Klagt nicht. Flucht lieber!


Britisches Wetter ist nicht trostlos, man muss es nur aushalten lernen. Ein kleines Schimpfwort hilft da schon mal. (Bild: Dai Kurokawa / EPA)

Wer jammert, kommt nicht weiter. Im Gegenteil: Er verdoppelt die Pein. Schimpfworte kann man da schon eher empfehlen.

Manuel Müller | Neue Zürcher Zeitung

So fand ich mich kürzlich wieder: mit laufender Nase und trockenem Husten, zwei Wochen lang eine Sommergrippe. Sie liess sich mit einem Grossaufgebot von Schnupftüchern zwar aushalten – doch was tut man bei derartigen Zumutungen? Mir schien, ich hätte alles Recht, mich beherzt zur Wehr zu setzten. Notfalls mit unsanften Methoden und einem Griff in die psychohygienische Trickkiste. Ich würde jammern.

Und siehe da: Es umfängt einen gleich ein trügerisch wohliges Gefühl. Das Leiden am erstbesten Zipfel packen, ausbreiten und in die Länge ziehen – bei so was bringt es mancher zu echter Meisterschaft. Etwa mit punktgenauem Seufzen – eine sehr subtile Taktik. Sie versteckt den eigentlichen Grund und Anlass der Äusserung. Seufz! – wie geheimnisvoll! Ein sensibles Gegenüber wird da nachfragen: Wo drückt der Schuh?

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