USA: Rückzug vom Totalabzug in Afghanistan


Bild: US-Verteidigungsministerium/gemeinfrei

Das Abkommen zwischen den USA und den Taliban soll unterschriftsreif sein, es wird aber weiter gekämpft. Trump ist noch am Überlegen. Frühere US-Botschafter warnen vor einem nächsten Bürgerkrieg

Thomas Pany | TELEPOLIS

Auch die Bundeswehr wird in Afghanistan beschossen, meldete das ZDF am vergangenen Wochenende. Im Lager „Pamir“, in der Nähe der Stadt Kundus im Nordosten des Landes, soll auf dem Gelände ein „nicht näher identifiziertes Geschoss“ eingeschlagen sein. Getroffen oder verletzt wurde niemand, so ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam.

Wie groß der Schock war, ist dem nicht zu entnehmen. Aber Kundus hat eine besondere Bedeutung für den Bundeswehreinsatz. Dort gab es die ersten offensive Bodenoperationen der Bundeswehr und die ersten Todesopfer. Im Oktober 2013 zog das Kontingent ab, im März 2018 kamen deutsche Soldaten zurück (Die Rückkehr nach Kundus). Das zeigt schon einiges über Lage im Land an, aus dem viele nach Deutschland geflüchtet sind, und die Unsicherheit der westlichen Verbündeten darüber, wie Afghanistan stabilisiert werden könnte.

Abzulesen war die Unsicherheit darüber, wie der Afghanistan-Einsatz gegenüber der Öffentlichkeit hierzulande einzustufen ist, in einer längeren öffentlichen Debatte darüber, ob man das Geschehen dort als „Krieg“ bezeichnen soll. Dem folgte dann in der jüngsten Vergangenheit die Debatte, ob Afghanistan als „sicheres Herkunftsland“ zu bezeichnen sei, was Abschiebungen von Geflüchteten ermöglicht.

Im Lager „Pamir“ bei Kundus sind derzeit etwa 80 Bundeswehr-Soldaten stationiert. Insgesamt sind zwischen 1.200 und 1.300 deutsche Soldaten in dem Land im Einsatz, aus dem viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die Basis des deutschen Kontingents ist das Lager „Marmal“ in Masar-i-Scharif, ebenfalls im Norden Afghanistans. Darüber hinaus werden laut Bundeswehr deutsche Soldaten auch in Kabul und Bagram eingesetzt.

Der Sicherheitskordon um das Bundeswehrlager Marmal sei auf „drei Kilometer“ geschrumpft; Bundeswehrsoldaten würden berichten, dass die Taliban (manchmal auch: Taleban) in das Gebiet zwischen Mazar-i-Sharif und dem BW-Camp Marmal einsickern, meldete kürzlich der auf Sicherheitspolitik spezialisierte Journalist Björn Müller.

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