Warum der Umgang mit Taufanfragen von Flüchtlingen so schwierig ist


Auch vier Jahre nach der großen Flüchtlingswelle nach Europa gibt es Anfragen von Zugewanderten, die Christen werden wollen. Für die betroffenen Gemeinden ist das zwar ein Grund zur Freude. Von vorschnellem Handeln raten Experten allerdings dringend ab.

Gabriele Höfling | katholisch.de

Das Glaubensleben der freien Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz findet nicht nur auf Deutsch statt. Gottesdienste, Taufvorbereitung und Bibelkreise gibt es dort auch auf Persisch. Rund 1.000 Flüchtlinge hat Pastor Gottfried Martens in den vergangenen Jahren getauft – eine Praxis, die ihm besonders auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle 2015/2016 ein hohes Medieninteresse einbrachte.

Die Frage, wie mit potentiellen Konversionen Geflüchteter zum Christentum umzugehen ist, stellt sich in etlichen Gemeinden der beiden großen deutschen Kirchen. Doch so hohe Zahlen wie in Berlin- Steglitz sind selten. Im Herbst 2017 hat die „Neue Osnabrücker Zeitung“ dazu einige Zahlen zusammengetragen. Demnach bewegten sich die bekannten Konversionen pro Jahr und katholischem Bistum in der Regel im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich. Das gilt etwa für die Diözesen Fulda, Osnabrück, Magdeburg und Würzburg. Insgesamt konvertierten 2015 in den 14 Bistümern, die der Zeitung Auskunft gaben, gut 400 Menschen zum katholischen Glauben. Das ergibt knapp 30 Konversionen für jedes der Bistümer, die ihrerseits wiederum in Hunderte Gemeinden gegliedert sind. Ähnlich sah die Statistik auch für 2016 aus.

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