Uni Tübingen: Weiterer Professor unter Islamismusverdacht


In Erklärungsnot: der Tübinger Islam-Professor Abdelmalek Hibaoui. Foto: picture alliance / dpa/Sebastian Gollnow

Tübinger Islamtheologe Abdelmalek Hibaoui nimmt an einer umstrittenen Anti-Israel-Konferenz teil. Ein Ausrutscher? Daran gibt es große Zweifel.

Michael Weißenborn | Stuttgarter Nachrichten

Abdelmalek Hibaoui unterrichtet an der Universität Tübingen angehende muslimische Seelsorger in islamischer praktischer Theologie. Der Professor am Islamzentrum sorgte jetzt mit seiner Teilnahme an der Israel-feindlichen Konferenz „Die Zukunft der islamischen Welt und Palästina“ in Ankara für Empörung. Der Veranstalter: Das Zentrum für Studien der Islamischen Union (Isbam) der türkisch-islamistischen Saadet-Partei, die zur Milli-Görüs-Bewegung gehört und von Baden-Württembergs Verfassungsschutz beobachtet wird.

Gleich mehrere Redner riefen zum Boykott Israels auf. Hasan Bitmez, Vizepräsident der Saadet-Partei, die auch im Südwesten rege ist, sagte zu Israel: „Keine Vereinbarung mit den Tyrannen, die dieses gesegnete Land besetzen, ist gültig.“ Ein weiterer Redner: „Israel muss aufgelöst und zerstört werden.“ Der Tübinger Professor veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite – inzwischen gelöschte Postings – von der Konferenz: „Fotos meiner Teilnahme, zusammen mit dem großen ägyptischen Denker Kamal Helbawy an einer der Sitzungen, in denen das Thema ,Probleme und Lösungen der islamischen Welt‘ erörtert wurde und die der frühere iranische Außenminister Manoucher Mottaki leitete“, schrieb Hibaoui.

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