Deutsche Katholiken auf Konfrontationskurs mit dem Papst

Zwei Frauen der Initiative Maria 2.0 werben vor dem Freiburger Münster für „Weiheämter auch für Frauen“. Foto: Patrick Seeger/dpa

Angeredet wird Reinhard Marx von seinem römischen Kardinalskollegen Marc Ouellet aus dem Vatikan gestelzt-höflich mit „Eure Eminenz“. Aber dann hagelt es Kritik. In einem Gutachten lässt der Vatikan kaum ein gutes Haar am geplanten Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland.

Süddeutsche Zeitung

Worum geht es? Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Kleriker hat das Vertrauen in die Kirche erschüttert. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) – die Vertretung der Gläubigen – sind sich deshalb einig: Jetzt muss etwas geschehen. Sonst ist der Schaden irreparabel.

Deshalb wollen sie einen Reformprozess einleiten, den „synodalen Weg“. Es geht darin um vier Punkte: den Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche. All diese Punkte haben nach Expertenmeinung strukturell dazu beigetragen, dass der Missbrauch über so lange Zeit ungestraft stattfinden konnte.

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EU-Kommission und WHO sagen Impfverweigerung den Kampf an

Jean-Claude Juncker und Tedros Adhanom. Bild: EC – Audiovisual Service

Fast die Hälfte der EU-Bürger glaubt, dass Impfstoffe oft schwerwiegende Nebenwirkungen haben können

Andreas Krebs | TELEPOLIS

Die Europäische Kommission und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben in Brüssel den weltweit ersten Globalen Impfgipfel ausgerichtet, um globale Maßnahmen gegen die Ausbreitung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten voranzutreiben und gegen die Verbreitung von Desinformation über Impfstoffe vorzugehen.

Bei der Eröffnung des Gipfeltreffens riefen Kommissionspräsident Juncker und Dr. Tedros, der Generaldirektor der WHO, nachdrücklich dazu auf, die Ausbreitung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten wie Masern stärker zu bekämpfen.

Dieses Jahr wurden bislang weltweit die meisten Masernfälle seit 2006 gemeldet. Der 2018 verzeichnete Anstieg der Masernerkrankungen hat sich 2019 fortgesetzt; so wurden allein in der ersten Jahreshälfte in der Europäischen Region der WHO rund 90.000 Fälle gemeldet. Das ist bereits mehr als die Zahl der erfassten Fälle des Gesamtjahres 2018 mit 84.462 Fällen. In den vergangenen drei Jahren verloren sieben Länder, darunter vier Länder in der Europäischen Region, ihren Status als „Masern Frei“. Neue Ausbrüche sind unmittelbar auf Impflücken zurückzuführen, auch bei Jugendlichen und Erwachsenen, die keinen vollständigen Impfschutz erhalten haben.

Eine Erklärung hierfür liefert der Bericht zum Thema „Vertrauen in Impfstoffe in der EU“, der zeigt, dass die Impfverweigerung in vielen EU-Mitgliedstaaten auf dem mangelnden Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen beruht. Fast die Hälfte der EU-Bürger (48 %) ist der Ansicht, dass Impfstoffe oft schwerwiegende Nebenwirkungen haben können, 38% glauben, dass sie die Krankheiten verursachen können, vor denen sie schützen, und 31% sind überzeugt, dass sie das Immunsystem schwächen können. In Frankreich beispielsweise halten etwa 30 % der Menschen Impfstoffe für unsicher.

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Interstellarer Komet im Anflug

Dieser helle Fleck ist ein extrasolarer Komet. C/2019 Q4 (Borisov) kommt aus dem interstellaren Raum und nähert sich dem inneren Sonnensystem. © Canada-France-Hawaii Telescope

Eisiger Fremdling: Astronomen haben einen interstellaren Kometen entdeckt, der sich dem inneren Sonnensystem nähert. Er wird Anfang Dezember seinen sonnennächsten Punkt erreichen und zuvor hinter der Bahn des Mars vorbeirasen. Der C/2019 Q4 (Borisov) getaufte Komet wurde erst am 30. August entdeckt und hat ersten Daten zufolge einen zwischen zwei und 16 Kilometer großen Kern, wie die NASA berichtet.

scinexx

Unser Sonnensystem bewegt sich nicht isoliert durch das All: Immer wieder durchfliegen auch Objekte extrasolaren Ursprungs unsere kosmische Nachbarschaft. Der erste bekannte Vertreter solcher interstellaren Besucher war im Oktober 2017 das zigarrenförmige, rund 400 Meter lange Objekt Oumuamua. Dieser Asteroid oder Komet könnte einst von seinem Heimatstern ausgeschleudert worden sein. Aber auch ein Asteroid in der Jupiterbahn und ein 2014 in der Südsee eingeschlagener Meteorit könnten interstellaren Ursprungs gewesen sein.

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Warum Greta Thunberg eine Untertreiberin ist

Greta Thunberg spricht am 9. September vor der Gesellschaft für Kultur der Ethik in New York. Am 23. September wird sie am Klimagipfel der Uno auftreten. (AP Photo/Jeenah Moon)

Unsere Lebensgrundlagen sind aufgrund des menschengemachten Klimawandels ernsthaft bedroht. Die Klimatologen agieren nicht alarmistisch, sondern besonnen. Und auch Greta Thunberg hält sich, bei Lichte besehen, ziemlich zurück. Eine Replik.

Edward Kanterian | Neue Zürcher Zeitung

Auf der Osterinsel im südöstlichen Pazifik standen einmal die grössten Palmen der Erde. Doch dann gerieten die Dorfsippen in einen Prestigewettstreit und bauten immer grössere Steinstatuen, für deren Bau sie viel Holz brauchten. Irgendwann gab es keinen Wald mehr. Eine ökologische und soziale Katastrophe war die Folge, von Jared Diamond in «Kollaps. Warum Gesellschaften untergehen oder überleben» (deutsch 2006) eindrucksvoll beschrieben. Die einst blühende Inselkultur hatte abgewirtschaftet.

Hat wirklich niemand den Untergang kommen sehen? Stellen wir uns einen aufgeweckten Teenager vor, der abseits des Machtkampfes stand und die Torheit des ganzen Treibens einsah. Dieser Teenager stellte seinen Dorfpriester zur Rede. Dessen Antwort? Die Ahnenverehrung folge unantastbaren Gesetzen, das Nachbardorf besitze eine grössere Statue, neue Bäume würden sich schon finden. Ohnehin: Ein törichtes Kind solle sich nicht in so wichtige Dinge einmischen.

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„Amerika braucht eine ‚Tote Hand'“ zur nuklearen Abschreckung

Die russische Interkontinentalrakete Satan (R-36M) kann angeblich zehn Atomsprengköpfe je 170 Kilotonnen über 15.000 km „zielgenau“ transportieren. Bild: Sputnik / Maxim Bogodvidov

Mit der US-Luftwaffe verbundene Wissenschaftler schlagen ein autonomes KI-System, da neue Waffen wie Hyperschallraketen kein Zeitfenster mehr für menschliche Entscheidungen lassen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Curtis McGiffin, Vizedekan des Air Force Institute of Technology, und Adam Lowther vom Louisiana Tech Research Institute, das auch mit der US-Luftwaffe verbunden ist, haben in einem Artikel einen eigenwilligen Vorschlag gemacht. Sie schreiben unter dem Titel „Amerika braucht eine ‚Tote Hand'“, dass die USA im neuen Wettrüsten ein „auf Künstlicher Intelligenz basiertes automatisches strategisches Reaktionssystem“ entwickeln müsse. Das amerikanische NC3-System (nuclear command, control, and communications) stamme weitgehend noch aus dem Kalten Krieg, als es noch genügend Vorwarnzeit gegeben habe, auch wenn diese zuletzt mit den von U-Booten abgefeuerten Raketen schon auf 15 Minuten geschrumpft ist.

Hyperschallraketen, Stealth-Marschflugkörper und KI würden die Zeitspanne so schrumpfen lassen, dass der US-Präsident nicht mehr vernünftig entscheiden könne oder jeder „human in the loop“ die erforderliche Reaktionsgeschwindigkeit nur behindern würde. Konkret benannt werden neue, in der Entwicklung befindliche russische Waffen wie die Marschflugkörper Kaliber-M and Kh-102, das nuklear betriebene Poseidon-U-Boot oder der manövrierbare Hyperschallraketengleiter Avangard Objekt 4202, die das amerikanische NC3-System unwirksam machen könnten (Gefährliches Wettrüsten mit Hyperschallraketen).

Die sowjetische „Tote Hand“ für das Gleichgewicht des Schreckens

Es geht also darum, das sowjetische Konzept der „Toten Hand“ aus dem Kalten Krieg auf der Grundlage autonomer Systeme zu übernehmen. Auch die USA hatten im Kalten Krieg NC3-Systeme entwickelt, die auf KI basierten, die aber angeblich keinen Angriff automatisch auslösen konnten. Mit dem Konzept wollte die Sowjetunion mit einem System sicherstellen, dass dann, wenn die sowjetische Führung durch einen Erstschlag gezielt ausgeschaltet werden sollte, automatisch ein nuklearer Gegenangriff gestartet wird, um so die gegenseitig zugesicherte Zerstörung (MAD) aufrechtzuerhalten.

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Prozess gegen „Revolution Chemnitz“ beginnt noch im September

Ein Jahr nach der Festnahme der mutmaßlichen rechtsextremen Terrorgruppe „Revolution Chemnitz“ beginnt am 30. September in Dresden der Prozess gegen acht Männer.

evangelisch.de

Die Beschuldigten aus dem Raum Chemnitz stehen im Verdacht, eine terroristische Vereinigung gegründet zu haben, wie das sächsische Oberlandesgericht in Dresden am Donnerstag mitteilte. Laut der nun zugelassenen Anklage sollen sie dazu Anfang September 2018 im Internet eine Chat-Gruppe unter dem selbstgewählten Namen „Revolution Chemnitz“ eingerichtet haben.

Für die Hauptverhandlung seien vorsorglich Termine bis April 2020 terminiert, hieß es. Die Bundesanwaltschaft hatte im Juni gegen die acht mutmaßlichen Mitglieder der Gruppe „Revolution Chemnitz“ Anklage erhoben.

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Stressreaktion kommt aus den Knochen

Welche Rolle spielt unser Skelett für die Stressreaktion? © metamorworks/ istock

Überraschende Entdeckung: In Gefahrensituationen schütten auch unsere Knochen ein Stresshormon aus. Dieser Botenstoff spielt offenbar eine noch wichtigere Rolle für die akute Stressreaktion des Körpers als das Adrenalin, wie Forscher berichten. Sie haben damit einen bisher völlig unbekannten Mechanismus aufgedeckt, der Tiere und wahrscheinlich auch Menschen auf „Kampf oder Flucht“ vorbereitet.

scinexx

In Gefahren- und Stresssituationen reagiert unser Körper sofort: Veranlasst durch Signale des Gehirns schütten die Nebennieren das Hormon Adrenalin aus. Als Folge werden Herzschlag und Atmung schneller, die Muskeln spannen sich an – jede Faser unseres Organismus ist nun auf Kampf oder Flucht vorbereitet.

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US-Haushaltsloch übersteigt wieder die Billion-Marke

Das Staatsdefizit ist demnach um 19 Prozent größer als das Haushaltsloch im Vorjahreszeitraum.

Die Presse

Erstmals seit zehn Jahren hat das Haushaltsloch in den USA wieder die Marke von einer Billion Dollar überschritten. In den elf Monaten von Oktober 2018 bis Ende August 2019 stieg das Staatsdefizit auf mehr als eine Billion Dollar (907 Milliarden Euro), wie das Finanzministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Es war demnach 19 Prozent größer als das Haushaltsloch im Vorjahreszeitraum.

Die Einnahmen im aktuellen Haushaltsjahr, das am 30. September endet, stiegen den Angaben zufolge um drei Prozent auf mehr als drei Billionen Dollar. Die Ausgaben wuchsen zur gleichen Zeit aber um sieben Prozent und überstiegen 4,15 Billionen Dollar.

Einen enormen Zuwachs im US-Haushalt gab es bei den Zöllen. Infolge des Handelsstreits von US-Präsident Donald Trump mit China und anderen Ländern stiegen sie um 73 Prozent auf 66 Milliarden Dollar.

Sind die Menschen zu blöd für eine Demokratie?

Grafik: TP

Ein US-Politikwissenschaftler prophezeit den Untergang der liberalen Demokratie. Rechte Populisten könnten die „strukturelle Schwäche“ der Demokratie ausbeuten

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Kürzlich hat der an der University of California, Irvin, lehrende Professor für Politikwissenschaft Shawn Rosenberg auf einem Treffen der Internationalen Gesellschaft der Politischen Psychologen in Lissabon behauptet, dass die „Demokratien sich selbst auffressen“ und dass der Untergang der demokratischen Staaten mehr oder weniger wahrscheinlich ist. Das scheint bei den Anwesenden Aufsehen und Unruhe hervorgerufen zu haben, wie ein Teilnehmer berichtete.

Gerade wurde eine YouGov-Umfrage zum Thema veröffentlicht. Danach halten 89 Prozent die Demokratie für die beste Herrschaftsform für Deutschland, erstaunliche 10 Prozent finden dies nicht zutreffend. Nur 54 Prozent sind aber mit der in Deutschland praktizierten Demokratie zufrieden, 40 Prozent sind unzufrieden. Grünen – und Unions-Wähler sind am zufriedensten, am unzufriedensten sind die AfD-Wähler, obgleich sie gerade bei den Wahlen profitiert haben.

53 Prozent sehen die Demokratie in Deutschland aktuell in Gefahr. Als größte Gefahr werden Rechtsextremisten (47 Prozent) genannt. Rechtspopulisten und Migranten sind mit 27 Prozent gleichauf, Linksextremisten sowie die USA sehen 22 Prozent als Gefahr. Die Befragten konnten aus einer Liste bis zu drei Gefahren auswählen. Für 38 Prozent ist die Demokratie gesichert. „Für AfD-Wähler sind Migranten (54 Prozent), die Bundesregierung (37 Prozent) und Linksextremisten (33 Prozent) die größten Gefahren für unser demokratisches System. Für Grünen-Wähler sind es hingegen Rechtsextremisten (66 Prozent) bzw. -populisten (49 Prozent) sowie die USA (21 Prozent).“

Eigentlich liegt das Thema in der Luft und ist die zugespitzte pessimistische Gegenthese zu der optimistischen Behauptung, mit der der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama nach dem Ende des Kalten Kriegs bekannt wurde. Er sprach vom „Ende der Geschichte“. Totalitäre Systeme würden aussterben, auf dem Globus würden sich liberale Demokratien ausbreiten. Wirklich lange hat er diese These nicht aufrecht gehalten, sein letztes Buch warnt selbst vor dem Scheitern der Demokratie, wenn Identität und Würde nicht gewahrt werden, die letztlich den nationalen Zusammenhalt garantieren würden.

Die These vom Aufstieg der Demokratie schien mit dem Auseinanderbrechen der kommunistischen Sowjetunion, der Alternativlosigkeit des Kapitalismus, dem Ende der Mauer und des Kalten Kriegs sowie der grenzüberschreitenden Globalisierung und nicht zuletzt dem Internet eine gewisse Plausibilität zu besitzen.

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70 Liter Weihwasser über Stadt ausgekippt, gegen Alkoholismus

Symbolbild: Weihwasser © N.N. (shutterstock)

Im Kampf gegen Alkoholismus hat ein Priester in Russland zu einer ungewöhnlichen Methode gegriffen. Er kippte 70 Liter Weihwasser aus einem Kleinflugzeug. Das soll betroffenen Bewohnern helfen, nüchtern zu werden.

DOMRADIO.DE

Aus einem Kleinflugzeug heraus goss der russisch-orthodoxe Geistliche über die Stadt Twer nordwestlich von Moskau 70 Liter Weihwasser, wie lokale Medien am Donnerstag berichteten.

Bei offener Luke habe der Geistliche das Wasser aus einem goldenen Kelch aus einer Höhe von bis zu 300 Metern über die Kleinstadt geschüttet. Das solle den betroffenen Bewohnern helfen, nüchtern zu werden und nicht mehr zur Flasche zu greifen, sagte er demnach. Die Aktion im Flugzeug finde bereits seit 2006 statt und er hoffe auf Erfolg.

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Israel weist Bericht zu möglicher Spionage am Weißen Haus zurück

Ein Abhörgerät wurde in der Nähe des Weißen Hauses gefunden. Foto: Reuters

Die israelische Regierung hat einen US-Medienbericht über mögliche Spionage-Abhörtätigkeiten in der Nähe des Weißen Hauses in Washington zurückgewiesen. Das Büro von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bezeichnete den Bericht als „unverfrorene Lüge“.

DERSTANDARD

In einer Mitteilung hieß es am Donnerstag: „Es gibt eine langjährige Verpflichtung und eine Anordnung der israelischen Regierung, keine Geheimdienstoperationen in den USA auszuführen. Diese Vorgabe wird strikt umgesetzt, ohne Ausnahme.“

Abhörgeräte gefunden

Das Portal „Politico“ berichtete unter Berufung auf drei frühere US-Geheimdienstmitarbeiter, die US-Regierung sei in den vergangenen zwei Jahren zum Schluss gekommen, dass in der Nähe des Weißen Hauses entdeckte Mobilfunk-Abhörgeräte wahrscheinlich auf Israel zurückgingen. Die Geräte imitierten die Funktion von Mobilfunkmasten und brächten Handys dazu, Informationen zu übermitteln. Sie könnten außerdem Gespräche und Daten dieser Handys aufzuzeichen.

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UN-Nachhaltigkeitsbericht: Auf einem schlechten Weg

Wie nachhaltig leben wir? © Rapid Eye/ istock

Schlechte Nachrichten: Mit ihren Nachhaltigkeitszielen wollen die Vereinten Nationen bis 2030 die Grundlagen für eine bessere Welt schaffen – doch davon sind sie noch weit entfernt. Wie der erste Weltnachhaltigkeitsbericht der UNO zeigt, sind die unter anderem für den sozialen und umweltpolitischen Bereich formulierten Vorhaben nur durch einen rigorosen Wandel überhaupt noch zu erreichen. Handlungsbedarf besteht demnach vor allem bei der Energienutzung und der Ernährung.

scinexx

Eine Welt ohne Armut, in der die wachsende Weltbevölkerung langfristig gut leben kann. Um diese Vision zu realisieren, haben die Vereinten Nationen vor vier Jahren 17 Nachhaltigkeitsziele festgelegt. Sie reichen vom Kampf gegen Hunger, über den Klimaschutz bis hin zu einem nachhaltigeren Konsum und sollen die Welt bis zum Jahr 2030 besser machen.

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Das sind die Top-5-Verschwörungstheorien aus dem Vatikan

Johannes Paul I starb nach nur 33 Tagen im Amt. Seitdem hält sich die These, dass der Papst vergiftet wurde.© dpa

Papst Johannes Paul I. starb nach nur 33 Tagen im Amt. Wurde er mit einem Kaffee vergiftet? Über den Vatikan kursieren viele Verschwörungstheorien. Vor allem um Päpste, die für Veränderung stehen, ranken sich wilde Gerüchte.

BR24

„Dort, wo es viele Geheimnisse gibt, kann im Hintergrund viel gedeihen“, sagt Iacopo Scaramuzzi. „Ein Ort, der die öffentliche Meinung nicht mag, macht neugierig. Das bekommt manchmal schädliche Auswüchse.“ Scaramuzzi ist ein sogenannter „vaticanista“ – ein Journalist, der rund um den Vatikan berichtet. Er ist Experte für all das, was im Kirchenstaat passiert.

Reform-Päpste im Visier

„Der Heilige Stuhl ist eine sehr antike Institution, sie bewahrt ihre eigene Weltanschauung. Es gibt keine demokratischen Mechanismen. Die öffentliche Meinung – und in der Konsequenz die Journalisten – werden auf Distanz gehalten“, erklärt der Journalist gegenüber dem BR. Über den Vatikan zu berichten ist für Scaramuzzi deswegen immer wieder eine Herausforderung. Im Visier der Verschwörungstheorien stehen damals wie heute die Päpste – allen voran diejenigen, die für Veränderung stehen.

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Brasilien: Das Erbgut freigesetzter Gentech-Mücken konnte sich wider Erwarten in der Natur halten

Stechmücken der Art Aedes aegypti in einem Oxitec-Labor. (Bild: Paulo Whitaker / Reuters)

Gentechnisch veränderte Mücken sollten in Brasilien die Stechmücken reduzieren – und dann aus dem Freiland verschwinden. Doch nun haben Forscher deren Erbgut in heimischen Mücken nachgewiesen. Was bedeutet das?

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

In Jacobina in Brasilien wurden von Juni 2013 bis September 2015 jede Woche rund 450 000 gentechnisch veränderte Männchen der Stechmückenart Aedes aegypti ausgesetzt. Die Moskitos waren in den Labors der britischen Firma Oxitec entwickelt und in Brasilien vermehrt worden. Ziel des Grossversuchs war es, die lokale Mückenpopulation zu dezimieren: Die gentechnisch veränderten Männchen sollten sich mit freilebenden Weibchen paaren und der entstehende Nachwuchs aufgrund eines gentechnischen Eingriffs absterben. Die Reduktion der Mücken sollte die Zahl der Dengue- und Zika-Infektionen senken. Denn die dafür verantwortlichen Viren werden von Aedes aegypti auf Menschen übertragen.

Die Moskitopopulation konnte zwar während der Freisetzungsperiode um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Aber nur wenige Monate nach der letzten Freisetzung stieg sie wieder deutlich an. Und offenbar überlebten auch einige der Gentech-Nachkommen.

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Verzweiflungstat in rheinland-pfälzischer Flüchtlingserstaufnahme

In der Flüchtlingserstaufnahmestelle in Hermeskeil bei Trier hat sich ein Asylbewerber aus Aserbaidschan mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet.

evangelisch.de

Der 34-Jährige habe schwere Verbrennungen erlitten und sei nach der Erstversorgung durch Rettungskräfte in eine Spezialklinik transportiert worden, teilte die für die Einrichtung zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier am Donnerstag mit. Sein Gesundheitszustand bleibe kritisch. Der Vorfall hatte sich bereits am Mittwochnachmittag ereignet. Etwas Vergleichbares sei in rheinland-pfälzischen Flüchtlingserstaufnahmestellen bislang noch nie geschehen.

Die Behörde geht von einer Verzweiflungstat des Asylbewerbers aus, der sich ohne weitere Angehörige in der Aufnahmeeinrichtung befand.

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Frauen sind zäher als Männer

Frauen sind zäher als Männer, sagt die Gendermedizinerin Frau Dr. Vera Regitz-Zagrosek. (Eyeem / Grlls Mnmxms)

Frauen werden auf andere Weise krank als Männer. Dieses Phänomen untersucht die Ärztin Vera Regitz-Zagrosek, sie leitet das einzige Institut für Gendermedizin in Deutschland. Eines ihrer Ziele: maßgeschneiderte Therapien für Frauen.

Moderation: Ulrike Timm | Deutschlandfunk Kultur

Frauen ticken nicht nur anders als Männer – sie zeigen bei Krankheiten auch andere Symptome und reagieren oft auch unterschiedlich auf Medikamente. Warum dies so ist – und was daraus folgen sollte – das ist das Forschungsfeld von Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek. Die Medizinerin leitet seit 2003 das Institut für Gendermedizin an der Charité in Berlin, das einzige seiner Art in Deutschland.

„Verstehen wir nicht – das ist ’ne Frau“

Regitz-Zagrosek erinnert sich noch gut an ihre erste Begegnung mit dem Thema in den 90er Jahren: Sie arbeitete am Herzzentrum München, eine junge Frau wurde eingeliefert, schwerstkrank – alles sah nach einem Herzinfarkt aus. Die Patientin zeigte jedoch nicht die typischen Symptome, wie sie bei Männern vorkommen. „Wir konnten uns das damals nicht erklären. Und der leitende Oberarzt ging aus dem Raum und sagte: ‚Verstehen wir nicht – das ist ’ne Frau.‘“

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Umfrage: Immer weniger Deutsche gehen regelmäßig zur Kirche

Wie viele Deutsche gehen wenigstens einmal im Monat in den Gottesdienst oder besuchen eine Kirche? Eine aktuelle Befragung offenbart einen enormen Abwärtstrend – und die Gründe dafür.

katholisch.de

Der Kirchgang gehört laut einer Studie für immer weniger Deutsche zum Alltag. In dem am Donnerstag in Hamburg vorgestellten „Freizeit-Monitor 2019“ der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen gaben 14 Prozent der Befragten an, wenigstens einmal im Monat einen Gottesdienst oder eine Kirche zu besuchen. 2007 hatte der Wert noch bei 21 Prozent gelegen, 2014 bei 15 Prozent.

Die Gründe für diesen Trend sind laut dem wissenschaftlichen Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt, vielfältig. Sie reichten von der Konkurrenz anderer Freizeitangebote über den fehlenden Bezug bis hin zum Vertrauensverlust durch Missbrauchsfälle, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dennoch bleibe die Bedeutung von Religion hoch. „Gerade in gefühlt unsicheren Zeiten suchen viele Bürger Antworten auf die zentralen Fragen des Lebens und wünschen sich Verlässlichkeit und Konstanz“, so Reinhardt.

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