Anschlussverwendung für das Hambacher Loch


Rheinisches Braunkohlerevier. Bild: Haloorange/CC BY-SA-3.0

Nach Abschluss der Auskohlung könnte das Tagebauloch als Speicher für die Stromerzeugung genutzt werden

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Noch ist Hambach im Zusammenhang mit dem verbliebenen Hambacher Forst im Blickfeld der meisten Menschen. Das könnte sich jedoch ändern, wenn das Hambacher Loch als Pumpspeicherkraftwerk eine zweites Leben erhält. Mit diesem sollen dann Wind- und PV-Strom, für den es im Umfeld keine Abnehmer gibt, gespeichert werden. Für den Braunkohlestrom nutzte man bei einem Überangebot in der Vergangenheit beispielsweise die drei Stufen des Schluchseewerks im Südschwarzwald, an welchen der Braunkohleverstromer RWE schon seit Jahrzehnten mit 50 Prozent beteiligt ist.

Für das seit Ende der 1970er-Jahre durch den Abbau von Braunkohle entstandene Loch könnte könnte man sich die Kosten für eine Renaturierung sparen, wenn man dort eine technische Anschlussverwendung finden könnte. Dies könnte auch den Betreiber des Braunkohletagebaus, die früher als Rheinbraun und aktuell unter dem Namen RWE Power AG firmierende Tochter des RWE-Konzerns davon überzeugen, sich für die angedachte Nachnutzung zu entscheiden.

Die Betonkugel vom Bodensee

Ende 2016 hatte man im Bodensee die Energiespeicherung mit Hilfe einer Betonkugel im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium vom 1.1.2013 bis zum 30.6.2017 geförderten Projekts STENSEA erprobt. Zuerst wurde das Wasser aus dem Hohlraum der Kugel herausgepumpt. Sobald dann Strom benötigt wurde, strömte das Wasser über eine Turbine in den Hohlraum zurück.

Die Turbine und der mit ihr gekoppelte Generator erzeugt dann Strom. Über ein Kabel wurde der Strom ans Festland geliefert. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IEE) in Kassel konnten damit nachweisen, dass die Idee der beiden pensionierten Professoren Horst Schmidt-Böcking aus Frankfurt und Gerhard Luther aus Saarbrücken in der Praxis funktioniert, auch wenn die Kugel im Bodensee mit ihrem Durchmesser von gerade mal drei Metern nur etwa die Leistung einer Windkraftanlage innerhalb von vier Stunden speichern konnte. Die Effizienz der Anlage wird mit 90 Prozent beziffert, was deutlich mehr wäre als die Effizienz der Power2Gas-Anlagen, die maximal ein Drittel davon erreichen können.

weiterlesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.