometer“ geschrumpft; Bundeswehrsoldaten würden berichten, dass die Taliban (manchmal auch: Taleban) in das Gebiet zwischen Mazar-i-Sharif und dem BW-Camp Marmal einsickern, meldete kürzlich der auf Sicherheitspolitik spezialisierte Journalist Björn Müller.

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Wie die Sorge um den Datenschutz die Technik-Branche lähmt

Schrumpfender Markt: Schon vor der IFA 2018, von der dieses Foto ist, verzeichnete der Markt für Unterhaltungselektronik…Foto: dpa

Eine Umfrage zeigt, dass viele Kunden die neuen Technologien skeptisch sehen. Die Erwartungen an die IFA sind deshalb verhalten.

Thomas Wüpper | DER TAGESSPIEGEL

An diesem Freitag startet die 59. Internationale Funkausstellung in Berlin. Bis kommenden Mittwoch sind die Messehallen unterm Funkturm wieder weltweit größter Treffpunkt der Elektronikbranche. Erwartet werden rund 250.000 Besucher, mehr als die Hälfte davon Fachleute. Im vorigen Jahr vereinbarten Industrie und Handel nach Messeangaben Aufträge von 4,7 Milliarden Euro auf der IFA. Wichtigste Trends auf der Schau sind Künstliche Intelligenz, Sprachsteuerung und 5G-Vernetzung.

In diesem Jahr ist die Stimmung unter den 1939 Ausstellern etwas getrübt. „Es steht außer Zweifel, dass anhaltende Diskussionen zu globalen Handelskonflikten, politischen Streitigkeiten und auch zum Brexit ihren Einfluss auf das Kaufverhalten der Konsumenten bei Neuanschaffungen haben“, sagt Hans-Joachim Kamp vom Branchenverband gfu Consumer & Home Electronics. Die Branche wäre daher schon mit Umsätzen auf Vorjahresniveau zufrieden.

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One Number Shows Something Is Fundamentally Wrong with Our Conception of the Universe

An image of the Large Magellanic Cloud taken with a ground-based telescope. The inset image was captured by the Hubble Space Telescope, and shows a galaxy cluster teeming with variable Cepheids, a class of stars that flicker regularly. Using this pulsation rate, scientists have calculated the universe’s expansion rate, but that number doesn’t match with values derived from other cosmic phenomena, such as the echo of the Big Bang known as the cosmic microwave background radiation.
(Image: © An image of the Large Magellanic Cloud taken with a ground-based telescope. The inset image was captured by the Hubble Space Telescope, and shows a galaxy cluster teeming with variable Cepheids, a class of stars that flicker regularly. Using this pulsation rate, scientists have calculated the universe’s expansion rate, but that number doesn’t match with values derived from other cosmic phenomena, such as the echo of the Big Bang known as the cosmic microwave background radiation.)

There’s a puzzling mystery going on in the universe. Measurements of the rate of cosmic expansion using different methods keep turning up disagreeing results. The situation has been called a „crisis.“

Adam Mann | SPACE.com

The problem centers on what’s known as the Hubble constant. Named for American astronomer Edwin Hubble, this unit describes how fast the universe is expanding at different distances from Earth. Using data from the European Space Agency’s (ESA) Planck satellite, scientists estimate the rate to be 46,200 mph per million light-years (or, using cosmologists‘ units, 67.4 kilometers/second per megaparsec). But calculations using pulsating stars called Cepheids suggest it is 50,400 mph per million light-years (73.4 km/s/Mpc). 

If the first number is right, it means scientists have been measuring distances to faraway objects in the universe wrong for many decades. But if the second is correct, then researchers might have to accept the existence of exotic, new physics. Astronomers, understandably, are pretty worked up about this discrepancy.

What is a layperson supposed to make of this situation? And just how important is this difference, which to outsiders looks minor? In order to get to the bottom of the clash, Live Science called in Barry Madore, an astronomer at the University of Chicago and a member of one of the teams undertaking measurements of the Hubble constant.

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1800 Zweifel an der Existenz Bielefelds

Angeblich Bielefeld. Bild: obs

Wer beweisen kann, dass es Bielefeld nicht gibt, erhält von der Stadt eine Million Euro. Die Resonanz auf den Wettbewerb ist gewaltig – und mancher Beweis richtig gut.

Christoph Schäfer | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wer auf einer Party sagt, dass er aus Bielefeld kommt, erhält so gut wie immer als Antwort „Bielefeld gibt es doch gar nicht“. Viele Bielefelder können über diesen immer gleichen Dialog nicht mehr lachen, die meisten Nicht-Bielefelder finden ihn trotzdem lustig. Wiederum andere nehmen die Verschwörungstheorie für bare Münze. Die Stadt Bielefeld zum Beispiel. Sie hat eine Million Euro für den ersten Einsender ausgelobt, der beweisen kann, dass die Theorie stimmt. In den offiziellen Wettbewerbsbedingungen heißt es: „Der Teilnehmer muss die Nichtexistenz Bielefelds beweisen. Hierzu ist eine erschöpfende Beweisführung erforderlich, die durch nichts und niemanden zu erschüttern ist.“ Zudem beteiligten sich weitere Bielefelder Unternehmen und selbst Sportvereine an der Aktion: So will der Oetker-Konzern im Falle des Beweises eine Million Puddingtütchen sponsern. Und der Fußballklub Arminia Bielefeld verspricht gar einen Platz im Kader für ein Spiel des Vereins in der zweiten Bundesliga.

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Gericht: Minderjährigenehe kann nicht immer aufgehoben werden

Pixabay License

Eine im EU-Ausland nach dort geltendem Recht wirksam geschlossene Ehe unter Beteiligung eines Minderjährigen kann in der Regel in Deutschland nicht aufgehoben werden.

evangelisch.de

Dies würde die Ehepartner in ihren Rechten auf Aufenthalt und Arbeitsfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union verletzen, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss (AZ: 5 UF 97/19). Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Gegenstand der juristischen Auseinandersetzung war die Ehe zwischen zwei bulgarischen Staatsangehörigen, die im Frühjahr 2018 die Ehe eingingen. Die Frau war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt. Seit Sommer 2018 lebt das Paar in Deutschland.

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Wozu ein Informationsdienst zur Polizeientwicklung im Jahr 2019?

Cover des letzten Cilip-Hefts

Das Magazin Cilip zeigt, wie man Repression und Staatsgewalt ohne Phrasendrescherei und Moralisieren kritisieren kann, was heute nötiger denn je ist

Peter Nowak | TELEPOLIS

Im Vorfeld des 30ten Jahrestag des Mauerfalls heißt es immer, dass damals die Freiheit über die Diktatur gesiegt hat. Kaum erwähnt wird, dass es in der BRD eine lange Geschichte von Grundrechtseinschränkungen, aber auch einen langen Kampf dagegen gab. Das Magazin Cilip mit dem Untertitel „Bürgerrechte und Polizei“ ist ein Archiv von vier Jahrzehnten Kampf gegen Gesetzeseinschränkungen und gegen Polizeigewalt. Das aktuelle Heft 118/119 vom Juni 2019 ist gleichzeitig auch eine Ausgabe zum 40ten Jubiläum.

Im März 1978 war die Nullnummer von Cilip erschienen. Die Texte wurden damals noch mit der Schreibmaschine abgetippt. Wenn sich heute auch das Erscheinungsbild stark verändert hat, so haben die im Laufe der Jahrzehnte wechselnden Autoren doch an den Inhalten festgehalten. „Wozu ein Informationsdienst zur Polizeientwicklung?“ lautete die Überschrift eines Artikels in der ersten Ausgabe. Dort finden man eine sehr präzise Analyse über die Veränderung bei der Polizeiarbeit, die 40 Jahre später nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

Viele Zeichen deuten aber darauf hin, dass die liberal-rechtsstaatlichen Demokratien durch ihre eigenen Verfahrensweisen, durch die Tendenzen der Konzentration und Zentralisation insbesondere, einschließlich der damit einhergehenden Bürokratisierung gefährdet werden. Viele Zeichen deuten auch darauf hin, dass der Gewaltapparat im Inneren, sprich: die Polizei- und Informationsdienst mehr als je zuvor zu zentralen Steuerungsagenturen einer exekutiv definierten Stabilität werden. Besteht auch nur die Möglichkeit, dass diese Beobachtungen nicht ganz falsch sind, dann erscheint es dringend erforderlich, die öffentlich zugangliche Information über Polizei- und Polizei-Entwicklung zu vergrößern und zu verbreitern, um damit die Debatte über den Stellenwert und die Wirkungsweise der Polizei wach zu halten.

Aus der Nullnummer von Cilip aus dem Jahr 1978

Vorbeugende Verbrechensbekämpfung wurde neues Leitziel

Die Zeitschrift wurde in einer Zeit gegründet, als die vorbeugende Verbrechensbekämpfung zum neuen Leitziel der Polizei geworden war. Wie der Politologe Norbert Pütter in seinem einführenden Artikel darlegt, ist damit der Ausbau von verdeckten Polizeimethoden und der länderübergreifende Austausch von Daten von Millionen Menschen verbunden, die irgendwann in Polizeidateien gelandet sind. Die Cilip-Gründer hätten sich 1978 nicht ausmalen können, wie rasant sich durch die technologische Entwicklung begünstigt, der Aufbau dieser Dateien entwickeln würde.

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Woelki warnt vor Kirchenspaltung in Deutschland

Kölner Kardinal: „Ich glaube, dass der Weg, wie er gegenwärtig in Deutschland angestrebt wird, große Gefahren in sich birgt – vor allem mit Blick auf eine Spaltung innerhalb der deutschen Kirche.“

kath.net

„Ich glaube, dass der Weg, wie er gegenwärtig in Deutschland angestrebt wird, große Gefahren in sich birgt – vor allem mit Blick auf eine Spaltung innerhalb der deutschen Kirche.“ Das sagte Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln, über den geplanten „Synodalen Weg“. Woelki erinnerte daran, dass Papst Franziskus jüngst in seinem Brief an die Katholiken in Deutschland darum gebeten hatte, in der Einheit mit der Weltkirche zu bleiben, kath.net hat berichtet. Der Kölner Kardinal äußerte sich im Interview mit der „Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln“.

Woelki berichtete, er habe während seiner USA-Reise neulich in Gesprächen mit den amerikanischen Katholiken weit verbreitet die Sorge wahrgenommen, „dass uns der ‚synodale Weg‘ auf einen deutschen Sonderweg führt, dass wir schlimmstenfalls sogar die Gemeinschaft mit der Universalkirche aufs Spiel setzen und zu einer deutschen Nationalkirche werden“.

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Ein Softwareproblem bei SpaceX ist für das Satelliten-Ausweichmanöver verantwortlich

Weil die Gefahr einer Kollision stieg, mussten zwei Satelliten im Weltraum ihren Kurs ändern. Die ESA kontaktierte das US-Unternehmen SpaceX. Doch dieses sah keinen Grund zum Handeln – wohl wegen einer Computerpanne.

Neue Zürcher Zeitung

Nach dem Ausweichmanöver eines europäischen ESA-Satelliten wegen eines «Starlink»-Satelliten von SpaceX macht das amerikanische Raumfahrtunternehmen seine Software für mangelhafte Kommunikation verantwortlich. SpaceX verwies gegenüber der Nachrichtenagentur DPA auf einen Fehler in seinem Nachrichtensystem. Dies habe dazu geführt, dass ein Mitarbeiter nicht gesehen habe, dass die US-Luftwaffe die Wahrscheinlichkeit einer Kollision der beiden Satelliten hochgestuft habe.

«Hätte der ‹Starlink›-Mitarbeiter die Korrespondenz gesehen, hätten wir uns mit der ESA abgestimmt, um den besten Lösungsansatz zu ermitteln», teilte das private Raumfahrtunternehmen aus Kalifornien mit. SpaceX werde das Problem untersuchen und beheben.

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McCarrick: „Ich bin nicht so böse, wie ich dargestellt werde“

Er ist kein Kardinal, kein Erzbischof und auch kein Kleriker mehr: Theodore McCarrick wurde von der Kirche des mehrfachen Missbrauchs für schuldig befunden. Nun hat sich der 89-Jährige erstmals seit dem Skandal um seine Taten zu Wort gemeldet.

katholisch.de

Missbrauchstäter und Ex-Kardinal Theodore McCarrick hat sich erstmals seit seiner Entlassung aus dem Klerikerstand im Februar öffentlich geäußert. „Ich bin nicht so böse, wie ich dargestellt werde“, sagte der ehemalige Erzbischof von Washington dem US-Online-Magazin „Slate“ am Dienstag. „Ich glaube nicht, dass ich die Dinge getan habe, derer sie mich beschuldigen“, so der 89-Jährige, der laut früheren Medienberichten bei schlechter Gesundheit ist. McCarrick wurde von Vatikan des sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Minderjährigen und Erwachsenen in Verbindung mit Machtmissbrauch für schuldig befunden. Zudem habe er das Beichtsakrament für unangemessene Handlungen missbraucht, lautete das kirchliche Urteil.

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