Brasilien: Das Erbgut freigesetzter Gentech-Mücken konnte sich wider Erwarten in der Natur halten


Stechmücken der Art Aedes aegypti in einem Oxitec-Labor. (Bild: Paulo Whitaker / Reuters)

Gentechnisch veränderte Mücken sollten in Brasilien die Stechmücken reduzieren – und dann aus dem Freiland verschwinden. Doch nun haben Forscher deren Erbgut in heimischen Mücken nachgewiesen. Was bedeutet das?

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

In Jacobina in Brasilien wurden von Juni 2013 bis September 2015 jede Woche rund 450 000 gentechnisch veränderte Männchen der Stechmückenart Aedes aegypti ausgesetzt. Die Moskitos waren in den Labors der britischen Firma Oxitec entwickelt und in Brasilien vermehrt worden. Ziel des Grossversuchs war es, die lokale Mückenpopulation zu dezimieren: Die gentechnisch veränderten Männchen sollten sich mit freilebenden Weibchen paaren und der entstehende Nachwuchs aufgrund eines gentechnischen Eingriffs absterben. Die Reduktion der Mücken sollte die Zahl der Dengue- und Zika-Infektionen senken. Denn die dafür verantwortlichen Viren werden von Aedes aegypti auf Menschen übertragen.

Die Moskitopopulation konnte zwar während der Freisetzungsperiode um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Aber nur wenige Monate nach der letzten Freisetzung stieg sie wieder deutlich an. Und offenbar überlebten auch einige der Gentech-Nachkommen.

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