Die Kirche riskiert den Schiffbruch


Während einer Übung der Organisation Sea-Eye treiben Schwimmwesten im Mittelmeer. Nun will sich auch díe evangelische Kirche an der Seenotrettung beteiligen. Foto: Darrin Zammit Lupi/Reuters

Mit dem Plan, ein Schiff zur Seenotrettung ins Mittelmeer zu schicken, läuft die Evangelische Kirche in Deutschland Gefahr, den Konflikt mit dem Staat und in den eigenen Gemeinden zu verschärfen. Trotzdem ist die Mission richtig.

Matthias Dobrinski | Süddeutsche Zeitung

Die Evangelische Kirche in Deutschland will ein Schiff ins Mittelmeer schicken, das Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten soll – gemeinsam mit anderen Gruppen und Organisationen. Das ist ein ziemlich riskantes Unternehmen. Es kann für den Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, der sich persönlich sehr für das Vorhaben eingesetzt hat, im Schiffbruch enden.

Das Kirchen-Schiff wird zunächst das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Rettern und Mittelmeeranrainer-Staaten mitmachen müssen, wie alle anderen Schiffe, die Ertrinkende aus dem Meer fischen. Es wird Häfen suchen müssen, mit zunehmend verzweifelten Menschen an Bord, wird vielleicht gegen Gesetze verstoßen müssen.

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