Pädophilen-Skandal in Berlin weiterhin ungeklärt


Bisher gibt es keine neuen Erkenntnisse zum Fall von Kindesmissbrauch unter staatlicher Obhut.Foto: Inga Kjer/dpa

Bis 2003 haben Jugendämter Kinder in die Obhut pädophiler Männer gegeben. Nach den Verantwortlichen wird weiter gesucht. Doch die Aufarbeitung läuft schleppend.

Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Berge von Akten wurden gewälzt: Akten aus der Wohnung des verstorbenen Peinigers, Akten aus dem Jugendamt von Tempelhof-Schöneberg. Das Ende der Suchaktion ist ernüchternd: Die Ermittlungen wurden eingestellt. Die Rede ist von dem Versuch der juristischen Aufarbeitung eines Kindesmissbrauchs unter staatlicher Obhut: 30 Jahre lang bis mindestens 2003 gaben Jugendämter Kinder und Jugendliche zu pädophilen Pflegevätern.

Zwei der Geschädigten erstatteten bei der Staatsanwaltschaft Anzeige, die Senatsverwaltung für Jugend schloss sich an. Am Mittwoch teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit, dass nun auch das letzte Ermittlungsverfahren eingestellt wurde. Im konkreten Fall geht es um einen Pädophilen, dem erst vom Jugendamt Kreuzberg und später vom Jugendamt Schöneberg mehrere Kinder und Jugendliche anvertraut worden waren.

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