Giftiges Nahrungsergänzungsmittel: Ohne Kontrolle auf den Markt


Tabletten, Kapseln und Pillen in verschiedenen Farben liegen in einem Medikamenten-Behälter einer Apotheke. | Bildquelle: dpa

Nahrungsergänzungsmittel brauchen eine behördliche Erlaubnis, ehe sie verkauft werden dürfen. Doch Report Mainz zeigt, dass hochgiftige Produkte völlig unkontrolliert auf den Markt gelangen.

Claudia Butter, Philipp Reichert | tagesschau.de

Einem Autorenteam des ARD-Politikmagazins Report Mainz ist es gelungen, ein gefährliches Nahrungsergänzungsmittel bei den Behörden für den Verkauf anzumelden. Während des gesamten Experiments über knapp zwei Monate wurde es weder kontrolliert noch verboten. Auf dem Etikett gaben die Reporter als Zutat einen giftigen Pflanzenstoff an: Datura-Extrakt, also Stechapfel. Nach Einschätzung des Pharmakologen Martin Smollich vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gehört die Pflanze zu den giftigsten in Mitteleuropa: „Damit kann man potenziell auch Menschen umbringen.“

Verkauft und hergestellt haben die Reporter das gefährliche Produkt nicht, um niemanden zu gefährden. Nahrungsergänzungsmittel müssen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit registriert werden. Für die Überwachung sind dann die rund 400 Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Auf Nachfrage, warum die drei im Experiment betroffenen Städte das gefährliche Produkt nicht kontrolliert haben, erklärten sie, Nahrungsergänzungsmittel würden nur stichprobenartig kontrolliert. Für die Sicherheit der Produkte seien die Hersteller selbst verantwortlich.

weiterlesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.