Migration: Macron will die „classes populaires“ besser ansprechen


„Die Frage ist, ob wir eine bürgerliche Partei sein wollen oder nicht (…) Die Bürger begegnen der Migration nicht“, Macron. Bild: Café Les Deux Magots, Paris. Pixabay License

73 Prozent der Franzosen sind der Meinung, dass sich das Land im Niedergang befindet. Macron zielt nun auf die Wähler, die nicht zur bürgerlichen Komfortzone gehören

Thomas Pany | TELEPOLIS

Frankreich ist, wie andere europäische Länder auch, auf der Suche nach einer politischen Idee, die ihm eine bessere Zukunft versprechen und die Gräben in der Gesellschaft überwinden kann. Das zeigt erneut das aktuelle Stimmungsbild von Ipsos Sopra-Steria. Zu den Auffälligkeiten gehört, dass fast drei Viertel der Befragten das Land im Niedergang sehen.

Ausgeprägtes Misstrauen

Das gegenseitige Misstrauen ist seit Jahren stark ausgebildet – nur jede(r) Fünfte meint, dass man Vertrauen in den Großteil der anderen haben kann. Das Vertrauen in Parlamentarier, politische Parteien, Gewerkschaften, Großunternehmen und Medien ist schwach. Sämtliche Befragungswerte zu diesen „Institutionen“ liegen unterhalb der 50-Prozent-Marke.

Das heißt, das Misstrauen ist stärker ausgeprägt als die Glaubwürdigkeit. Am deutlichsten ist das bei den Parteien der Fall, die gerade mal auf 10 Prozent Vertrauen kommen. Bei den Medien gab es einen Vertrauensverlust von 7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Es sank von 30 auf 23 Prozentpunkte.

Die Befragung findet jährlich statt, was sie beachtenswert macht, weil damit eine Entwicklung zu verfolgen ist. Und diese zeigt an mehreren Stellen, dass die Befragten (repräsentativ ausgewählte 996 Personen über 18 Jahren) ihren Glauben an eine gute Entwicklung nicht erst seit diesem Sommer eingebüßt haben.

Ein Beispiel: Im Januar 2014 waren 85 Prozent der Franzosen der Meinung, dass das Land im Niedergang („en déclin“) ist, im April 2016 waren es 86 Prozent. In französischen Medien wimmelt es traditionell von Kommentaren über den eigentümlichen Pessimismus der Landesbewohner. Auch Macron landete nach dem ersten Höhenflug infolge seiner Wahl beim „unkorrigierbaren Pessimismus“ (Le Croix) seiner Landsleute. Der Anteil derjenigen, die glaubten, dass es nun in eine bessere Richtung geht, sank von 40 Prozent im Frühjahr 2027 auf 29 Prozent Anfang Herbst.

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