Institut zur Missbrauchsprävention: „Betroffene möchten, dass jemand persönlich Verantwortung übernimmt“


Heute nimmt das „Institut für Prävention und Aufarbeitung“ seine Arbeit auf. Dessen Leiter Oliver Vogt, der bisher für das Erzbistum Köln arbeitete, will die Opfer in den Mittelpunkt stellen. Das soll durch ein spezielles Gremium sichergestellt werden.

Joachim Heinz | katholisch.de

Bisher war Oliver Vogt Interventionsbeauftragter des Erzbistums Köln für den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch. Am heutigen Dienstag übernimmt der 49-Jährige die Leitung des neu gegründeten Instituts für Prävention und Aufarbeitung (IPA) im rheinland-pfälzischen Lantershofen. Im Interview erläutert Vogt, was das neue Institut leisten soll. Und wie er den Stand der kirchlichen Aufarbeitung in Sachen Missbrauch beurteilt.

Frage: Herr Vogt, wozu braucht es neben allen Studien, Kommissionen und Arbeitsgruppen zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche noch ein zusätzliches Institut?

Vogt: Das neue Institut soll Standards und Grundlagen für die Fortentwicklung der Präventionsarbeit und der Aufarbeitung entwickeln. Es hat nicht die Aufgabe, selber Aufarbeitung durchzuführen, sondern es soll vernetzen und Wissenschaftler, Politik und andere gesellschaftliche Gruppierungen mit den Diözesen zusammenbringen.

Frage: Warum ist das wichtig?

Vogt: Es gibt derzeit noch keine Definition dessen, was zu einer gelungenen Aufarbeitung gehört und wie eine gelungene Aufarbeitung aussehen kann. Das Gleiche gilt für die Prävention. Wir wollen die Arbeit der katholischen Kirche im Präventions- und Interventionsbereich evaluieren, sie weiter entwickeln und die Erkenntnisse auch anderen Gruppen und Institutionen zur Verfügung stellen, die sich mit dem Thema beschäftigen.

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