Frauen sind zäher als Männer


Frauen sind zäher als Männer, sagt die Gendermedizinerin Frau Dr. Vera Regitz-Zagrosek. (Eyeem / Grlls Mnmxms)

Frauen werden auf andere Weise krank als Männer. Dieses Phänomen untersucht die Ärztin Vera Regitz-Zagrosek, sie leitet das einzige Institut für Gendermedizin in Deutschland. Eines ihrer Ziele: maßgeschneiderte Therapien für Frauen.

Moderation: Ulrike Timm | Deutschlandfunk Kultur

Frauen ticken nicht nur anders als Männer – sie zeigen bei Krankheiten auch andere Symptome und reagieren oft auch unterschiedlich auf Medikamente. Warum dies so ist – und was daraus folgen sollte – das ist das Forschungsfeld von Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek. Die Medizinerin leitet seit 2003 das Institut für Gendermedizin an der Charité in Berlin, das einzige seiner Art in Deutschland.

„Verstehen wir nicht – das ist ’ne Frau“

Regitz-Zagrosek erinnert sich noch gut an ihre erste Begegnung mit dem Thema in den 90er Jahren: Sie arbeitete am Herzzentrum München, eine junge Frau wurde eingeliefert, schwerstkrank – alles sah nach einem Herzinfarkt aus. Die Patientin zeigte jedoch nicht die typischen Symptome, wie sie bei Männern vorkommen. „Wir konnten uns das damals nicht erklären. Und der leitende Oberarzt ging aus dem Raum und sagte: ‚Verstehen wir nicht – das ist ’ne Frau.‘“

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