Der erste Atheist der Neuzeit trat in Jena in Erscheinung

Stadtansicht Jenas aus dem Jahr 1674. Damals verteilte Knutzen die Flugblätter in der Jenaer Stadtkirche. Bild: Stadtmuseum

Wie Matthias Knutzen vor 345 Jahren ganz Jena und die Region in Aufruhr brachte.

Immanuel Voigt | Ostthüringer Zeitung

Wir schreiben das Jahr 1674, genauer gesagt Sonnabend, den 5. September. Gegen Abend begibt sich ein bis dato in Jena unbekannter Mann in die Stadtkirche. Unbehelligt legt er in der vordersten Reihe des Kirchengestühls heimlich Flugblätter aus, die er zuvor selbst geschrieben hatte. Anschließend verlässt er das Gotteshaus wieder und ward zunächst in der Stadt nicht mehr gesehen. Was er allerdings hinterlassen hat, war gesellschaftlicher Sprengstoff. Schon bald wurden die Blätter gefunden und das Entsetzen war groß.

In den in deutscher und lateinischer Sprache verfassten Schreiben behauptete der Verfasser: „Es gibt weder Gott noch Teufel“, weder „Obrigkeit noch Priester müsse man achten“. Stattdessen solle man vielmehr anstelle der Obrigkeit und des Klerus „das Wissen und die Vernunft mit dem Gewissen verknüpfen“, da dieses einen lehre „ehrlich zu leben, niemanden zu beleidigen und jedem das Seine zu achten“.

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Zentralrat der Muslime scheitert mit Eilantrag gegen Islamunterricht in Hessen

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)

Der Zentralrat der Muslime ist mit einem Eilantrag gegen den neuen Islamunterricht an Hessens Schulen gescheitert. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden wies den Antrag in einem am Montag veröffentlichen Urteil als unbegründet zurück, weil die Rechte des Antragstellers durch den Unterricht nicht verletzt würden (Aktenzeichen: 6 L 1363/19.WI).

Süddeutsche Zeitung

Der Zentralrat der Muslime hatte argumentiert, das Land Hessen verstoße mit dem Unterricht gegen die Verfassung, weil dieser ohne Beteiligung von islamischen Religionsgemeinschaften angeboten werde. Außerdem sei der Staat zur religiösen Neutralität verpflichtet und dürfe keinen Islamunterricht an den Religionsgemeinschaften vorbei einrichten.

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10.000 Kilometer Straßenbelag aus indischem Plastikmüll

Smog über Neu-Delhi. Ob die Männer bereits auf einer der neuen Plastikstraßen mit ihrem Segway dahindüsen, ist unklar. Foto: APA/AFP/MONEY SHARMA

Der Chemiker Rajagopalan Vasudevan entwickelte Anfang des Jahrtausends die Idee zur Wiederverwertung von Plastikmüll – und hat damit Erfolg

DERSTANDARD

Das österreichische Schnellstraßen- und Autobahnnetz umfasst rund 2.000 Kilometer. Rund fünfmal so viele Straßenkilometer wurden unter dem strengen Auge des Chemikers Rajagopalan Vasudevan in Indien in den vergangenen Jahren verbaut. Es handelt sich dabei aber nicht um gewöhnliche Straßen, sondern solche aus Plastikmüll – zumindest zu einem Teil. Vasudevan prangert seit knapp zwei Jahrzehnten die Wegwerfgesellschaft an, dennoch wollte er Plastik nie verbieten, weil besonders ärmere Bevölkerungsschichten darauf angewiesen seien.

„Plastik ist nicht das Problem, wir sind es“, sagte er im vergangenen Jahr dem „Guardian“. Das Plastik verschmutze gar nicht unsere Weltmeere, wenn wir es nicht ins Meer kippen, argumentierte er. Er wollte deshalb sinnvolle Wege für die Wiederverwertung von Plastikmüll entwickeln und fand sein Heil in Straßen aus Plastik. Der Rohstoff dafür stammt aus Getränkeflaschen, Einwegverpackungen und dergleichen. Wenn verflüssigt, dienen winzig klein geschredderte Plastikpartikel als perfektes Bindemittel für den zum Straßenbau verwendeten Bitumen und die kleinen Gesteinskörner.

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Gene für Linkshändigkeit identifiziert

Vier Genorte sind bei Linkshändern auffällig verändert. © Creative Family, ho To/ iStock

Fund im Erbgut: Forscher haben erstmals Gene für die Linkshändigkeit identifiziert. In der bisher größten DNA-Studie dazu fanden sie vier Genorte, die bei Linkshändern signifikant häufig verändert sind. Drei dieser Genregionen stehen in engem Zusammenhang mit Hirnentwicklung und beeinflussen offenbar auch die funktionelle Verknüpfung der Sprachzentren beider Hirnhälften, wie die Wissenschaftler berichten.

scinexx

Rund zehn Prozent der Menschen sind Linkshänder – doch was genau hinter dieser Bevorzugung der linken Hand bei alltäglichen Tätigkeiten steckt, ist bislang nur teilweise geklärt. So gibt es Hinweise darauf, dass vorgeburtliche Prägungen eine Rolle spielen und sogar die Jahreszeit der Geburt. Beides geht möglicherweise auf hormonelle Einflüsse auf das Ungeborene zurück. Gleichzeitig deuten Zwillingsstudien und familiäre Häufungen aber auch darauf hin, dass die Linkshändigkeit zu rund 25 Prozent erblich bedingt sein könnte.

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In Zeiten der Hexenjagd

Bild: Venice International Film Festival

Kommentar: Wieder mal steht Roman Polanski in den Schlagzeilen. Er ist der wahre Sieger bei den Filmfestspielen von Venedig – ein Sieg gegen den grassierenden Hypermoralismus

Rüdiger Suchsland | TELEPOLIS

Die Leute, die ich anklage, kenne ich nicht, ich habe sie nie gesehen, ich hege weder Groll noch Hass gegen sie. Sie sind für mich nur Erscheinungen, Symptome der Krankheit der Gesellschaft. Und die Handlung, die ich hier vollziehe, ist nur ein radikales Mittel, um den Ausbruch der Wahrheit und der Gerechtigkeit zu beschleunigen.
Ich habe nur eine Leidenschaft, die des Lichtes, im Namen der Menschheit, die so viel gelitten hat und die ein Recht auf Glück besitzt. Mein flammender Protest ist nur der Schrei meiner Seele.

Emile Zola: „J’accuse!

Das war mehr als eine große Überraschung zum Abschluss der Filmfestspiele in Venedig: Der bislang nur Experten bekannte Amerikaner Todd Phillips gewann am Samstagabend für seinen Film „Joker“ den Goldenen Löwen von Venedig.

Der wahre Sieger der diesjährigen Venedig-Ausgabe ist aber der französisch-polnische Regisseur Roman Polanski, der für seinen Film „J’Accuse!“ den Spezialpreis der Jury bekam.

„J’Accuse!“ erzählt von der Dreyfus-Affaire vor 125 Jahren, basierend auf Robert Harris‘ Roman „An Officer and Spy“. Die Geschichte ist beschämend genug, wie sie ist. Polanski schildert nüchtern und klar die Fakten. Sein Film verzichtet auf alle billige Aktualisierung, auf Sensationalismus, auf boshafte Witze, die sich auf die Gegenwart beziehen.

Die gesellschaftlichen Schwächen einer Massendemokratie

Seine Herangehensweise ist im gewissen Sinn sehr klassisch. Der Film beginnt Anfang 1895 mit Alfred Dreyfus‘ öffentlicher Degradierung und Demütigung. Danach geht es hin und her zwischen dem Ablauf der Jahre 1895-1906 und Rückblicken in die Vorgeschichte, die im Herbst 1894 in die Vorwürfe gegen Dreyfus mündete.

Alles ist ein bisschen eine Detektivgeschichte, in der die Gewinnung von Indizien im Zentrum steht. Vor allem ist dies auch die Geschichte eines bisher unbekannten, geradezu geheimen Helden, des Colonel Marie-Georges Picard – ein Whistleblower der Jahrhundertwende.

Mit großer Lässigkeit zeigt Polanski die politischen und die gesellschaftlichen Schwächen einer Massendemokratie auf. Seine Erzählung der Dreyfus-Affaire zeigt, wie Meinungsfreiheit in Populismus, wie Populismus in Demagogie und Hetze umschlägt: Er zeigt Bücherverbrennungen, antisemitische Ausschreitungen und Verschwörungen einer rechtskonservativen, katholischen, militärischen Clique.

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Debatte über SUVs ist überflüssig

Sind SUVs eine Gefahr für die Gesellschaft? Sollte das Fahren dieser Autos unter bestimmten Voraussetzungen verboten werden? Nein, meint Dirk Rodenkirch. Solche Aussagen seien Populismus.

Dirk Rodenkirch | tagesschau.de

Klimaretter, Umweltschützer und Menschen, die mit Autos wenig anfangen können, haben ein neues gemeinsames Hassobjekt: den SUV. Es geht also um diese zum Teil sehr großen Geländewagen, mit denen niemand ins Gelände fährt, dafür aber umso häufiger in die Stadt.

Ob sich der SUV als City-Auto eignet, ist eine Frage, über die man durchaus streiten kann. Was aber gerade nach dem tödlichen Unfall in Berlin abläuft, ist blanker Populismus. Von Monster-Autos und Panzern ist die Rede. Von Autos, die unglaublich gefährlich sind, für alle, die nicht selbst hinterm SUV-Steuer sitzen. Leute, geht es auch eine Nummer kleiner?

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Der nette Nazi von Nebenan

Grafik: TP

Bei der ganzen Aufregung um einen NPD-Gemeindevorsteher wird vergessen, dass in den 1980er sogar ein Bürgermeister sich mit NPD-Stimmen hat wählen lassen

Peter Nowak | TELEPOLIS

Eigentlich ist die neonazistische NPD auf dem absteigenden Ast. Ihr laufen die Wähler weg. Und finanziell sieht es auch nicht gut aus, seitdem sie in keinem Landesparlament mehr sitzt. Nun macht diese Rechtspartei bundesweit Schlagzeilen, weil ein prominentes Mitglied im hessischen Altenstadt einstimmig, das heißt mit den Stimmen von CDU, FDP und SPD, zum Ortsvorsteher der dortigen Waldsiedlung gewählt worden war.

Die AfD, immer auf Abgrenzung zu ihrer rechteren Konkurrenz bemüht, attestiert diesen Parteien nun ein Extremismusproblem. Noch peinlicher sind die Begründungen der Vertreter der anderen Parteien für die Wahl. Der kannte sich mit dem Internet aus, lautete eine der Begründungen. Doch auch die bundesweiten Reaktionen der Parteien ist Publicity für die NPD. Sie, die sonst immer betonen, dass Wahlen zu akzeptieren sind, fordern nun in diesem Fall, die Entscheidung ganz schnell zurück zu korrigieren.

Als sich ein CDU-Politiker mit NPD-Stimmen zum Oberbürgermeister wählen ließ

Der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber sprach im Deutschlandfunk von parteiübergreifender Naivität bei dem Fall des NPD-Funktionärs und erklärte vollmundig, dass die CDU nie für einen NPD-Mann die Hand heben würde. Allerdings hatte sich ein CDU-Mitglied in Hessen mit Stimmen der NPD zum Bürgermeister von Bad Hersfeld wählen lassen. Es handelt sich um Hartmut Böhmer.

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Die Kirchen im Zweiten Weltkrieg: Glöckengeläut und Gebete für den Sieg

Die deutschen Kirchen setzten der Kriegspolitik Hitlers nichts entgegen (picture alliance/A0009_dpa)

Bischöfe beider Konfessionen forderten die Gläubigen zu treuer Pflichterfüllung an Front und „Heimatfront“ auf. Sie beschworen in ihren Predigten göttlichen Beistand für den deutschen Sieg. Bis heute wird eher an den Widerstand erinnert als an die Unterstützung der Propaganda.

Michael Hollenbach | Deutschlandfunk

Schon einen Tag nach dem Angriff auf Polen veröffentlichte der evangelische „Geistliche Vertrauensrat“, das Leitungsgremium der Deutschen Evangelischen Kirche, einen Aufruf zum Kriegsbeginn:

„Seit dem gestrigen Tage steht unser deutsches Volk im Kampf für das Land seiner Väter, damit deutsches Blut zu deutschem Blut heimkehren darf. Die deutsche evangelische Kirche stand immer in treuer Verbundenheit zum Schicksal des deutschen Volkes. Zu den Waffen aus Stahl hat sie unüberwindliche Kräfte aus dem Wort Gottes gereicht: die Zuversicht des Glaubens, dass unser Volk und jeder einzelne in Gottes Hand steht, und die Kraft des Gebetes, die uns in guten und bösen Tagen stark macht.“

Die evangelische und die katholische Kirche standen hinter Hitlers Angriffskrieg. Nur wenige Christen – wie Dietrich Bonhoeffer – äußerten öffentlich eine kritische bis ablehnende Position zum nationalsozialistischen Militarismus. Von dem Geist der Bergpredigt – selig sind die Friedfertigen – war in beiden großen Kirchen wenig zu spüren.

Glocken für Führer und Vaterland

Der Krieg wurde nicht bejubelt, aber als nationale Pflicht und Zeit der Bewährung gepriesen. Als die deutschen Truppen wenige Wochen nach dem Überfall auf Polen siegreich in Warschau einmarschierten, läuteten in Deutschland die Glocken der evangelischen wie katholischen Gotteshäusern.

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Hawai: Wachsender Vulkansee versetzt Geologen in Erstaunen

Seit seiner Entdeckung haben US-Forscher den neuen Kratersee unter Beobachtung. Foto: USGS/K. Mulliken

Auf dem Grund eines Kraters des Kilauea-Vulkans entstand in den letzten Wochen ein blubbernder grüner Tümpel

DERSTANDARD

Im Mai 2018 brach der Vulkan Kilauea auf Hawaiis Big Island ungewöhnlich heftig aus. Mehrere Spalten taten sich an den Hängen des Feuerbergs auf, es kam zu teils starken Erdbeben und Unmengen an Lava ergossen sich über mehrere Monate hinweg in den Ozean. Wie ein Team von der University of Hawaii in Manoa kürzlich festgestellt hat, sorgten die Lavaflüsse nicht nur für Zerstörungen: Sie ließen im Meer erhitztes Tiefenwasser aufsteigen, das Stickstoffverbindungen mit sich empor trug. Diesen Dünger wussten Meeresalgen und Cyanobakterien offenbar für sich zu nutzen, denn in der Folge kam es zu einer explosionsartigen Algenblüte, die sogar auf Satellitenbildern der Nasa sichtbar wurde.

Gewässer mit unklarem Ursprung

Die geologischen Nachwirkungen dieser hochaktiven Phase dauern bis heute an – und sie haben ein Phänomen hervor gebracht, das den Vulkanologen Kopfzerbrechen bereitet: Auf dem Grund des Halema’uma’u-Kraters des Kilauea trat in den vergangenen Wochen ein See in Erscheinung, dessen Volumen allmählich zunimmt. Der Ursprung des Gewässers sei nach Angaben von Forschern des US Geological Survey (USGS) vorerst nicht ganz klar.

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Video: Nahaufnahmen des wachsenden Sees im Halema’uma’u-Krater.
Doing Hawaii

„Entgiftungsprogramm“ gegen Pornosucht: In 21 Tagen frei von der Abhängigkeit? Für den Vatikan auch?

2,4 Millionen Besucher pro Stunde verzeichnet die Webseite eines der größten Anbieter pornographischer Inhalte. Foto: Gemeinfrei via Pixabay

Ein neues Online-Programm zur Überwindung der Pornografiesucht bietet ein 21-tägiges „Entgiftungsprogramm“ an. Es steht auf Englisch und Spanisch für einen begrenzten Zeitraum kostenlos zur Verfügung.

CNA

Es handelt sich um „Strive“, ein Programm, das von den „Cardinal Studios“ entwickelt wurde. Laut Angaben auf deren Website habe das Programm bereits rund 6.000 Menschen geholfen, ihr Leben „auf eine Weise zu verändern, wie sie es nie für möglich gehalten hätten“ und von der Pornografie loszukommen, die als „stille Epidemie, die Familien zerstört“ bezeichnet wird.

Die Entwickler von „Strive“, Chris Cope (Eigentümer und Creative Director der Cardinal Studios) und Matt Fradd, ein katholischer Autor und Redner, der selbst von der Pornografie losgekommen ist, stellen ein Programm aus einer Reihe von Videos, schriftlichen Inhalten und Aufgaben vor, die „den Menschen helfen, zu verstehen, warum sie Pornos ansehen, warum sie sich davon befreien müssen und wie sie das schaffen können.“

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Stadtverwaltung Münster lehnt Genderstern explizit ab

Laut Verwaltung sind „kreative Lösungen“ wie der Genderstern ein Eingriff in die deutsche Grammatik – Stadtverwaltung erlaubt andere Möglichkeiten

kath.net

Der Genderstern entspricht nicht den aktuellen Rechtschreibregeln, deshalb wird die Stadtverwaltung Münster ihn in ihrem Schriftverkehr weiterhin nicht benutzen. Das klärt die vom Oberbürgermeister unterzeichneten Vorlage für die nächste Sitzung des Gleichstellungsausschusses, wie die „Münstersche Zeitung“ berichtet. Zuvor hatte die SPD einen entsprechenden Antrag eingereicht, der damit abgelehnt ist. Sowohl das Bibliografische Institut wie auch die Sprachberatung der Stiftung Deutsche Sprache und die Arbeitsstelle Sprachauskunft und Sprachberatung der Uni Vechta raten laut Stadt dezidiert von solchen Schreibweisen ab. Laut Verwaltung sind „kreative Lösungen“ wie der Genderstern ein Eingriff in die deutsche Grammatik. Obendrein sind sie nur bedingt suchmaschinentauglich und würden neue Verständnisprobleme für Menschen schaffen, die auf barrierefreie Texte angewiesen sind.

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Stadt-Ratten als Überträger resistenter Keime?

Da sie im Umfeld von menschlichem Abfall und Fäkalien leben, infizieren sich Ratten besonders leicht mit resistenten Erregern. © anatolypareev/ istock

Potenzielle Überträger: Viele Ratten tragen offenbar gefährliche multiresistente Keime in sich. Wie eine Studie aus Wien enthüllt, sind die tierischen Stadtbewohner unter anderem mit gegen Antibiotika immunen Enterobakterien und Staphylokokken belastet. Letztere wiesen die Forscher in jedem zweiten Nager nach. Wie groß die Gefahr einer Übertragung dieser Erreger auf den Menschen ist, ist dem Team zufolge zwar noch unklar. Trotzdem seien die Ergebnisse besorgniserregend.

scinexx

Sie leben im Verborgenen, aber sie sind viele: In den meisten Großstädten leben heute mehr Ratten als Menschen. Die intelligenten Nager haben sich perfekt an die Lebensweise im urbanen Milieu angepasst. Sie besiedeln unsere Abwassersysteme, Lagerräume und Müllplätze und fressen mit Vorliebe das, was wir wegwerfen – Abfall.

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Witwe von IS-Terrorist festgenommen

Denis Cuspert alias Deso Dogg, zu Lebzeiten

Die Bundesanwaltschaft hat am Montag in Hamburg die deutsche und tunesische Staatsangehörige Omaima A. festnehmen lassen. Wie der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof am Montag mitteilte, war die Beschuldigte nach islamischem Recht mit dem „höherrangigen“ IS-Mitglied Denis Cuspert alias „Deso Dogg“ verheiratet.

evangelisch.de

Sie sei selbst dringend verdächtig, als Mitglied des „Islamischen Staates“ aktiv gewesen zu sein. Der Berliner Gangsterrapper und spätere IS-Terrorist wurde unter anderem durch seine Videos mit dschihadistischen A-Capella-Liedern (Anasheed) bekannt und wurde mutmaßlich bei einem Luftangriff im Januar 2018 getötet.

Omaima A. reiste im Januar 2015 mit ihren drei minderjährigen Kindern über die Türkei nach Syrien, um dort im Herrschaftsgebiet der Terrormiliz „Islamischer Staat“ zu leben. In der Türkei traf sie dabei wie abgesprochen mit ihrem damaligen Ehemann Nadar H. zusammen, der die Familie nach Syrien begleitete. Omaima A. führte den Haushalt und erzog die gemeinsamen Kinder „im Sinne der IS-Ideologie“ und erhielt monatliche Zahlungen vom IS.

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Erzapostel Koch will Märchendeutung in der Wissenschaft

Nach Ansicht des Berliner Erzbischofs Heiner Koch ist die Theologie im Wissenschaftsdiskurs unverzichtbar. „Ich bin überzeugt, dass die Universität, um wirklich universal zu sein, die Theologien braucht“, betonte Koch.

DOMRADIO.DE

Der Berliner Erzbischof äußerte sich in einem Gastbeitrag für den Berliner „Tagesspiegel“ (Montag) anlässlich des 250. Geburtstags von Alexander von Humboldt (1769-1859). „Und ich bin genauso überzeugt, dass sich die katholische Theologie, um wirklich katholisch zu sein, dem wissenschaftlichen Diskurs an den Universitäten stellen muss.“

Er hoffe, dass sich das neu gegründete „Institut für Katholische Theologie der Humboldt-Universität zu einem Lehr- und Forschungszentrum für Theologische Anthropologie entwickelt, das sich im intensiven Austausch mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen der Frage nach dem Menschen widmet“.

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Die Organspende darf nicht zum sanften Zwang verkommen

Herzen sind transplantierbar. Doch die Wartelisten für Spenderorgane sind lang. (Bild: Annick Ramp / NZZ)

Die Nationale Ethikkommission hat sich gegen die Widerspruchslösung bei der Organspende ausgesprochen. Das ist richtig – und dennoch muss für die betroffenen Patientinnen und Patienten mehr getan werden.

Daniel Gerny | Neue Zürcher Zeitung

68 Patientinnen und Patienten sind im letzten Jahr gestorben, weil sie kein Spenderorgan erhielten. Das entspricht rund einem Drittel der Menschen, die in der Schweiz 2018 auf der Strasse ums Leben gekommen sind. Doch während die Zahl der Verkehrsopfer in den letzten fünf Jahren halbiert werden konnte, gelingt im Bereich der Transplantationsmedizin trotz kontinuierlicher Aufklärungsarbeit keine Trendwende. Eine Volksinitiative, die von vielen Ärzten unterstützt wird, versucht dies zu ändern: Wer sich nicht aktiv wehrt, soll in Zukunft im Todesfall praktisch automatisch zum Organspender werden. Heute ist es umgekehrt: Ohne Zustimmung der Angehörigen dürfen Organe nur bei Vorliegen eines Spendeausweises entnommen werden.

Rückschlag für Volksinitiative

Daten aus dem Ausland deuten darauf hin, dass die Zahl der Spender mit dem neuen Modell möglicherweise in die Höhe getrieben werden könnte. Nun aber kassieren die Initianten einen empfindlichen Rückschlag: Die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK) lehnt die in der Initiative vorgeschlagene Widerspruchslösung ab. Sie bleibt damit im Grundsatz bei ihrer Auffassung von 2012, als sie sich zu dieser Frage zum letzten Mal geäussert hat.

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Erzapostel Woelki gegen Diskussion über Priesterweihe für Frauen

Für Kardinal Rainer Maria Woelki ist klar: Die Kirche hat „keinerlei Vollmacht“, um Frauen zu Priesterinnen zu weihen. Daher lehnt er die Diskussion darüber ab und kritisiert eine Vorstellung von Kirche als einem rein soziologischen Gebilde.

katholisch.de

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki lehnt Diskussionen über eine Priesterweihe für Frauen ab. Diese Frage liege nicht in der Verfügungsgewalt der katholischen Kirche, sagte er am Sonntagabend bei einem Gottesdienst in Köln. Papst Johannes Paul II. habe diese Frage „mit aller Verbindlichkeit für die gesamte Kirche bereits 1994 entschieden“. Papst Franziskus habe diese Entscheidung wiederholt bekräftigt und betont, dass die Kirche „keinerlei Vollmacht“ habe, Frauen die Priesterweihe zu spenden.

Für manche sei die Kirche „ein rein soziologisches Gebilde geworden, das sich – geschlechtergerecht – dem politischen und gesellschaftlichen Mainstream anzupassen habe“, kritisierte Woelki laut Redemanuskript. Er wandte sich dagegen, unter Hinweis „auf angeblich neuere wissenschaftliche Erkenntnisse“ insbesondere der Sozial- und Humanwissenschaften Glaube und Lehre der Kirche zur Disposition zu stellen und wie Politiker in einem Parlament „mit demokratisch gefassten Mehrheitsbeschlüssen eine sogenannte Reform der Kirche herbeizuführen“. Dahinter verberge sich „im letzten oftmals nichts anderes als eine Anpassung an das Denken der Welt“.

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