Niederlande verlangt von Russland die Auslieferung von Tsemakh


Präsident Selenskyi begrüßt die Gefangenen am Flughafen, in Russland wurde der Austausch von der Regierung eher als Nebensache behandelt. Bild: Presidential Office of Ukraine/CC BY-SA-4.0

Die ukrainische Regierung hat sich dem Druck aus den Niederlanden nicht gebeugt und setzt auf Annäherung mit Russland; Donald Trump scheint dies zu gefallen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Am Freitag war der Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine doch noch zustande gekommen. Zuvor hatte die überraschende Forderung Russlands, den vom ukrainischen Geheimdienst Anfang August aus der „Volksrepublik Donezk“ verschleppten und seitdem inhaftierten Volodymyr Tsemakh in den Austausch einzuschließen, für Verzögerungen gesorgt (Ukrainischer Präsident zwischen Russland und dem JIT). Tsemakh war, als die MH17 abgeschossen wurde, Mitglied oder Kommandant einer Luftabwehreinheit in Schischne, also in der Gegend, in der das dazu angeblich verwendete Buk-System gewesen sein soll. Angeklagt wurde er wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung – der „Volksrepublik Donezk“ -, er sollte aber auch als Zeuge für den MH17-Prozess in den Niederlanden vernommen werden.

Letzteres war vermutlich Grund der Verschleppung, denn bislang sind im Prozess Zeugen rar, die gegen die bislang vier Angeklagten aussagen könnten. Bislang gibt es nur noch als weiteren Zeugen den 72-jährigen Dmitry Kupriyan (Batia). Der frühere Logistikchef der DNR soll den Schlepper gestohlen haben, mit dem die Buk-Rakete transportiert worden war. Er war festgenommen worden, als er in die Ukraine gelangen wollte. 2017 war er zu 5 Jahre Gefängnis verurteilt worden und soll nun als Zeuge vernommen werden (Ukraine bietet zwei Zeugen an).

weiterlesen