Versagen der amerikanischen und saudischen Luftabwehr


Gefundene Raketen- und Drohnenteile, die aus dem Iran stammen sollen. Bild: Saudisches Außenministerium

USA und Saudi-Arabien bezichtigen weiter den Iran und versuchen zu erklären, warum die Abwehr nicht funktioniert hat

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nach dem zielgenauen Angriffen mit Drohnen und/oder Raketen auf saudische Ölanlagen in Biqaiq und Khurais wird deutlich, dass das hochgerüstete im Wesentlichen mit US-Waffensystemen hochgerüstete Land schutzlos gewesen war. Die Flugkörper wurden nicht entdeckt, geschweige denn ein einziger von den zahlreichen aus den USA eingekauften Patriot-Raketenabwehrsystemen abgeschossen.

Schon 2017 gab es erheblich Zweifel, ob Patriot-Systeme eine aus dem Jemen über eine Strecke von 1000 km kommende und in Richtung des Internationalen King-Khalid-Flughafens in Riad fliegenden Scud-Rakete abschießen konnten, wie das Saudi-Arabien und Trump behauptet haben. Nach Experten waren die Patriot-Abfangraketen auf den bereits abgestoßenen Teil der Rakete gerichtet gewesen, während der Sprengkopf weiter oben über sie hinweggeflogen war. Fünfmal hätten die Patriot-Raketenbatterien geschossen – und ihr Ziel verfehlt (US-Raketenabwehrsystem konnte vermutlich Huthi-Rakete nicht abschießen). Auch damals versuchte die US-Regierung, Iran zu beschuldigen.

Wladimir Putin wiederholte daher sein Angebot, doch das angeblich bessere russische Raketenabwehrsystem S-400 zu kaufen, das sich auch die Türkei besorgt hat. Allerdings hat Russland das System noch nicht im realen Einsatz getestet und entwickelt bereits das Folgesystem S-500.

Vermutet wird, dass die Drohnen und oder Raketen – die Huthis sprechen von 10 Drohnen – so tief geflogen sind, dass sie von den Radar- und Raketenabwehrsystemen nicht bemerkt wurden. Das würde schon mal einen große Sicherheitslücke darstellen, die sich weiter ausbeuten ließe. Auffällig ist auch, dass es offensichtlich keine Satellitenaufnahmen gibt, von wo sie abgefeuert wurden.

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