Die Route durch das Eismeer bringt ein ganzes Ökosystem in Gefahr


Eisbrecher machen den Weg über das Nordmeer frei Quelle: picture alliance/dpa

Das Eis am Nordpol schmilzt und macht die einst unzugängliche Nordostpassage für Frachtschiffe frei. Im harten Wettbewerb der Reedereien kann die schnellere Route zum entscheidenden Faktor werden. Doch dabei gerät ein riesiges Ökosystem in Gefahr.

Birger Nicolai | WELT

Das durchschnittliche Reisetempo des Tankers „Korolev Prospect“ auf der Fahrt betrug zwölf Knoten, das sind 22 Kilometer pro Stunde. Auf hoher See ist das kein Rekordtempo. Doch auf der Route, die der Flüssiggastanker gewählt hatte, ist dies einmalig: Zum ersten Mal überhaupt hat sich ein mit Flüssiggas angetriebenes Frachtschiff mit einer Tragfähigkeit von gut 113.000 Tonnen innerhalb von gut einer Woche auf der sogenannten Nordostpassage durch das Eismeer gekämpft.

Mit diesen Schiffen transportiert die russische Reederei Sowkomflot das Flüssiggas LNG (Liquefied Natural Gas) aus den Gasfeldern Sibiriens in ferne Länder. Startpunkt ist der Hafen Sabetta unweit der riesigen Gasvorkommen auf der Halbinsel Jamal.

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