Rassismus: Mann in den USA muss wegen Holzkreuz-Verbrennung elf Jahre in Haft

Der Ku Klux Klan verbrennt Kreuze, um die schwarze Bevölkerung einzuschüchtern. Foto: REUTERS/Jim Urquhart

Ein US-Gericht hat einen Weißen, der wie beim rassistischen Ku Klux Klan ein Holzkreuz verbrannt hat, zu elf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der 38-jährige Angeklagte im Oktober 2017 zusammen mit einem Komplizen in Seminary im Bundesstaat Mississippi ein Holzkreuz gebaut und angezündet hatte.

DERSTANDARD

Der Mann hatte sich im April schuldig bekannt und eingeräumt, dass er mit der Aktion einem Jugendlichen und anderen schwarzen Bewohnern des Orts Angst machen wollte. Er habe die Dorfbewohner nur wegen ihrer „Rasse“ terrorisiert, erklärte der Bürgerrechtsbeauftragte im US-Justizministerium, Eric Dreiband. Auch der Komplize bekannte sich schuldig, sein Strafmaß soll im November verkündet werden.

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Kleine Menschen erkranken häufiger an Diabetes

Wie groß werde ich? Erstaunlicherweise ist diese Frage auch im Zusammenhang mit Diabetes von Bedeutung. © xefstock/ istock

Überraschendes Phänomen: Das individuelle Diabetes-Risiko wird auch von der Körpergröße beeinflusst. Wie eine Studie nun bestätigt, erkranken kleinere Menschen häufiger an Diabetes Typ 2 als große. Ein möglicher Grund dafür: Kleine Personen haben im Schnitt offenbar mehr Leberfett und einen insgesamt ungünstigeren Stoffwechsel. Sie sollten im Rahmen der Früherkennung daher womöglich engmaschiger untersucht werden, so das Fazit des Teams.

scinexx

300 Millionen Menschen weltweit leiden an Diabetes mellitus Typ 2. Bei dieser Form der Zuckerkrankheit kann das Hormon nicht mehr genügend Wirkung entfalten, um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Als wichtige Risikofaktoren für die Erkrankung gelten neben einer gewissen genetischen Veranlagung unter anderem Übergewicht, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährungsweise.

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Bericht: Bis in 80er Jahre Misshandlungen in Kinderkurheimen

Bei Erholungsaufenthalten in Kinderkurheimen soll es einem Medienbericht zufolge bis in die 1980er Jahre hinein teilweise zu systematischen Misshandlungen von Kindern gekommen sein. Recherchen von „Report Mainz“ kommen zu dem Ergebnis, dass Kurkinder in einigen der Heime geschlagen oder dadurch gequält wurden, dass sie ihr eigenes Erbrochenes essen mussten.

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Dem SWR-Politikmagazin liegen nach eigenen Angaben vom Dienstag 250 Erlebnisberichte vor, in denen von derartigen Erniedrigungen die Rede ist. Anja Röhl, die Gründerin einer Initiative ehemaliger „Verschickungskinder“, forderte eine umfassende Aufarbeitung und staatliche Hilfen nach dem Vorbild des Fonds für ehemalige Heimkinder.

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Trump entlässt überraschend Sicherheitsberater Bolton

Bild: TP

Der Falke und Neocon Bolton stellt dies anders dar, aber es wäre möglich, dass Trump, der dringend politische Erfolge benötigt, nun eine andere, weniger aggressive Außenpolitik verfolgt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nicht ganz unerwartet, aber dennoch überraschend kam der Rücktritt von Sicherheitsberater John Bolton. Das dürfte mehr ein Rauswurf gewesen sein, allerdings stellt Bolton es so dar, dass er seinen Rücktritt angeboten und Trump darauf gesagte habe, dass man morgen darüber sprechen solle. Kurz zuvor hatte Trump auf Twitter erklärt, er habe Bolton gesagt, dass seine Dienste nicht mehr gebraucht würden. Er und andere im Weißen Haus hätten Boltons Vorschläge stark abgelehnt. Daher habe er ihn aufgefordert zurückzutreten. Nächste Woche werde er einen neuen Sicherheitsberater nominieren. Also auch am Ende noch ein Zwist, anstatt einer abgesprochenen Aktion.

Es war schon länger deutlich, dass zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Sicherheitsberater John Bolton keine große Harmonie herrscht. Auch mit Außenminister Pompeo lag Bolton im Clinch. Warum er überhaupt den Scharfmacher aus dem Kalten Krieg und Neocon, der alles tat, um die Vereinten Nationen zu unterminieren und immer wieder mal zum Krieg gegen Nordkorea oder Iran, zuletzt auch gegen Venezuela aufrief, im März 2018 zum Sicherheitsberater ernannt hat, ist sowieso schleierhaft. Wie sich bislang zeigte, droht Trump zwar gerne mit der angeblich mächtigsten und besten Streitkraft der Erde, auch mit dem Einsatz von Atomwaffen und der Auslöschung eines Landes, aber eigentlich nur, um ins Gespräch zu kommen und einen Deal zu machen, der fürs Geschäft, d.h. für die amerikanische Wirtschaft, gut sein, aber auch sein Ansehen als politischer Fuchs, der das Unmögliche schafft, stärken soll. Bolton ist dagegen ein Neocon aus Prinzipien, überzeugt von der Suprematie der USA, deren Durchsetzung vor wirtschaftlichen Interessen kommt.

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Sawsan Chebli beklagt Islamfeindlichkeit

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) beklagt eine wachsende Islamfeindlichkeit in Deutschland. Muslime gehörten nach Sinti und Roma zu den am stärksten abgelehnten Minderheiten in Deutschland, sagte Chebli der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch): „Ich selbst erlebe Anfeindungen, wie ich sie zuvor nie erlebt habe.

evangelisch.de

Meine Schwestern, die ein Kopftuch tragen, werden angegriffen, Kopftücher werden vom Kopf gerissen, Kopftuchträgerinnen angespuckt.“ Auch auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt würden Muslime diskriminiert.

Sie kämpfe für ein „Deutschland ohne Rassisten, Antisemiten und Muslimhasser. Das stört alle, die ein homogenes Deutschland wollen“, sagte die 41 Jahre alte Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund mit Blick auf Reaktionen auf Beiträge im Kurznachrichtendienst Twitter: „Für sie verkörpere ich alles, was es aus ihrer Sicht nicht geben soll: eine Muslima, die für sich beansprucht, genauso Deutsche zu sein wie sie. Eine Muslima, die ein politisches Amt bekleidet und in diesem Land Karriere macht.“

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Netanyahu will Jordantal annektieren

Israels Regierungschef Netanyahu Anfang Juni mit dem damaligen US-Sicherheitsberater Bolton am Rande des Jordantals.

Israels Ministerpräsident Netanyahu ist im Wahlkampfmodus. Sollte er gewinnen, werde er das Jordantal annektieren, kündigte er an. Für die Palästinenser wäre das ein „Kriegsverbrechen“ – und auch die UN warnen.

Tim Aßmann | tagesschau.de

Benjamin Netanyahu greift zurzeit häufig zu Superlativen. Als dramatisch wurde bereits eine Erklärung am Montag angekündigt, in der er dann erneut dem Iran vorwarf, an Atomwaffen zu arbeiten. Allerdings blieb Israels Regierungschef konkrete Beweise schuldig. Am Dienstag dann kündigte Netanyahus Umfeld eine historische Bekanntmachung an, und am frühen Abend trat Israels Premier ans Mikrofon.

Gleich nach den Wahlen am kommenden Dienstag werde die US-Regierung ihren lange erwarteten Plan für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern präsentieren, sagte Netanyahu, und er ergänzte, Israel habe dann eine große Chance.

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Fall Omaima A.: Späte Reaktion

Grafik: TP

Die seit 2016 in Hamburg lebende IS-Rückkehrerin Omaima A. wurde festgenommen und dem Bundesrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

„Hätte, wäre, könnte“ ist an sich immer wenig hilfreich. Jedoch: Hätte die libanesische Journalistin Jenan Moussa bei ihren Recherchen in Syrien und im Irak nicht zufällig das Handy der Hamburgerin Omaima A. gefunden und die darauf gespeicherten Daten ausgewertet (Die Bildergeschichte der Frau von Deso Dogg), wäre sie dieser Spur nicht bis in die Hansestadt gefolgt, dann könnten wir vermutlich davon ausgehen, dass die IS-Rückkehrerin nie enttarnt, geschweige denn verhaftet worden wäre. Danke, Jenan Moussa, für Ihr Engagement.

Bekannt ist, dass Omaima A. mit drei Kindern im Januar 2015 zum IS ausreiste und dort mit ihrem damaligen Ehemann Nadar H. zusammentraf. Nachdem dieser bei einem Gefecht um Kobane ums Leben kam, heiratete sie den deutschen IS-Kämpfer Denis Cuspert alias Deso Dogg, dem vermutlich hochrangigsten deutschen IS-Mitglied überhaupt. Mit dem vierten Kind schwanger verließ sie im September 2016 Syrien und kehrte nach Hamburg zurück, wo sie sich unbehelligt eine Existenz als Beauty-Beraterin aufbauen konnte.

Im April 2019 machte Jenan Moussa ihre Entdeckung öffentlich. Etwa fünf Monate später, am 9. September 2019, klingelte das Hamburger LKA bei der IS-Rückkehrerin, um sie festzunehmen und dem Bundesrichter vorzuführen, der am vergangenen Dienstag Untersuchungshaft anordnete. Laut eigenen Angaben wirft der Generalbundesanwalt ihr vor, die Kinder im Sinne der IS-Ideologie erzogen, selbst Gewalt ausgeübt und versucht zu haben, weitere Personen zur Ausreise zum IS zu animieren. In der Pressemitteilung des Generalbundesanwalts heißt es:

Die Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich als Mitglied an der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat (IS)“ beteiligt zu haben (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, § 129b Abs. 1 Sätze 1 und 2 StGB). Im Zusammenhang hiermit besteht zudem der dringende Tatverdacht der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht (§ 171 StGB) und des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz (§ 22a Abs. 1 Nr. 2 KrWaffKontrG).

Generalbundesanwalt

Harter Tobak. Doch wie konnte es sein, dass eine Frau, der derart schwerwiegende Vorwürfe gemacht werden, unbehelligt in Hamburg leben konnte?

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Die gelben Zettel für die Krankmeldung werden abgeschafft

Der gelbe Zettel ist nicht mehr, wird es bald heißen. Bild: dpa

Union und SPD widmen sich der Bürokratie. Ein Dutzend Änderungen im Arbeits-, Steuer- und Melderecht soll die Wirtschaft um gut eine Milliarde Euro entlasten. Auch die Arbeitnehmer können sich freuen.

Dietrich Creutzburg | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wer sich als Arbeitnehmer krankmeldet, muss seinem Arbeitgeber bald keinen „gelben Zettel“ mehr vorlegen: Ein elektronisches Meldeverfahren soll die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform ersetzen – der Arbeitgeber bekommt die nötigen Daten dann auf Abruf von der Krankenkasse. Dies will die Bundesregierung mit ihrem geplanten „Bürokratieentlastungsgesetz III“ umsetzen, dessen Entwurf der F.A.Z. vorliegt. Zusammen mit weiteren Rechtsänderungen, darunter ein Umstieg auf elektronische Meldezettel für Hotelgäste und vereinfachte Aufbewahrungsvorschriften für Steuerunterlagen, soll dies die Wirtschaft rechnerisch um 1,1 Milliarden Euro im Jahr entlasten.

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Exotischer Materiezustand: Fest und superflüssig zugleich

Mit diesem experimentellen Aufbau haben Stuttgarter Physiker erstmals einen Suprafestkörper erzeugt – einen Überlagerungszustand aus Kristall und Suprafluid. © Universität Stuttgart, Wolfram Scheible

Endlich nachgewiesen: Physiker haben erstmals einen exotischen Materiezustand erzeugt, bei dem Material fest und superflüssig zugleich ist. Im Experiment bildeten Dysprosium-Atome gleichzeitig einen Kristall und eine suprafluide Flüssigkeit – eine Flüssigkeit, die widerstandsfrei fließt. Die Existenz solcher Suprafestkörper wurde schon vor rund 70 Jahren vorhergesagt, aber erst jetzt gelang der eindeutige Beweis, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Im Alltag kennen wir drei Aggregatszustände von Materie – fest, flüssig und gasförmig. Zusätzlich kennt die Physik aber noch weitere Materiezustände, darunter das Plasma, Bose-Einstein-Kondensate, die Quanten-Spin-Flüssigkeit und Suprafluide. Letztere sind Gase oder Flüssigkeiten ohne jede innere Reibung, die beispielsweise bei ultrakaltem Helium vorkommen, aber auch im Kern von Neutronensternen.

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So gelang der Nachweis des Suprafesterkörpers .© Universität Stuttgart

Trend zur Urne lässt deutsche Friedhöfe drastisch schrumpfen

Bild: © katholisch.de

Stirbt der klassische Friedhof in Deutschland langsam aus? Das jedenfalls legen neueste Zahlen zur deutschen Bestattungskultur nahe. Der Trend hin zur Einäscherung ist nur einer von mehreren Gründen.

katholisch.de

Rund die Hälfte der Friedhofsflächen in Deutschland wird laut Experten nicht mehr für Bestattungen benötigt. Wegen des Trends zu kleinen Urnengräbern sowie Beisetzungen in Bestattungswäldern oder auf See seien rund 50 Prozent der etwa 35.000 Hektar Friedhofsfläche in der Bundesrepublik überflüssig geworden, teilte die Verbraucherinitiative Aeternitas am Dienstag in Königswinter mit. Auch würden die Nutzungsrechte an großen Familiengrabstätten selten verlängert.

Aeternitas forderte einen Bürgerdialog über den Umgang mit den sogenannten Überhangsflächen. Da die Kosten für Pflege und Unterhaltung den Gebührenzahlern nicht aufgebürdet werden dürften, versuchten Friedhofsträger diese zu veräußern oder anderen Zwecken zuzuführen. Diese berge Konfliktpotenzial – nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der Pietät.

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Japan erwägt, radioaktives Wasser von Fukushima im Pazifik zu entsorgen

Im Atomkraftwerk Fukushima kam es 2011 nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zu einer Kernschmelze. Es war das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986.Foto: AP

Die Lagerkapazitäten für kontaminiertes Wasser in Fukushima gehen zur Neige. Die japanische Regierung wartet noch auf einen Expertenbericht

DERSTANDARD

Acht Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima erwägt der Energiekonzern Tokyo Electric Power (Tepco), radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem havarierten Kernkraftwerk in den Ozean zu leiten. Tepco habe bald keine Lagerkapazitäten mehr für das kontaminierte Wasser aus den Kühlrohren, erklärte Umweltminister Yoshiaki Harada am Dienstag.

Nachdem die Anlage durch ein Erdbeben und einen Tsunami im Jahr 2011 lahmgelegt wurde, hat Tepco an den zerstörten Standorten mehr als eine Million Tonnen kontaminiertes Wasser aus Kühlleitungen in etwa 960 Tanks gesammelt. Mit dem Wasser wird das Schmelzen der Brennstoffkerne verhindert. „Die einzige Möglichkeit wird sein, das Wasser ins Meer abzuleiten und zu verdünnen“, sagte Harada. Die gesamte Regierung werde das diskutieren.

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Mindestens 31 Tote bei Gedränge während Aschura-Prozession im Irak

Mehr als 30 Tote bei Aschura-Prozession im Irak © 2019 AFP

Während der Feiern zum schiitischen Aschura-Fest sind im Irak mindestens 31 Gläubige in einem Gedränge zu Tode gekommen.

stern

Während der Feiern zum schiitischen Aschura-Fest sind im Irak mindestens 31 Gläubige in einem Gedränge zu Tode gekommen. Bei dem Unglück in der südirakischen Pilgerstadt Kerbela seien am Dienstag zudem hundert Menschen verletzt worden, als es während der Feiern zu Panik gekommen sei, erklärte das Gesundheitsministerium. Wie jedes Jahr sind zu Aschura hunderttausende Schiiten in Kerbela versammelt, um des Tods von Imam Hussein zu gedenken.

Zu dem Unglück kam es, als zum Abschluss der Feierlichkeiten die Gläubigen unter Rufen von „Wir opfern uns für dich, o Hussein“ zum Grab des Imam liefen. Der Enkel des Propheten Mohammed war im Jahr 680 mit seinen Getreuen bei der Schlacht von Kerbela im Kampf gegen den Kalifen Jasid getötet worden. Die Schlacht markiert die Spaltung zwischen Schiiten und Sunniten.

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Niedersachsen: Grüne gegen Verbot von Kopftuch und Kippa vor Gericht

Der Gesetzentwurf der niedersächsischen Landesregierung, nach dem Richter und Staatsanwälte künftig auf Kreuze, Kippas oder Kopftücher verzichten sollen, ist auf scharfen Widerspruch der oppositionellen Grünen gestoßen.

evangelisch.de

„Sie brechen völlig unnötig einen gesellschaftlichen Konflikt vom Zaun“, sagte der Grünen-Abgeordnete Helge Limburg am Dienstag in Hannover an die Adresse von Landesjustizministerin Barbara Havliza (CDU). Bei der geplanten Regelung, die in erster Lesung im Landtag beraten wurde, handele es sich faktisch um ein „Kopftuchverbot“ für muslimische Frauen.

Mit dem Gesetz will die Ministerin die Neutralität in der Justiz stärken. FDP und AfD begrüßten den Entwurf ebenso wie die Regierungsfraktionen von SPD und CDU. Er soll nun im Rechtsausschuss weiter beraten werden.

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Ein NPD-Politiker wird zum Ortsvorsteher gewählt, weil er in der Lage ist, Mails zu verschicken

Der NPD-Politiker Stefan Jagsch. (Bild: Andreas Arnold / AP)

Politiker von CDU, SPD und FDP haben einen Rechtsextremisten zum Ortsvorsteher gewählt. Ein Fall aus der deutschen Provinz wird zum Skandal. Nun drängen die Parteien darauf, die Wahl zu «korrigieren».

Benedict Neff | Neue Zürcher Zeitung

Die Wahl eines Ortsvorstehers sorgt in Deutschland gewöhnlich für keine überregionalen Schlagzeilen. Im Fall von Stefan Jagsch ist es anders. Der 33-Jährige ist der stellvertretende Chef der hessischen NPD, einer rechtsextremen Partei, die nur deswegen nicht verboten ist, weil das Bundesverfassungsgericht sie für zu unbedeutend hält. Seine Wahl zum Ortsvorsteher wäre in Deutschland ohnehin ein Skandal gewesen, aber weil sie mit den Stimmen der CDU, der SPD und der FDP zustande kam, war sie ein politischer GAU.

In Berlin predigen alle etablierten Parteien, zur AfD müsse Abstand gehalten werden, sie sei keine demokratische Partei. In Waldsiedlung, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Altenstadt, ging der Ortsbeirat einen erheblichen Schritt weiter, er wählte einstimmig einen NPD-Mann. Entsprechend gross war die Aufregung in Berlin.

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Katholische Jugend kritisiert Woelkis Nein zum Frauenpriestertum

Der Kölner BDKJ-Vorsitzende Volker Andres wirft Erzbischof Rainer Maria Woelki vor, jede inhaltliche Diskussion über eine Reform der Kirche zu verweigern. Damit stärke er einen kirchlichen Fundamentalismus.

katholisch.de

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) reagiert „mit Bestürzung“ auf die ablehnende Haltung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki zum Frauenpriestertum. Der Kölner BDKJ-Diözesanvorsitzende Volker Andres warf dem Erzbischof am Dienstag in Köln vor, jede inhaltliche Diskussion über eine Reform der Kirche zu verweigern und die Human- und Sozialwissenschaften gering zu schätzen. Damit stärke er einen kirchlichen Fundamentalismus.

Woelki hatte sich am Sonntagabend in einer Predigt gegen eine Diskussion über die Priesterweihe von Frauen ausgesprochen. Die Kirche habe hierzu „keinerlei Vollmacht“. Der Erzbischof wandte sich dagegen, die Kirche „dem politischen und gesellschaftlichen Mainstream“ anzupassen und deren Lehre besonders unter Hinweis auf die Sozial- und Humanwissenschaften zur Disposition zu stellen.

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