Das ist Plastiktüten-Pillepalle


Das geplante Verbot ist „Plastiktüten-Pillepalle“. Es vermittelt nur das trügerische Gefühl, einen Coup gelandet zu haben. Ändern wird sich dadurch wenig. Wirkliche Lösungen sind komplizierter.

Werner Eckert | tagesschau.de

Irgendwie hilflos: Die Politik kann Hemdchentüten nicht verbieten, weil das Obst sonst eingeschweißt und vorverpackt wird. Weil sonst also mehr Plastik das bisschen Plastik ersetzt. Die Umweltministerin weiß, dass es genau so laufen wird, weil nämlich solch isolierte Verbote wenig bringen. Aber bei den anderen Tüten, da macht sie es trotzdem, und das ist schon ein Stück Symbolpolitik.

Die Tüte hat das Etikett „böse“ und deshalb freuen sich dann alle und bestellen weiter dreifach Eingepacktes bei Amazon und kaufen Obstsaft in Plastikflaschen, Shampoo und Putzmittel auch und all den anderen Müll. Das sieht man etwa beim Blick in den Gelben Sack – der Kunststoffabfall hat in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent zugenommen.

Ein Tütenverbot – ob nun mit oder ohne Hemdchentüten – verschafft nur das trügerische Gefühl, einen Coup gelandet zu haben. Und es tut ja nicht mal weh. Aber im Ernst: Das ist Pillepalle. Niemand braucht da über seinen Lebensstil nachzudenken. Zweimal vergisst man, einen eigenen Beutel zum Einkaufen mitzubringen, dann ist das Gewohnheit. Und in einem Jahr denkt keiner mehr darüber nach.

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