Das Künast-Urteil ist ein Brandverstärker


Renate Künast, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die GrünenFoto: dpa/Karlheinz Schindler

Sprache ist politisch. Aber sie kann auch lügen, hetzen. Die Justiz muss dagegen vorgehen, schreibt unser Autor in der neuen Kolumne über Politik und Sprache.

Klaus Brinkbäumer | DER TAGESSPIEGEL

Politik besteht aus Machtverhältnissen und anderen Beziehungen, in denen der Einsatz von Sprache zu Entscheidungen oder Kompromissen führt, und darum ist Sprache politisch. Sprache erklärt, lenkt, überzeugt, doch sie kann auch missraten, kann lügen, schreien, hetzen. Politische Grenzen werden neu gezogen, es geschieht mit dem Mittel der Sprache, und es geschieht überall.

Die Begriffe, um die es heute hier geht, schmerzen, und das sollten sie. Schon grammatikalisch quietscht es: „Drecks Fotze“. Was will solch ein Deutsch?

Kurzer Exkurs: Könnte es vielleicht ein Genitiv sein, gar einer ohne Artikel („des Dreckes Fotze“), was moderner Lyrik nahekäme? Doch nein, es kann leider kein Genitiv sein, da wir uns in der rohen, rauen Wirklichkeit befinden.

weiterlesen