10.000 Kilometer Straßenbelag aus indischem Plastikmüll


Smog über Neu-Delhi. Ob die Männer bereits auf einer der neuen Plastikstraßen mit ihrem Segway dahindüsen, ist unklar. Foto: APA/AFP/MONEY SHARMA

Der Chemiker Rajagopalan Vasudevan entwickelte Anfang des Jahrtausends die Idee zur Wiederverwertung von Plastikmüll – und hat damit Erfolg

DERSTANDARD

Das österreichische Schnellstraßen- und Autobahnnetz umfasst rund 2.000 Kilometer. Rund fünfmal so viele Straßenkilometer wurden unter dem strengen Auge des Chemikers Rajagopalan Vasudevan in Indien in den vergangenen Jahren verbaut. Es handelt sich dabei aber nicht um gewöhnliche Straßen, sondern solche aus Plastikmüll – zumindest zu einem Teil. Vasudevan prangert seit knapp zwei Jahrzehnten die Wegwerfgesellschaft an, dennoch wollte er Plastik nie verbieten, weil besonders ärmere Bevölkerungsschichten darauf angewiesen seien.

„Plastik ist nicht das Problem, wir sind es“, sagte er im vergangenen Jahr dem „Guardian“. Das Plastik verschmutze gar nicht unsere Weltmeere, wenn wir es nicht ins Meer kippen, argumentierte er. Er wollte deshalb sinnvolle Wege für die Wiederverwertung von Plastikmüll entwickeln und fand sein Heil in Straßen aus Plastik. Der Rohstoff dafür stammt aus Getränkeflaschen, Einwegverpackungen und dergleichen. Wenn verflüssigt, dienen winzig klein geschredderte Plastikpartikel als perfektes Bindemittel für den zum Straßenbau verwendeten Bitumen und die kleinen Gesteinskörner.

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