Noch mehr Plastik im Meer


Verbrannter Kunststoff. Foto: Lamiot. Lizenz: CC BY-SA 4.0

War in letzter Zeit meist von Mikroplastik im Meer die Rede, geraten inzwischen an Stränden angespülte Plastikbrocken in den Fokus

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Bislang kaum beachtet, weil sie den Anschein gewöhnlicher Kieselsteine haben und wie diese von der Erosion im Wasser rund geschliffen wurden, sind diese künstlichen Kiesel vor einigen Monaten von Andrew Turner an der Universität von Plymouth entdeckt worden. Turner hat zusammen mit anderen Autoren einen Fachartikel unter dem Titel „Marine pollution from pyroplastics“ für die Ausgabe „Science of The Total Environment, Volume 694, 1 December 2019“ verfasst. Aktuell berichten National Geographic und der ORF über die „Plastiksteine“.

Seit wann sind die Plastiksteine bekannt?

Da die Plastiksteine von „echten“ Steinen auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden sind, haben sie sich still und heimlich an zahlreichen Kies-Stränden abgelagert. Ob das Material auch in kleineren Korngrößen an Sandstränden zu finden ist, ist derzeit noch nicht bekannt.

Die ersten Hinweise auf den neuartigen Plastikmüll erhielt das Team um Andrew Turner schon vor Jahren über die Umweltschutzvereinigung Cornish Plastic Pollution Coalition, die im Rahmen ihrer regelmäßige Aufräumaktionen an den Stränden Cornwalls auf die teilweise an der Wasseroberfläche treibenden Kunststoffbrocken aufmerksam wurden.

Neben der materiellen Beschaffenheit der Plastiksteine zählt die geringe Dichte zu den wesentlichen Merkmalen des Pyroplastiks. Die Polyethylen- und Polypropylen-Kunststoffe sind deutlich leichter als Steine natürlichen Ursprungs und können somit leicht über große Strecken transportiert werden. Es ist daher damit zu rechnen, dass sie schon weit über die Whitsand Bay in der südenglischen Grafschaft Cornwall, südwestlich von Plymouth/England, wo sie zuerst entdeckt wurden, hinaus verbreitet wurden und inzwischen bereits in Küstengebieten rund um den Globus anzutreffen ist.

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