„Die Hohenzollern haben Hitler aktiv unterstützt“

Der Historiker Stephan Malinowski lehrt Geschichte an der Universität von Edinburgh. Seine Dissertation „Vom König zum Führer….Foto: Manfred Thomas

Der Historiker Stephan Malinowski spricht im Interview über die Ansprüche der Adelsfamilie und ihre Rolle bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

Thorsten Metzner | DER TAGESSPIEGEL

Das Land Brandenburg weigert sich, den Nachfahren des letzten deutschen Kaisers eine Entschädigung über 1,2 Millionen Euro zu zahlen. Sie haben vor vier Jahren für die Landesregierung ein Gutachten über die Verstrickung der Hohenzollern in die NS-Diktatur erstellt. Über die gleiche Thematik haben Sie damals auch einen Beitrag in der Wochenzeitung „Die Zeit“ publiziert. Wie waren die Reaktionen?

Nach meinem Beitrag haben die Hohenzollern Strafanzeige gegen mich gestellt, mit dem Vorwurf der Verletzung von Privatgeheimnissen.

Haben Sie das Vorgehen des Hauses Hohenzollern als Einschüchterungsversuch wahrgenommen?

In meiner Wahrnehmung erzeugte das durchaus Druck. Es wurde tatsächlich ermittelt, mit dem Ergebnis allerdings, dass das Verfahren später vollständig eingestellt wurde. 

Das war keine leichte Zeit für Sie?

So etwas belastet. Eine Behörde oder ein Medium reicht so etwas an die Justitiare weiter. Als Privatperson, als Historiker kann man das nicht. Man ist verunsichert, es beeinflusst bei jedem Interview, bei jedem Aufsatz. Dabei finden sich in diesem Text, er steht ja online im Netz, keine Privatgeheimnisse. Die Rolle der Hohenzollern im Dritten Reich, die keine rühmliche war, gehört zu Kernfragen der deutschen Geschichte. Wenn das keine öffentliche Angelegenheit ist, dann wüsste ich nicht, was Geschichte noch sein soll.

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Jeder achte Erwachsene in Nordrhein-Westfalen ist Analphabet

Ein Mann schreibt in einer Volkshochschule bei einem Analphabeten-Grundkurs an der Tafel. Jeder achte Erwachsene in Nordrhein-Westfalen kann nicht richtig Deutsch lesen und schreiben. Foto: picture alliance / dpa

Etwa jeder achte Erwachsene in Nordrhein-Westfalen kann nach Schätzungen nicht richtig Deutsch lesen und schreiben. Insgesamt werde die Zahl der sogenannten funktionalen Analphabeten im bevölkerungsreichsten Bundesland auf 1,36 Millionen Menschen geschätzt, sagte Tim Henning vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. der Deutschen Presse-Agentur.

Kölner Stadt-Anzeiger

Der Bundesverband warf der Landesregierung vor, zu wenig für diese Menschen zu tun. Die hohe Zahl von funktionalen Analphabeten in NRW sei ein „unhaltbarer Zustand“. Die Betroffenen können zwar ihren Namen und einzelne Sätze schreiben, aber keine längeren zusammenhängenden Texte verstehen. Damit werden alltägliche Dinge wie Bedienungsanleitungen, Automaten oder Fahrpläne zu Herausforderungen.

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Deutschlands Automanager haben Angst vor Umweltschützern

Ein BMW X1 in der Testanlage einer Fabrik: SUVs stehen bei Umweltschützern besonders in der Kritik. Foto: Nelson Ching/Bloomberg

Die Stimmung zwischen Autoindustrie und Umweltschützern ist giftig. Ausgerechnet kurz vor der wichtigen Messe IAA hat die Branche die Hosen voll.

Max Hägler, Christina Kunkel | Süddeutsche Zeitung

Es ist der Moment, an dem die Anspannung in dieser Debatte deutlich wird. Der Cheflobbyist der deutschen Autoindustrie, Bernd Mattes, fährt seine Kontrahentin an. Er klingt empört: Sie möge doch so nett sein, ihn ausreden zu lassen, ruft der VDA-Präsident nach links. „Ich bin doch auch nett zu Ihnen!“

Luise Neumann-Cosel schweigt, für den Moment zumindest. Aber es fällt ihr schwer, zusehends. Sie arbeitet als Kampagnenleiterin für eine Organisation namens „Campact“, ist einer der Menschen, die von der Autoindustrie viel mehr Einsatz fordern beim Klimaschutz. „Kann man Ihnen überhaupt glauben bei den Grenzwerten?“, wird sie an diesem Abend noch in die Debatte werfen. Da schwingt der Dieselskandal mit, ein großes Misstrauen. Es wird auch nach diesem ungewöhnlichen Streitgespräch nicht ausgeräumt sein.

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Erdogan will Atomwaffen für die Türkei

Bild: Magazin „The Economist“

Auch sein Land habe das Recht, nuklear aufzurüsten, sagt der türkische Präsident. Solche Pläne umzusetzen, dürfte allerdings schwierig werden.

Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert für sein Land das Recht auf Atomwaffen, um im Konzert der Großmächte mitspielen zu können. Er akzeptiere nicht, dass andere Länder Atomwaffen besäßen, der Türkei aber solche Waffen verbieten wollten, sagte Erdogan jetzt in einer Rede.

Eine Umsetzung der Forderung wäre für Ankara sehr schwierig. Der Ruf nach Atomwaffen passt aber zum Selbstverständnis der Türkei als eigenständige Regionalmacht, die trotz der Mitgliedschaft in Bündnissen wie der Nato eigene Ziele verfolgt.

Seit Jahren betrachtet die Türkei das israelische Atomwaffenprogramm und auch die nuklearen Ambitionen des Nachbarn Iran mit Misstrauen. Israel sei wegen seiner Atomwaffen in der Lage, jedem in der Region Angst einzujagen, sagte Erdogan. Aus Sicht des türkischen Präsidenten ist der Besitz von Atomwaffen gleichbedeutend mit politischer Macht: „Alle entwickelten Länder der Welt“ verfügten über solche Waffen, betonte Erdogan.

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Kloster Montserrat räumt Missbrauch ein

Ein Mönch des Benediktinerklosters Montserrat in Katalonien hat jahrzehntelang ungehindert Minderjährige missbraucht. Das räumte die Gemeinschaft ein einem am Freitag veröffentlichten Untersuchungsbericht ein.

DOMRADIO.DE

„Andreu Soler war ein Sexualstraftäter und Päderast“, heißt es ohne Umschweife in dem Schreiben. Der inzwischen verstorbene Ordensmann habe die Taten zwischen 1972 und 2000 als Leiter eine Jugendgruppe begangen.

Es hätte Anlässe gegeben, gegen den Täter vorzugehen

Soler habe aus sexuellem Missbrauch eine Art „Lebensweise“ gemacht, ohne Reue oder Bereitschaft zur Umkehr, heißt es weiter in dem Bericht. Zwar könne man nicht mit Sicherheit sagen, ob die damaligen Leiter des Klosters die Taten vertuscht oder einfach in Unkenntnis gehandelt hätten.

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Pläne für Verbot religiöser Symbole im Gericht in drei Bundesländern

Mit der Initiative für ein Verbot religiöser Symbole für Richter und Staatsanwälte ist Niedersachsen bundesweit nicht allein. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Justizministerien der Länder ergab, sind in zwei weiteren Bundesländern schon seit längerem ähnliche Verbote geplant.

evangelisch.de

In Nordrhein-Westfalen ist solch ein Verbot seit dem vergangenen Jahr in der parlamentarischen Beratung. Im Saarland wurde ein Kopftuchverbot für Justizangehörige im Koalitionsvertrag vereinbart. In vier Bundesländern gibt es solche Verbote bereits.

In den sieben übrigen Bundesländern gibt es keine entsprechenden Regelungen und es sind auch keine geplant. Dazu gehören Hamburg, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz.

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Forderung von Minister Esper: Deutschland soll Trumps Grenzzaun gegenfinanzieren

Sparpläne im Ausland, um die Mauer zu finanzieren? Die amerikanische „Lucius D. Clay Kaserne“in Wiesbaden Bild: dpa

Donald Trump holt sich Millionen Dollar für die Grenzanlagen zu Mexiko aus Bauprojekten des Militärs. Das betrifft Hilfsgelder für Puerto Rico genauso wie Schulen für Soldatenkinder in Deutschland. Die Lücke sollen nach den Wünschen des Verteidigungsministers andere Länder schließen.

Frauke Steffens | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wenn es nach der Regierung von Donald Trump geht, dann sollen Deutsche, Japaner und Engländer marode Schulen auf amerikanischen Militärbasen renovieren oder neu bauen. Das schlug Verteidigungsminister Mark Esper am Donnerstag vor. Die Regierung von Präsident Donald Trump zieht Millionen Dollar aus Bauprojekten im Ausland ab, um sie für Befestigungsanlagen an der Grenze zu Mexiko auszugeben. Sie kann dank Trumps Notstandserklärung 3,6 Milliarden Dollar aus dem Haushalt des Pentagon umleiten.

Die verbündeten Staaten sollten darüber nachdenken, die Mittel selbst zur Verfügung zu stellen, sagte Esper vor Journalisten in London. Er wolle dafür werben, „Belastungen stärker gemeinsam zu schultern“. „Dementsprechend ist es Teil unserer Botschaft zu sagen, seht, wenn ihr euch wirklich solche Sorgen macht, solltet ihr in Erwägung ziehen, diese Projekte für uns zu übernehmen. Das wird auch der Infrastruktur in den betroffenen Ländern helfen“, sagte der Minister. Das Verteidigungsministerium will an 127 Projekten in den Vereinigten Staaten und im Ausland sparen.

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Schusswaffengewalt soll durch Früherkennung psychischer Störungen eingedämmt werden

Grafik: TP

Trump verbindet Massenschießerein mit Geisteskrankheiten, zur Prävention wird ein Massenüberwachungsprogramm etwa mit Apple Watches, Fitbits, Amazon Echo und Google Home erwogen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Hierzulande wurde gar nicht registriert, was im Umkreis des Weißen Hauses diskutiert wird, um Amokläufe und Massenschießereien zu reduzieren, ohne an der bestehenden Freizügigkeit, Schusswaffen zu besitzen zu rütteln. Die These von US-Präsident Trump ist die der Waffenlobby. Ordentliche Bürger dürfen der Verfassung wegen Schusswaffen erwerben und tragen, das mache die Gesellschaft auch sicherer, weil für Abschreckung gesorgt wird. Gestört wird die waffentragende Harmonie er sich gegenseitig Bedrohenden nur durch Verrückte. Und weil die nicht normal sind, könne man gegen diese auch nicht wirklich etwas machen.

Im Weißen Haus hat man aber wohl eingesehen, nachdem die Massenschießereien anwachsen und dies nicht gerade für ein Sicherheitsgefühl in der Gesellschaft sorgt, dass man irgendwie Handlungsbereitschaft demonstrieren müsste, wenn man schärfere Waffengesetze verhindern will. Das scheint für Trump ein Menetekel zu sein, weil er hier an Gefolgschaft verlieren könnte. Also müssen Alternativen ausgebrütet werden, die demonstrieren, dass man handeln kann, ohne die Waffengesetze zu verändern bzw. den Erwerb von Waffen zu erschweren.

„Safe Home“: Stopping Aberrant Fatal Events by Helping Overcome Mental Extremes

Die bei Trump unbeliebte und als Teil der Fake-News-Medien verunglimpfte Washington Post berichtete jedenfalls, in Europa weitgehend unbeachtet, von Überlegungen im Weißen Haus, wie man früh- und vorzeitig Anzeichen bei Menschen registrieren könnte, die auf psychische Störungen hinweisen, die in gewalttätiges Handeln münden könnten. Die Richtung ist klar, man hätte damit wieder einen Bevölkerungsteil, dieses Mal allerdings nicht rassistisch, als riskant bezeichnet. Psychische Störungen, so die Botschaft, sind nicht nur eine Qual für die Betroffenen, sondern auch eine Gefahr für die Gesellschaft. „Geisteskranke“ wurden wie alle anderen Minderheiten und Anormale wie Juden, Sinti und Roma, Linke oder Schwule im Nationalsozialismus als minderwertig gebrandmarkt und ausgemerzt.

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Das ist Plastiktüten-Pillepalle

Das geplante Verbot ist „Plastiktüten-Pillepalle“. Es vermittelt nur das trügerische Gefühl, einen Coup gelandet zu haben. Ändern wird sich dadurch wenig. Wirkliche Lösungen sind komplizierter.

Werner Eckert | tagesschau.de

Irgendwie hilflos: Die Politik kann Hemdchentüten nicht verbieten, weil das Obst sonst eingeschweißt und vorverpackt wird. Weil sonst also mehr Plastik das bisschen Plastik ersetzt. Die Umweltministerin weiß, dass es genau so laufen wird, weil nämlich solch isolierte Verbote wenig bringen. Aber bei den anderen Tüten, da macht sie es trotzdem, und das ist schon ein Stück Symbolpolitik.

Die Tüte hat das Etikett „böse“ und deshalb freuen sich dann alle und bestellen weiter dreifach Eingepacktes bei Amazon und kaufen Obstsaft in Plastikflaschen, Shampoo und Putzmittel auch und all den anderen Müll. Das sieht man etwa beim Blick in den Gelben Sack – der Kunststoffabfall hat in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent zugenommen.

Ein Tütenverbot – ob nun mit oder ohne Hemdchentüten – verschafft nur das trügerische Gefühl, einen Coup gelandet zu haben. Und es tut ja nicht mal weh. Aber im Ernst: Das ist Pillepalle. Niemand braucht da über seinen Lebensstil nachzudenken. Zweimal vergisst man, einen eigenen Beutel zum Einkaufen mitzubringen, dann ist das Gewohnheit. Und in einem Jahr denkt keiner mehr darüber nach.

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It’s Official: The Strange, Aurora-Like STEVE Is a Completely Unique Celestial Phenomenon

This composite image shows STEVE alongside the Milky Way over Childs Lake, Manitoba, Canada. (Image: © Krista Trinder/NASA)

As the northern lights danced and glowed in the night sky this past Labor Day weekend, skywatchers in places like Alaska and Canada may have spotted a rose-tinted streak amidst the dazzling display. But this pink-ish ribbon isn’t an aurora — it’s STEVE!

Chelsea Gohd | SPACE.com

STEVE (the Strong Thermal Emissions Velocity Enhancement) is a spectacular and colorful celestial phenomenon that was first spotted 2016. Scientists have studied the particles associated with STEVE for decades, but only recently have they witnessed the phenomenon in the sky. This past summer, a research team led by University of Calgary researcher D.M. Gillies confirmed that, despite its colorful appearance, STEVE isn’t a type of aurora but something entirely unique. 

In May, researchers confirmed that STEVE is not an aurora. But this new research expands our understanding of the strange phenomenon even further.

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„Wir dürfen das Internet nicht Facebook überlassen“

Auch Löschen will gelernt sein. Ob ein Beitrag den Tatbestand einer Hassrede erfüllt oder doch unter Meinungsfreiheit fällt und…Foto: dpa

Die Landesmedienanstalten gehen gegen Hassrede vor. Interview mit Tobias Schmid über Regulierung, Streaming und Russia Today.

Joachim Huber | DER TAGESSPIEGEL

Herr Schmid, stimmt das, trauen sich die Medienanstalten mittlerweile die Regulierung des Internets.

Wenn wir die Menschenwürde, Jugend- und Verbraucherschutz im Internet nicht aufgeben wollen, müssen wir uns darum kümmern.

Überheben sich die Aufsichtsbehörden nicht?

Wir hatten schon kleinere Aufgaben, aber die Frage stellt sich eigentlich nicht. Unsere Aufgaben regelt der Gesetzgeber, wir sind Exekutivbehörden.

Wie steht es um die tatsächliche Umsetzung? Alles im Griff?

Unterschiedlich. Im Bereich der Werbeverstöße sind wir auf einem sehr guten Weg. Die Vorschriften, die ja auch im Fernsehen gelten, durchzusetzen, ist nicht so schwierig. Komplizierter ist das Thema Hassrede.

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Grenell fordert Verbot der Hizbullah in Deutschland

In den Niederlanden und Großbritannien ist die radikalislamische Miliz verboten. Ein solches Zeichen wünscht sich Richard Grenell auch von der Bundesregierung.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Vereinigten Staaten haben ihre Forderung nach einem Verbot der radikal-islamischen Hizbullah in Deutschland erneuert. „Ungeachtet der Haltung der EU könnte die Bundesrepublik – wie die Niederlande und Großbritannien – für Deutschland ein vollständiges Verbot aussprechen“, schreibt der amerikanische Botschafter in Berlin, Richard Grenell, in der „Welt“. „Das würde die Hisbollah nicht nur davon abhalten, in Deutschland um Anhänger und Spendengelder zu werben. Damit würde Deutschland ein starkes Zeichen setzen, dass es Gewalt, Terror und antisemitischen Hass in Europa nicht duldet.“

In Deutschland ist – wie in den meisten anderen EU-Staaten – nur der militärische Arm der Hizbullah verboten, der politische Arm dagegen erlaubt. Die EU hatte den militärischen Teil 2013 auf die Terrorliste gesetzt. Großbritannien stufte die Organisation im März aber in ihrer Gesamtheit als terroristisch ein und folgte damit unter anderem den Niederlanden, den Vereinigten Staaten und Kanada. Die Bundesregierung argumentiert dagegen, dass die Hizbullah ein relevanter gesellschaftlicher Faktor im Libanon sei, wo sie auch in Parlament und Regierung vertreten ist.

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Warum Liberale mit der evangelischen Kirche fremdeln

Themenbild.

In der Sehnsucht nach Aufmerksamkeit werden Moralismus, Trivialität und politische Gesinnung zur kirchlichen Botschaft. Damit entfremdet sich die evangelische Kirche von gesellschaftlich relevanten Milieus.

Pascal Kober | WELT

Evangelische Kirche und FDP sind sich fremd geworden. Dass es diese Distanz nicht schon immer gegeben haben soll, mag manchen erstaunen, verbindet man im Allgemeinen den politischen Liberalismus doch mit Kirchenkritik und Laizität. Was für die französische und die angelsächsische Liberalismustradition zutrifft, ist allerdings nicht auf den politischen Liberalismus in Deutschland zu übertragen.

Denn dieser verdankt sein Entstehen ganz wesentlich dem kirchlich eng verbundenen und dem damals noch sehr kleinen Teil des gegenüber der Demokratie aufgeschlossenen protestantischen Bürgertums am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts. Von diesem historischen Erbe zeugt noch heute der evangelische Pfarrer Friedrich Naumann, den die der FDP nahestehende politische Stiftung als ihren Namensgeber gewählt hat.

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Rüstungsgegner blockieren Rheinmetall-Werk in Unterlüß

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB

Rüstungsgegner haben am Freitag das Werksgelände der Rüstungsfabrik Rheinmetall in Unterlüß in der Lüneburger Heide blockiert. Die Aktion habe bereits am frühen Morgen begonnen, sagte ein Sprecher der Initiative „Rheinmetall entwaffnen“.

evangelisch.de

Etwa 300 Menschen hätten sich daran beteiligt. Durch die Blockade seien zunächst der Schichtwechsel zur Frühschicht sowie An- und Auslieferungen zur und von der Fabrik unterbrochen worden, fügte der Sprecher hinzu: „Wir haben die Rheinmetall-Rüstungsproduktion für einen weiteren Tag lahmgelegt.“ Am Nachmittag dauerte die Protestaktion an.

Die Polizei sprach von insgesamt vier Blockaden rund um das Werksgelände mit insgesamt etwa 200 Teilnehmern. Die Proteste seien weitgehend ohne Zwischenfälle verlaufen, sagte Polizeisprecher Christian Riebrandt dem Evangelischen Pressedienst (epd). Beamte hätten den Rheinmetall-Mitarbeitern den Zugang ins Werk ermöglicht. In einem Fall sei eine besetzte Schiene von Polizisten geräumt worden.

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«Ehre für einen radikalen Antisemiten»? Der Berliner Bürgermeister Michael Müller empfängt seinen Teheraner Amtskollegen

Der Teheraner Bürgermeister Pirouz Hanachi (rechts) und Machmud Farazandeh, der iranische Botschafter in Deutschland, am Freitag im Berliner Rathaus. (Bild: Hayoung Jeon / EPA

Michael Müller, der Regierende Bürgermeister von Berlin, hat am Freitag Pirouz Hanachi getroffen, den Bürgermeister der iranischen Hauptstadt. Das empörte nicht nur den amerikanischen Botschafter Richard Grenell, sondern auch deutsche Politiker.

Hansjörg Müller | Neue Zürcher Zeitung

Am Freitag hat der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller seinen Teheraner Amtskollegen Pirouz Hanachi empfangen. Bereits im Vorfeld hatte sich deswegen in der deutschen Öffentlichkeit Kritik geregt: Von einem «fatalen Signal an all jene, die sich täglich gegen Antisemitismus engagieren», schrieb die Berliner Aussenstelle des American Jewish Committee auf ihrer Website. Hanachi vertrete ein Regime, das Israel mit Vernichtung drohe und Terroristen unterstütze. Begleitet wurde Hanachi von Machmud Farazandeh, der Mitte August seinen Posten als iranischer Botschafter in Berlin angetreten hat.

Auf Twitter hatte sich auch die amerikanische Botschaft in die Debatte eingeschaltet: Iran fordere Israels Zerstörung, verfolge Homosexuelle und religiöse Minderheiten und halte ausländische Gefangene zu Unrecht fest. Müller solle den Besuch entweder absagen oder von seinem Gast ein Ende dieser Praktiken verlangen. Auf seinem eigenen Twitter-Account hielt der amerikanische Botschafter Richard Grenell Hanachi vor, mit den iranischen Revolutionswächtern verbandelt («affiliated») zu sein, einer paramilitärischen Organisation, die als ebenso treue wie brutale Stütze des Regimes gilt.

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Bundesweiter ökumenischer Tag der Schöpfung

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at

Die katholischen Bischöfe rufen zur Beteiligung am ökumenischen Tag der Schöpfung an diesem Freitag auf. Das diesjährige Leitthema „Salz der Erde“ verweist auf die Rede Jesu und den Auftrag an seine Jünger, Salz der Erde zu sein.

DOMRADIO.DE

Das teilte die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mit. Bundesweit fänden ökumenische Gottesdienste unter diesem Motto statt.

Seit dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich am ersten Freitag im September den ökumenischen Tag der Schöpfung. „Beim Tag der Schöpfung kann der christliche Schöpfungsglaube neu erfahren werden“, erklärte der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron.

Alle Sinne für Gottes Schöpfung öffnen

Der Tag biete die Chance, „Augen, Ohren und alle Sinne für Gottes Schöpfung zu öffnen und so den Geheimnissen des Lebens neu auf die Spur zu kommen“.

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